Risikogebiet Pissrinne: Urinieren nur noch mit Maske?

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Es wird immer verrückter: Inzwischen ist wirklich kein Alltags- und Lebensbereich mehr vor Corona-Panikpriestern und pseudowissenschaftlichen Unkenrufen sicher. Der Kreativität, immer neue Übertragungswege, Gefahrenzonen und „Risikogebiete“ zu entdecken, sind keine Grenzen gesetzt – zur Begeisterung von Sensationsmedien, die dies gerne zur Aufrechterhaltung der Dauerkrise vermelden. Jetzt ist ein neuer Infektionsherd ausgemacht: Die Pissrinne.

Genaugenommen ist eigentlich gemeint: Das Spülen nach der Erleichterung im Stehen, denn dadurch – so besagt laut „Focus“ eine neue Studie –  werden die gefürchteten Aerosole „höher und weiter geschleudert“ als bei der normalen Toilettenspülung. Tröpfchen, die beim Spülen von Urinalen freigesetzt werden, seien  schneller und würden höher ausgeworfen. Die Forscher raten daher, in öffentlichen Toiletten und vor allem bei der Nutzung von Urinalen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Überhaupt sind öffentliche Herren-WC’s als neue Übertragungsherde gerade en vogue; eine Untersuchung der Westfälischen Universität Münster, bei der – so dass Wissenschaftsportal „scinexx“ – Abstriche der inneren Türgriffe von 400 Toilettenkabinen auf 136 Flughäfen in 59 Ländern genommen wurden, ergab jede Menge Erreger – vom multiresistenten Krankenhauskeim MRSA bis hin zu Colistin-resistenten Bakterien.

„Tröpfchenflug“: Höher, schneller, weiter

Zwar wurde noch immer kein Nachweis für eine einzige wirklich durch Schmiereninfektion erfolgte Corona-Übertragung erbracht – doch durch die Hintertür wird hier die allgemeine Übertragungsgefahr von Krankheiten nun zum Anlass genommen, eine Maskenpflicht auf Toiletten grundsätzlich zu fordern. Zum Glück fordern sie noch nicht, beim Pinkeln 1,5 Meter Abstand zum Possoir einzuhalten.

Damit zeigt sich jedenfalls erneut, in welche fatale Richtung die „Gewöhnung“ durch Corona inzwischen geht: Die Maske und all die Hygienemaßnahmen sollen zum Dauerzustand werden, der künftig permanent gilt, weil es ja schließlich immer und überall Erreger gibt. Das war zwar schon immer so, und auch ohne Studien wusste jedes Kind, dass öffentliche Bedürfnisanstalten alles andere als keimfrei sind – doch Corona hat uns zu Sklaven eines neuen Gesundheitswahns gemacht, der Freiheit und Selbstbestimmung einem Leben mit Maske, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen unterordnet und keine Krankheiten mehr kennt als Virusinfektionen… (DM)