Woher die hohen Fallzahlen kommen: Bescheren uns Migranten, Großfamilien und Flüchtlinge den nächsten Lockdown?

Balkan-Reiserückkehrer oder deutsche Urlauber? (Symbolbild:Imago/DepoPhotos)

Es ist eine heikle Frage, die in diesen überdrehten Zeiten rasch das Potential hat, als „ethnisches Profiling“ oder „Rassismus“ abgewürgt zu werden – und doch scheint es notwendig, sie zu stellen: Sind es womöglich in erster Linie die Angehörigen von Parallel- und Gegengesellschaften in diesem Land, die uns die hohen Corona-Fallzahlen bescheren (oder zumindest in einem weit überrepräsentierten Verhältnis zu ihnen beitragen) – während die indigene Ursprungsbevölkerung kaum dazu beiträgt, dafür aber Leidtragende der politischen Folgemaßnahmen ist?

Aus den Kriminalstatistiken und der täglichen Medienberichterstattung zu Straftaten ist man es seit langem gewohnt, dass Herkunft, kulturell-religiöser oder Migrationshintergrund oder Staatsangehörigkeit von Tätern verschleiert wird. Die Realität könnte die Bevölkerung beunruhigen, deshalb biegt man sie lieber zurecht. Außer dem Ärgernis für an Hintergründen interessierten kritischen Beobachtern über statistische Klitterungen entwickelt diese Vorgehensweise wenigstens keine konkret schädlichen Auswirkungen.

Wenn nun aber mit derselben Irreführungs- und Vernebelungstaktik unbequeme Realitäten bei Corona verleugnet werden sollen, die ein Fehlverhalten bestimmter Gruppen betreffen, für das dann letztlich aber die regelkonform lebende Mehrheit den Kopf hinhalten muss: Dann hört der Spaß auf. Denn dann würde man als einheimischer Deutscher nicht nur belogen, sondern letztlich verantwortlich gemacht für die Folgen der Ignoranz und Rücksichtslosigkeit jener, die sich vom deutschen Rechtsstaat sowieso nichts sagen lassen.

Wieviele der „Hotspots“ der vergangenen Monate betrafen Massenausbrüche in Wohnblocks, in denen ausschließlich sogenannte „Großfamilien“ leben? Wieviele Moscheeversammlungen, Hochzeitsfeiern wie aktuell in Groß-Gerau, Familienfeiern und Beerdigungen, bei denen gegen geltende Auflagen und Kontaktregeln verstoßen wurde? In Ankerzentren und Flüchtlingsheimen wurde stets weggeschaut, trotz eklatanter Verletzung aller geltenden Beschränkungen – ebenso wie bei der Clan-Trauerfeier in Essen vor zwei Monaten, wo 750-800 Menschen ohne jede strafrechtliche Konsequenz, ohne Bußgeld verbotswidrig und maskenfrei auf engstem Raum zusammenkamen. Detaillierte Zahlen, inwiefern all diese Anlässe (sowohl die Fälle wirklich erfolgter Massenausbrüche/Cluster als auch potentielle „Superspreader“-Ereignisse) das ermittelte Neuinfektionsgeschehen beeinflusst habe, fehlen bezeichnenderweise völlig. Warum?

Bewußte Vorenthaltung von Detailinformationen zu den „Neuinfektionen“

Und jetzt dann die „Risikogruppen“ der sogenannten „Reiserückkehrer“, die überwiegend aus Ländern kommen, die noch nie touristische Zielstaaten waren (oder zumindest dieses Jahr nicht sind) – Kosovo, Rumänien, die Türkei (für die seit langem eine Reisewarnung besteht), Bosnien-Herzegowina; und selbst bei Kroatien und Bulgarien betraf ein großer Teil der „Urlauber“ in Wahrheit Familienmitglieder auf der Rückkehr von Familienbesuchen in ihren Balkan-Heimatländern. In der öffentlichen Wahrnehmung hingegen ist fast immer die Rede von den verantwortungslosen, leichtsinnigen deutschen Urlaubern.

Dabei schreibt selbst das Robert-Koch-Institut in seinem aktuellen Lagebericht: „Die neuen Fälle sind bundesweit verteilt und treten vermehrt unter Reiserückkehrern aber auch insbesondere in Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis auf“, und weiter: „Darüber hinaus treten Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, Gemeinschaftseinrichtungen, in Zusammenhang mit religiösen Veranstaltungen sowie in fleischverarbeitenden und landwirtschaftlichen Betrieben auf.“ Auch bei letzteren handelt es sich überwiegend um ausländische Gast- und Leihwerksarbeiter.

Somit sind es, ganz gleich wie verklausuliert und verschwurbelt hier um den heißen Brei „herumberichtet“ wird, eben doch ganz überwiegend Migranten und Ausländer, die für die „hohen“ Zahlen sorgen. Büßen darf dafür dann wieder der obrigkeitshörige, korrekt-subordinante deutsche Michel. Und wer sich für ein differenziertes Bild interessiert, ist – na was wohl – ein übler Hetzer. (DM)