Gerald Grosz: Die neue deutsche Partywelle

Allahu Akbar, der aktuelle schwäbische Partygruß, schallte durch Stuttgart und wo man sich einst mit Bierkrügen ein gepflegtes „Prost“ zuwarf, fliegen die Pflastersteine, klirren nun die Fensterscheiben, stöhnen verletzte Polizisten, wird eine deutsche Großstadt dank Disco-Angies neuer globalisierter „Event- und Partyszene“ über Nacht in Schutt und Asche gelegt, regiert die bunte Welt der lauten Anarchie die blutige Nacht. Die neue deutsche Partywelle des 21. Jahrhunderts, ein klassischer Importschlager beginnend mit den erfolgreichen und weltbekannten Armlängenpartys in Köln, den Bahnsteigweitwurffesten von Frankfurt, den Schwertlängenpartys und nun den aktuellen Events von Stuttgart. Schön verpackt im neuen bunten Sprachkodex der politischen Korrektheit, denen sich nun nach dem Berliner Establishment auch die Sicherheitsbehörden willfährig und zugleich den gewaltigen Alltag negierend unterwerfen. Für den deutschen Duden und die eine oder andere Strafakte hätte ich da noch einige Vorschläge zur endgültigen Unkenntlichmachung der täglichen Realität zu machen. Kriminelle und Kapitalverbrecher könnten wir schlicht in Heilige umtaufen, die USA tun es ja bereits erfolgreich. Statt dieses fürchterlichen Wortes „Bombenattentate“ böte sich doch „jahreszeitunabhängiges lustiges Silvesterfeuerwerk“ an. Und falls wieder ein LKW in einen Weihnachtsmarkt donnert, könnte man es doch – sprachlich vornehm und tolerant wie wir sind – als „gutmenschliches Formel-1-Training“ oder als wetterunabhängige Schneeräumdienst titulieren. Aus Drogendealern eindeutiger Provinienz machen wir „pharmazeutische Kindergartenpädagogen mit Touristenhintergrund“. Und die Einzelfallvergewaltiger sind halt künftig „Salsa Tänzer mit dem Hang zu intensiven Körperkontakt“ oder „autodikaktische Gynäkologen, die zur staatenübergreifenden Vorsorgeuntersuchung schreiten“. Aus dem ordinären Messerstecher wird in Deutschlands Medienlandschaft ein besonders begabter Zirkusakrobat oder man nennt sie künftig „tintenfreie Tätowierer“. So stellt sich doch Angela „Wir schaffen das“ Merkel, ihre Regierung und die Handlanger des verlogenen Mainstreams die neue Sprache vor, die die Wahrheit zur Unkenntlichkeit verfälscht. Denn die unverbrüchliche Wahrheit könnte ja furcheinflößend oder diskriminierend sein. Und daher hätte ich auch für Deutschland einen neuen, angemessenen Namen: Größtes Irrenhaus der Welt.

(Quelle)