Panikmache dank Spahns Lobby-Gatten? „Focus“ dreht beim Thema Corona inzwischen völlig frei

Spahn (r.)., hier mit seinem Gatten Daniel Funke (Foto:Imago/Pop-Eye)

Berlin – Sollte es einen bislang nicht bewiesenen Zusammenhang zwischen der ehelichen Verbindung von Gesundheitsminister Jens Spahn mit Burda-Lobbyvertreter Daniel Funke und der Corona-Berichterstattung von Burda-Medien geben, dann wäre er zumindest eine Erklärung für die immer extremere, kaum mehr erträgliche Agitation des Burda-Schlachtschiffes „Focus“ zur Pandemie.

Seit Beginn der Krise überschlägt sich Focus in einem Endlos-Nachrichtenticker und tagaktuellen Supplementgeschichten zum Thema, was immer neue Hiobsbotschaften anlangt und tut wirklich alles, um Angst und Panik in der Bevölkerung wachzuhalten. Seit langem drängt sich nicht nur Insidern der Verdacht auf, dass die Kanäle, aus denen sich der Input dieser Katastrophenberichterstattung speist, aus Regierungskreisen in die Nachrichtenredaktion laufen.

Und wer wäre da nun als Schnittstelle geeigneter als Funke, der seit vergangenem Herbst Leiter des Hauptstadtbüros der Burda Magazine Holding ist – und in dieser eigens für ihn geschaffenen Position „Beziehungen zu wichtigen Interessensvertretern aus allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen etablieren“ , sowie auch „die Präsenz des Verlags ausbauen“ soll, wie Burda damals mitteilte?

Rückblickend erscheint die Berufung Funkes in unmittelbarer Nähe seines Ministergatten durch Burda mehr als hellsichtig – denn wer hätte schon damals ahnen können, dass einige Monate später eine epochale Pandemie vom Zaun brach und der liebe Jens Spahn -als zuständiger Ressortchef der Regierung – zum wichtigsten Politiker Deutschlands aufsteigen sollte?

Räuberpistolen und Horrorschlagzeilen am Fließband

Damit dies jedenfalls noch lange so bleibt und ja kein „status quo ante“, so etwas also wie vorpandemische Normalität zurückkehrt, setzt „Focus“ wirklich alles daran, im täglichen Stakkato Räuberpistolen zu neuen Studien, schrecklichen Todesfällen, explodierenden Infektionszahlen und verzweifelnden Medizinern zu lancieren.

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Zwar trommelt mittlerweile auch „Bild“ immer heftiger in Regierungspropaganda, so als ob dort Karl Lauterbach die Corona-Sonderredaktion übernommen hätte („Ab Herbst drohen 20.000 Infektionen pro Tag!“) – doch niemand beherrscht die Schule des Schaudermachens so wie „Focus“. Ob neue Studien aus Korea, Weltuntergang in den USA oder angebliche Hotspot-Dramen aus Wiesbaden, die unhinterfragt aus dortigen Lokalmagazinen übernommen werden: „Focus“ will die totale Pandemie, die ewige Nacht ohne Erwachen.

Damit nicht genug: Per „Faktencheck“ (kommt neuerdings immer gut, um abweichende Meinungen als Lüge mundtot zu machen) wird neuerdings auch noch versucht, die Argumente der Zweifler und sogenannten „Leugner“ zu zerpflücken (Stimmt es wirklich, dass die Corona-Zahlen nur steigen, weil mehr getestet wird?„) – mit der hinterlistigen Masche, die eigentliche Behauptung – die gar nicht zu widerlegen ist – nicht zu dementieren, sondern nur „neu einzuordnen“ – indem in diesem Fall etwa auf eine unterschiedliche Zusammensetzung der Getesteten verwiesen wird.

Wichtig sind Gefühle, keine Tatsachen

Sogar gegen die zunehmenden Zweifel und das nachlassende Angstgefühl von immer mehr Deutschen weiß die Redaktion Rat: Sie bringt einfach den passenden Experten in Stellung, in diesem Fall den Marburger Professor für Sozialpsychologie, Ulrich Wagner. Der erklärt, nicht etwa das gänzliche Fehlen von Toten und persönlichen Erkrankten im Umfeld der Bürger, sondern eine „verzerrte Risikowahrnehmung“ sei der Grund für die zurückgehenden Sorgen.

Deswegen sei die richtige „Informationspolitik für die Akzeptanz lokaler Lockdowns entscheidend“. Es komme darauf an, so Wagner wörtlich (!), „inwieweit die Menschen das Gefühl haben, konsistente und stimmige Informationen darüber zu erhalten, warum es gerade sie trifft und warum sie erneute Einschränkungen mittragen müssen.“

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Nicht die Konsistenz und Stimmigkeit der Informationen ist entscheidend, sondern „das Gefühl“, solche zu erhalten. Schöner hätte auch Goebbels den Zweck NS-Vorkriegs- und Durchhaltepropaganda nicht in Worte fassen können. (DM)