Alltag in Berlin: Autonome Hetzplakate gegen Polizisten und Politiker

Willkommen in der Neuauflage von 1933: Mit öffentlichen „Fahndungsplakaten“ und regelrechten Proskriptionslisten riefen Linksextreme in Berlin die Bevölkerung auf, Privatadressen und Wohnorte von Polizisten und Politiker mitzuteilen – mit dem offenkundigen Ziel, Anschläge gegen sie begehen zu können. Die Hetze interessiert – wie zu erwarten – kaum jemanden.

Es ist wieder einer jener Taten, die, würden sie aus der rechten Ecke begangen, einen nationalen Aufschrei auslösen würden, der tagelang die Nachrichten dominiert. Da die Täter jedoch Linksextreme waren, schaffte es die Meldung kaum über Lokalnachrichten und Vermischtes hinaus.

Wie die „B.Z.“ berichtet, wurde auf zwei Plakaten nach den Adressen unter anderem von Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz ((SPD) sowie von Hartmut Dudde, dem Leitenden Polizeidirektor bei der Polizei Hamburg gefragt. Auf weiteren Plakaten wurde vor einer drohenden Räumung der Liebigstraße 34 („Liebig-34, ein Hausbesetzerobjekt) gewarnt, ein „Tag X“ angekündigt und Polizisten pauschal als „Mörder“ bezeichnet.

Polizisten als Mörder angeprangert

Zeugen hatten zwei Linksautonome beobachtet, wie sie in Oberschöneweide im Bezirk Treptow-Köpenick die Hetz-Plakate an einem Stromkasten, an Oberleitungsmasten und Zäunen anschlugen. Eine Zeugin rief die Polizei, die die beiden Täter festnehmen konnte; der Staatsschutz ermittelt nun. Nach ihrer Verhaftung verspotteten die beiden Polizei und erklärten, unter der amtierenden Bundesregierung und bei den derzeitigen Politikern würde ihnen „nichts passieren“.

Traurigerweise hat soviel Chuzpe und Selbstbewusstsein in diesem Fall durchaus einen realen Hintergrund – da die Bundesregierung den Linksextremismus bekanntlich fördert und damit eine öffentliche Stimmung beschleunigt, die sich paradoxerweise (wie diese Plakataktion zeigt) gegen ihre eigenen Mitglieder richtet. Doch im Kampf gegen den eingebildeten „Faschismus“ verschwimmen zuweilen die Fronten… (DM)