Udo Lindenberg an seine Fans: Ihr seid hirntote Risikopiloten

Lindenberg im Maskenwahn (Foto:Imago/Janßen)
Erst BAP-Niedecken, jetzt Udo Lindenberg: Saturierte Rock-Opis, selbst Vertreter der „Risikogruppe“ in den den Kategorien ihres geistigen Wahngebäudes einer Corona-Weltbedrohung, spielen sich neuerdings als Gesundheitskommissare auf und appellieren ganz im Regierungssinne an ihre Fangemeinde, brav, konformistisch und unkritisch den Verfügungen von oben zu folgen. Wäre es nicht so traurig, könnte man alldies für absurdes Theater halten.
 
Ausgerechnet Rock-Zombie Lindenberg, der selbst so aussieht, als hätte er in Bergamo fünf künstliche Beatmungen überstanden und der einst als Inbegriff des unbändigen Rock-Rebellen galt, beteiligt sich an der politisch korrekten Publikumsbeschimpfung – und beleidigt Vertreter des neuen (Staats-)Feindbildes „Maskenverweigerer“ kollektiv als „hirntot“ und Corona-Ignoranten“. Eine bodenlose Frechheit gegenüber seinen Fans, von denen es auch unter den Berlin-Demonstranten und all den übrigen Protestierenden für Grund- und Freiheitsrechte in diesem Land unzählige gibt.
 
Und, wie der „Stern“ heute mit anerkennendem Soupcon schreibt, hat „Uns‘ Udo“ so gar kein kein Verständnis für Gegner der Corona-Maßnahmen. Im Gegenteil: „Wir brauchen die kollektive Mega-Power, also: Maske auf und mit panischer Konsequenz da durch!“, so der Musiker. Kollektive Megapower – die wurde in Deutschland ja schon öfters beschworen; etwa 1943 im Berliner Sportpalast oder im Oktober 1989 zum 40. DDR-Jahrestag, mit jeweils bekanntem folgenden Ausgang. Die eigene kritische Grundhaltung hat dieser Haltungsbarde, der einst sang: „Was die Schwachmaaten / einem so raten…“, längst an der Garderobe abgegeben.
 
Lindenbergs krude, sogar in Gedichtform vorgetragene Durchhalteparolen („Wenn die hirntoten Risikopiloten durch die Aerosole zischen, wird es ganz viele noch erwischen“) kommt gerade im rechten Moment und eignet sich prächtig zur Einstimmung des in Duldungsstarre durchnarkotisierten Volkes auf die aus dem Berliner Kanzleramts-Elfenbeinturm verkündeten neuen Corona-Beschlüsse hin. Das Spiel ist seit „unteilbar“ und „wirsindmehr“ wohlvertraut: Ganz im Groko-Sinne trommeln regierungsloyale Staatskünstler und „Kulturschaffende“ für die „richtige“ Sache – in dem Fall eben: die nächsten Freiheitseinschränkungen.
Nichts kapiert – Altersstarrsinn oder Verblendung?
 
Wenn hier jemand „hirntot“ ist, dann vermutlich eher Lindenberg selbst: Er scheint, wie so viele, wirklich zu glauben, dass es sich bei all den Maßnahmen tatsächlich um temporäre, auf die „Dauer der Pandemie“ befristete Notwendigkeiten handelt. So plant er optimistisch schon wieder Konzerte für 2021 – da dürfte er sich noch wundern -, und phantasiert: „Nur wenn wir alle cool bleiben und uns an die Regeln halten, können wir das Ding unter Kontrolle kriegen“.
 
„Das Ding unter Kontrolle“ kriegt hier nur einer: Der autoritäre Corona-Staat, der vor allem Grundrechte und missliebige Oppositionelle unter seine Kontrolle bringt – neuerdings auch durch Demonstrationsverbote, durch Bruch der Unverletzlichkeit der Wohnung („Quarantäneüberwachung“) und Datensammelwut. Denn das hier ist nicht mehr die im März von jedermann zu Recht befürchtete „epidemische Notlage“, die wir alle jetzt eben mal gemeinsam durchstehen müssen und die dann – wie Lindenberg meint – irgendwann von selbst endet, sobald der ganze Spuk vorbei ist – sei es durch Impfstoff, Durchseuchung oder natürliche Verflüchtigung -, woraufhin dann alle wieder zur Normalität zurückkehren. Nein: Längst haben wir es mit einer künstlichen, von der realen Risikolage vollends entkoppelten Bevormundungspolitik zu tun, die einer ganz anderen Agenda folgt.
 
Denn die restriktive Corona-Politik beabsichtigt im Kern dies: Eine völlig neue Gesellschaftsordnung durch nachhaltige Umpolung unseres Individualitäts- und Freiheitsverständnisses – mit dem wahren Fernziel, endlich all die „Systemumbauten“ zu ermöglichen, die in normalen Zeiten nicht durchsetzungsfähig wären: Eurozentralismus, Schuldenunion, Klimaregime, Migration. Panikmache ist hier das Mittel zum Zweck, die wohlorchestrierte Verunsicherung der Bevölkerung auf Grundlage einer einer wahnhaft verzerrten Risikobewertung.
„Panik“-Rocker at its best
 
Über tausende Krankheiten, die uns nach wie vor dahinraffen, spricht kein Mensch mehr – wir kennen nur noch das Lebensrisiko Corona, dem alles untergeordnet wird. Eine „Pandemie“ existiert nicht mehr – und wenn man den jetzigen Zustand unbedingt als solche definieren will, dann hätten wir, solange wir denken können, immer schon in Pandemien gelebt. Die Menschen hätten „die Angst vor Corona“ verloren, klagen Alarmisten und Medien pausenlos. Irrtum: Sie haben die Angst vor allen anderen Krankheiten und Gesundheitsrisiken verloren.
 
Lindenberg hat NICHTS verstanden, und deshalb begreift er auch nicht die Dynamik dieser Proteste: Anfangs durchaus Querulanten getragen, sind diese mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angelangt – weil immer mehr Normalbürger begreifen: Das, was wir hier erleben, das IST die neue Normalität. Es gibt kein „nach der Pandemie“ mehr. Weihnachtsmärkte, Feste, Großveranstaltungen, Live-Sportereignisse sind auf unbestimmte Zeit abgesagt; ob es sie je wieder geben dürfen soll, ist fraglich. Und es stört sich auch keiner mehr, dass inzwischen keinerlei Rede mehr von einer Befristung des Maskenzwangs ist – dafür aber von ständigen Verschärfungen und neuen Geldbußen für deren „Verweigerer“.
 
Kein Zweifel: „Das Ding“, das Udo meint, in einem volkssolidarischen Kraftakt besiegen zu können, soll und wird uns ein Leben lang begleiten. Und viele sind darüber regelrecht entzückt, empfinden Wohlbehagen bei der Vorstellung eines in Angst zusammengeschweißten Kollektivs unter der harten Fuchtel der sogenannten „Krisenpolitiker“. Neu ist, dass sich die Rebellen von einst, wie Lindenberg, freiwillig vor den propagandistischen Karren spannen lassen. Hier kriegt dann der Ausdruck „Panik-Rocker“ bzw. „Panik-Orchester“ eine völlig neue, wahrlich treffende Bedeutung. (DM)