FDP ohne Rückgrat und Inhalt auf SPD-Brautwerbung: Niemand braucht mehr diese Liberalen

Teutenberg / Lindner in besseren Zeiten (Foto:Imago/Simon)

Wenn eine Splitterpartei ihre letzten Felle schwimmen sieht, dann treten sogar Adaptionen an den Zeitgeist in den Hintergrund: Von „Frauenquote“ kann in der FDP-Spitze fortan keine Rede mehr sein. Bevor sich die bisherige Generalsekretärin Linda Teutenberg noch mehr durch Nichtpräsenz und Konturlosigkeit „profiliert“, zieht Parteichef Christian Lindner die Reißleine – und will sie durch den rheinland-pfälzischen FDP-Wirtschaftsminister Volker Wissing ersetzen.

Mit dieser an eine Verzweiflungstat gemahnenden Personalie, die der FDP-Bundesparteitag im September beschließen soll, wird die letzte „Quotenfrau“ aus dem Führungszirkel abgeräumt. Ausgerechnet von einem schläfrigen Biedermann wie Wissing ersetzt zu werden, muss für Teutenberg ein Schlag ins hübsche Gesicht sein, doch sie musste lernen, dass optische Anmut nicht alles ist.

Kaum scheint der Wissings Wechsel in die Bundespolitik beschlossene Sache, da übt er sich auch schon in der Paradedisziplin der Freien Demokraten: opportunistisches Sondieren in alle erdenklichen Richtungen. Denn nur um endlich wieder einmal an die Macht zu kommen, würde die FDP – schlimmer als zu den Zeiten der alten Bundesrepublik – inzwischen auch mit beinharten Stalinisten zusammenarbeiten. Wissing geniert sich nicht, via Twitter schonmal die Fühler Richtung SPD auszustrecken:

(Screenshot:Twitter)

Diese inhaltlich vollkommene Beliebigkeit und Rückgratlosigkeit ist nur konsequent, verfolgt man den Schlingerkurs unter Christian Lindners Ägide, die zuletzt am Vorabend der Corona-Krise, bei der Thüringer Ministerpräsidentenwahl Anfang Februar, in Erscheinung trat: Nachdem FDP-Fraktionschef Thomas Kemmerich mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsident gewählt worden war, verteidigte Lindner zunächst die Wahl, um dann binnen 24 Stunden eine 180-Grad-Kehrtwende zu vollziehen. Führungsstärke ist anders.

Mit „Wirsings“ Anbiederungskurs an die staatshörige, dirigistische Esken-Kühnert-SPD wäre dann auch geklärt, was von der hohlen Phrase „Liberalismus“, dessen sich diese Umfallerpartei nach wie vor rühmt, in Wahrheit zu halten ist. Die FDP ist im Parteienspektrum mehr als überflüssig; sie ist auch nicht mehr die Heimstatt des Liberalismus. Ihre Zeit ist abgelaufen und das sollte sich endlich, spätestens in 13 Monaten bei den nächsten Wahlen, entsprechend niederschlagen. (DM)