Linke Karrieren: Einst Punk, Antifa-Mitglied, Hausbesetzer – heute Bausenator im Shithole Berlin

Berlins neuer Bausenator Scheel (l.) - auf Du und Du mit der Hausbesetzerszene (Foto:Imago/Wagner)

Berlin – Nach dem Rücktritt von Skandal-Bausenatorin Karin Lompscher, die den Mietendeckel verbockte hatte und wegen nichtabgeführter Aufsichtsratsvergütungen abtreten musste, kommt mit Sebastian Scheel nun ein Ex-Linksradikaler „alter Schule“ in Amt und Würden. Ex-Punks, Outlaws und Hausbesetzer, die im Marsch durch die Institutionen Karriere machen und jetzt am anderen Ende der Gesellschaft gelandet sind: So etwas ist bei Deutschlands Linken nichts Neues. Im rot-rot-grünen Gomorrha Berlin allerdings ist so etwas per Schnelldurchlauf möglich. 

Zur Wendezeit war Scheel ein „linker Punk“ aus Frankfurt/Oder, der zeitweise in einem besetzten Haus wohnte. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) aus einem früheren Interview zitiert, beschreibt der 44-jährige neue Senator seine damalige Kampfzeit wie folgt: „Anfang der neunziger Jahre warst du entweder Nazi oder Antifa“. Wo, so muss man sich hier fragen, ist der Unterschied zu heute? Ohne es zu wollen hat Scheel mit seiner eigenen Biographie auch gleich den Beweis geliefert, dass dieses Entweder-Oder nur für eine Seite gut ausging: Für die Antifa nämlich.

Während die Zugehörigkeit zur Antifa, einer lupenreinen linksfaschistischen Organisation, nämlich bis heute schlimmstenfalls als Kavaliersdelikt, normalerweise als begrüßenswertes zivilgesellschaftliches Engagement gewertet wird (mit dem sich sogar SPD-Chefin Saskia Esken solidarich erklärt), haftet allen Rechtsextremen, auch wenn es sich um Jugendsünden, ein lebenslanges Kainsmal an.

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Einmal Antifa, immer Antifa 

Das ist auch der Grund, warum ein längst geläuterter CDU-Kreispolitiker Robert Möritz, der vor Urzeiten als Saalordner bei rechtsextremen Versammlungen tätig, politisch jedoch nie in der Rechten aktiv war und ein verdächtiges Tattoo („Schwarze Sonne“) aufwies, für seine „Vergangenheit“ in der Merkel-Partei abserviert wurde – während Antifa-Sympathisanten, Kriminelle und Hausbesetzer es zu Ministern und Senatoren bringen können. Ex-Steineschmeißer Joschka Fischer lässt grüßen. Die Linken kommen mit allem durch.

So ist denn auch das einzige Problem, dass Scheels heutige Parteifreunde mit ihm haben, dass er anders als früher nicht mehr im Straßenkämpferlook unterwegs ist, sondern doch tatsächlich Anzüge trägt. „Manche seiner Parteifreunde sehen diese eklatante Verletzung des linken Dresscodes mit Naserümpfen“, so die FAZ. Dieses Zugeständnis ans spießige Bürgertum ist allerdings auch alles, worin sich der neue Bausenator von seinen aktivistischen Mitkämpfern unterscheidet. Inhaltlich hat er bereits angekümdigt, als Senator in der linken Wohnungs- und Mietenpolitik „konsequent Kurs halten“ – einschließlich Festhalten an dem offenkundig verfassungswidrigen „Mietendeckel“. (DM)