Wenig Zulauf für Online-Streiks von Fridays for Future

FFF-Demo? (Symbolfoto: Von YanLev/Shutterstock)

Berlin – Ist die Kinderparty vorbei, weil es in diesem Sommer zu viel geregnet hat, oder weil der Klimawandel lieber baden gegangen ist? Der Klimabewegung Fridays for Future ist es auf jeden Fall nicht gelungen, ihre Proteste im Zuge der Corona-Pandemie erfolgreich ins Internet zu verlagern. Das ist ein Ergebnis der von der Postbank finanzierten Jugend-Digitalstudie 2020, für die im April und Mai dieses Jahres 1.000 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren befragt wurden. Die „Welt am Sonntag“ berichtet darüber.

Demnach haben nur sechs Prozent der Befragten bislang an einem Online-Streik teilgenommen. Bis zur Coronakrise konnten sich die Aktivisten hingegen noch auf die Unterstützung von deutschen Jugendlichen verlassen, wahrscheinlich, weil es einfach so viel Spaß macht, die Schule zu schwänzen und mit Gleichgesinnten auf der Straße herumzutanzen: Knapp ein Drittel der 16- bis 18-Jährigen hatte zuvor bereits an einer Fridays-for-Future-Demonstration teilgenommen.

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Mädchen in diesem Alter sind in der Bewegung besonders aktiv. Während 34 Prozent von ihnen bereits für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen sind, gilt das nur für 28 Prozent der Jungen. Nun gaben aber 36 Prozent der Befragten an, das Thema interessiere sie nicht.

Das sind fünf Prozentpunkte mehr als vor der Pandemie. Darüber hinaus mangelt es den Online-Aktionen an Bekanntheit: Jeder vierte Jugendliche hat noch nichts davon gehört. Immerhin jeder Dritte möchte aber künftig im Internet für das Klima demonstrieren und dabei mächtig Strom verbrauchen.

Natürlich aber funktioniert die Gehirnwäsche weiterhin:

„Auch wenn Fridays for Future derzeit bei Aktionen im Netz weniger Unterstützung durch die Jugend erhält als zuvor auf der Straße, spielt das Thema Nachhaltigkeit in dieser Altersgruppe weiterhin eine wichtige Rolle“, sagte Thomas Brosch, der für die Studie zuständig ist. Als Verbraucher sorgten die Teenager durch ihre Nachfrage schon jetzt dafür, dass Unternehmen immer mehr nachhaltige Produkte anbieten müssten. „Diese Entwicklung“, glaubt Brosch, „wird sich in Zukunft fortsetzen.“

Warten wir mal ab, wenn das neue Iphone auf den Markt kommt, ob die Kids dann wegen Nachhaltigkeit lieber das alte weiter verwenden werden oder Apple darauf verzichtet, in den nächsten Jahren überhaupt ein neues Modell zu präsentieren. (Mit Material von dts)