Melbourne: Weil sie zu Protesten gegen Ausgangssperren aufrief: Schwangere wurde verhaftet!

Symbolfoto: Von Thawornnurak/Shutterstock

Vor den Augen ihrer zwei Kinder und ihres Partners wurde eine schwangere 28-Jährige im australischen Bundesstaat Victoria verhaftet. Sie hatte zuvor auf Facebook zum Protest gegen verhängten Ausgangssperren aufgerufen. Das rief die Polizei auf den Plan, die zu dritt ins das Zuhause der jungen Frau marschierten und ihr Handschellen anlegten.

Zoe Buhler aus Miners Rest in der Nähe von Ballarat versteht die Welt nicht mehr: „Meine beiden Kinder sind hier. Ich habe in einer Stunde einen Ultraschall-Termin. Gerne lösche ich den Beitrag“, versucht die junge Frau zu erklären. „Ich verstehe nicht wirklich, was ich falsch gemacht habe. Das ist lächerlich. Ich wusste nicht, dass ich etwas falsch gemacht habe“, so die Schwangere bei ihrer Festnahme. Das Video ihrer Verhaftung löst in den USA und in Großbritannien Entsetzen aus.

Ihre Straftat: Sie hatte auf Facebook zum „Tag der Freiheit“ in Victoria aufgerufen, um gegen den verhängten Corona-Lockdown zu protestieren. Die Regierung hätte extreme Maßnahmen ergriffen und würde mit Hilfe der Medien Angst verbreiten um Protest zu unterdrücken, hatte es in ihrem inzwischen gelöschten Facebook-Eintrag geheißen. “Hier in Ballarat können wir eine Stimme für diejenigen sein, die sich in der vierten Stufe des Lockdowns befinden. Wir können gesehen und gehört werden und hoffentlich etwas bewirken! “, heißt es in ihrem „verbrecherischen“ Aufruf laut The Guardian.

„Jede Versammlung dieser Art stellt einen offensichtlichen Verstoß gegen die Anweisungen des Chief Health Officer dar und gefährdet das Leben der Viktorianer“, heißt es in einem Statement der Polizei. Man habe bereits im Rahmen einer laufenden Untersuchung wegen der Planung und Förderung von Protestaktivitäten in Ballarat Maßnahmen ergriffen“, so die Behörden weiter. „Diejenigen, die immer noch daran denken, am Samstag an dem Protest in Ballarat teilzunehmen, können eine schnelle und entschlossene Reaktion der Polizei erwarten“, so die Drohung an alle „Aufrührer“.

Die dortige linke Labor-Regierung hatte am 2. August den Katastrophenfall ausgerufen und sperrt seitdem ihre Bürger zu Hause ein. In Melbourne wurde zwischen 20 und 5 Uhr morgens eine Ausgangssperre verhängt. Am Tage dürfen die „Untertanen“ nur noch aus wichtigen Gründen oder zum Einkaufen das Haus verlassen, teilte die Regierung mit. Bewohner von Melbourne dürfen seither nur noch in einem Radius von fünf Kilometern zum Einkaufen gehen oder Sport machen. Schüler werden in Victoria von zu Hause aus unterrichtet, Kindertagesstätten sind geschlossen.

In dieser Wochen hat der viktorianische Ministerpräsident Daniel Andrews angekündigt, dass er einen Zeitplan veröffentlichen wird, um die Sperrbeschränkungen der vierten Stufe am Sonntag zu beenden und in die dritte zurückzuschalten. Insgesamt sind in Victoria im Zusammenhang mit einer Corona-positiv-Testung bei einer Einwohnerzahl von mehr als 6 Millionen Menschen 591 Todesfälle verzeichnet worden. (MS)