Linksradikalen-Blockwart Andreasch denunziert bayerische Polizisten – wegen Teilnahme an Berliner Demo

Robert Andreasch, hier beim NSU-Prozess (Foto:Imago/ZUMAPress)

Eigentlich ist Robert Andreasch Soziologe und kein Fotograf, doch seit 25 Jahren hat er es sich zur Lebensaufgabe gemacht, „Neonazis“, „Rechte“ (und was immer er für solche hält) zu fotografieren, sie zu „dokumentieren“ und die so gewonnenen Informationen an linksextreme Organisationen weiterzureichen. Klar, dass so einer am Wochenende auch in Berlin wieder nicht fehlen durfte – zur Feindbeobachtung. Mit Erfolg: Seinetwegen bekommen jetzt drei bayerische Polizisten Ärger mit ihrem Dienstherren.

Andreasch heißt bürgerlich eigentlich ganz anders; sein Pseudonym gab er sich im Zuge seiner nicht uneitlen Selbststilisierung als pseudocouragierter Investigativreporter „gegen Rechts“ – angeblich weil Neonazis Jagd auf ihn machten. Man könnte es auch als Akt der Feigheit interpretieren – denn er selbst hat kein Problem, andere Menschen unter deren Klarnamen ans Antifa-Messer zu liefern. So wie gestern, als er die drei bei der gestrigen Demo in Berlin von ihm „entdeckten“ Beamten – die wohlgemerkt privat, als Bürger dieses Staates (für die ebenfalls die Grundrechte gelten), und nicht in dienstlicher Mission! vor Ort waren – per Twitter sogleich an den öffentlichen Pranger stellte:

(Screenshot:Twitter)

Andreasch, der „Antifa-Fotograf“ (Michael Kornowsky), fand zuletzt im Zuge des von ihm begleiteten sogenannten „NSU“-Prozesses häufiger öffentliche Erwähnung. Im Zuge seines Jobs als Hobby-Nazijäger, eine Art selbsternannter Simon Wiesenthal für Arme, arbeitet eng mit der Münchner „Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle“ (kurz: Aida-Archiv) zusammen und lässt diesem regelmäßig Bildmaterial zukommen lässt. Was dort mit dem brav „gemeldeten“ Material geschieht, lässt schon der Name dieses Archivs vermuten: Die nicht links-konformen Verdächtigen werden laut Netzaktivisten, die Andreaschs Treiben schon länger kritisch beobachten, bei ihren Arbeitgebern angeschwärzt, sie werden medial attackiert und erhalten im Bedarfsfall auch mal „Hausbesuche“ von linksfaschistischen Schlägern.

Klar, dass solche Denunzianten des Linksstaaten für ihr Treiben hierzulande noch Preise erhalten: Im Juli 2019 erhielt Andreasch den „Publizistikpreis der Stadt München“ – für seine „Dokumentation der rechtsextremen Szene“. Aus Sicht der „Süddeutsche Zeitung“ eine überfällige Auszeichnung: „Dass Andreasch und das Aida-Archiv, mit dem er eng zusammenarbeitet, manchmal mindestens so gut Bescheid wissen wie die Behörden, wurde ihnen nicht immer gedankt„. Außerdem würde, so jubelte das Blatt, das „Treiben rechter Netzwerke oft erst durch Andreaschs Recherchen ans Licht“ kommen. Darunter fällt inzwischen schon der Auftritt von drei untadeligen Landespolizisten bei einer Demo für Grundrechte, die als „Corona-Leugner“ verunglimpft und in die Nähe von Rechtsextremen gerückt werden. (DM)