Nächster Hammer: Ausgerechnet im ÖPNV funktioniert die Corona-Warn-App nicht richtig

Über die Corona-App ständig unter Kontrolle - und nichtmal das kriegt die Regierung hin (Foto:Von Robert Wei/shutterstock)

Neue unfassbare Details zur Corona-Warn-App: Diese entpuppt sich als riesiger Rohrkrepierer, weitaus schlimmer als zu ihrem Release im Frühsommer befürchtet. Nun zeigt eine irische Studie, dass die Kontaktverfolgung bei den staatlichen Corona-Warn-Apps innerhalb der EU, die auf Abstandsbestimmung per Bluetooth setzen (etwa im öffentlichen Nachverkehr) regelmäßig versagt – womit die ganze App letztlich wirkungslos ist.

Denn gerade in Bus und Bahn, wenn überhaupt, kommt es zu zwangsläufigen Unterschreitungen des Mindestabstands, und dies durchaus auch über Zeiträume von 15 Minuten hinweg (der Mindestfrist, aber die App Begegnungen mit als „infiziert“ Gemeldeten überhaupt erst meldet). Wenn die Anwendung hier versagt, dann bringt sie überhaupt nichts – nicht einmal dann, wenn – was nie der Fall war – eine hinreichende Zahl an Menschen sie installieren, nutzen und vor allem, im Falle positiver Testergebnisse, dies freiwillig dem RKI mitteilen.

Kein Wunder, dass die App zum Totalflop wurde, was die absurden Kosten ihrer Entwicklung im oberen zweistelligen Millionenbereich nur noch skandalöser macht. Wieviele der zuletzt über 13 Millionen deutschen Downloads tatsächlich in eine auch nur temporäre Nutzung der App münden, ist völlig unklar. Nur ein Bruchteil nutzt sie wohl tatsächlich.

Heikle AfD-Anfrage bei der Regierung

Vergangene Woche stellte die AfD-Bundestagsabgeordnete Joana Cotar die ketzerische schriftliche Anfrage an die Bundesregierung, ob bisher auch nur EIN Fall bekannt sei, bei dem die Corona-App dazu geführt habe, dass der Betreffende sich testen ließ und danach tatsächlich positiv war. Die Antwort steht noch aus. Wie begründet die Zweifel sind, ergab sich schon aus der Tatsache, dass bislang, so Cotar, „nur lächerliche 1300 Tans“ von der App ausgeworfen wurden.

Zu der ÖPNV-Studie und den Bluetooth-Macken weist das Portal „Heise.de“ (das über die Pannen bei der Kontakverfolgung in Deutschland als erstes berichtet hatte) darauf hin, dass für viele Menschen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln „fremden Personen nahekommen“, die Ergebnisse weiterer Gruppen und die Reaktion der App-Entwickler darauf „ein wichtiges Entscheidungskriterium für die weitere Nutzung der App“ sein dürfte. Auch den ÖPNV-Betreibern, so Heise, dürfte an einer raschen Klärung gelegen sein. (DM)