Corona – die Rache für Aids?

Schwule "Covidioten" maskenfrei auf Du und Du beim CSD?(Foto:Imago/Siebinger)

Ist Sars-CoV2 womöglich nur für Heteros gefährlich, genauer: heteronormative, white-privileged faschistoid-bürgerliche Spießer, die ihre Nazigesinnung hinter dem Eintreten für Grundrechte verbergen – während die Gay-Community unterm Regenbogen dagegen automatisch gefeit ist? Den Eindruck könnte man bekommen, wenn man sich das Schweigen der Medien über die diesmal nicht etwa (nur) in Berlin, sondern in bundesweit zahlreichen Städten abgefeierten Christopher-Street-Day-Kundgebungen vergegenwärtigt.

Wie schon bei den „Black Lives Matter“-Demos beweist das Virus auch hier eine erstaunliche soziale Intelligenz durch selektive Folgenschwere beim „leichtfertigen Umgang“ mit seiner Verbreitung: Wenn in Dresden oder Magdeburg die schrillen LBGT-Horden auf Tuchfühlung gehen und ihre „Nächstenliebe“ – anscheinend nach dem inoffiziellen Motto „Anal, vaginal, illegal, scheißegal“ – masken- und abstandsfrei ausleben, dann bleibt der Eindruck eines großen Friedensfestes vorbildlicher, wohlgesinnter Menschen, die natürlich nie jemand anderen gefährden würden. Schwule sind, wie Schwarze, ausnahmslos nett. Erstaunlich, dass „queer lives matter“ noch nicht zur Parole erklärt wurde. Medien erkennen die eigene Schizophrenie nicht mehr, wenn sie innerhalb einer Woche ein und dasselbe Phänomen völlig entgegengesetzt bewerten – und zusätzlich sogar noch manipulativen Tricks wie Farbfilter zum Einsatz bringen:

(Screenshot:Twitter)

Die „rechtsextremen Covidioten“ der Freiheits- und Querdenken-Demos vom vorletzten Wochenende hingegen mit ihrem reaktionären Familienbild, Vater-Mutter-Kind (die deutschen Qualitätsmedien zufolge ja sowieso entweder irre, AfD-Wählen oder „Reichsbürger“ sind), konnten sich hingegen sogar proaktiv an in diesem Fall penibel durchgesetzte Auflagen halten und deutlich mehr Regeltreue als die CSD-„Demonstranten“ an den Tag legen – es half ihnen nichts, sie wurden drangsaliert und dann gewaltsam aufgelöst.

Doch kein Polizist, kein neostalinistischer Innensenator oder -minister schritt gegen die Regenbogenaktivisten ein. Das Ganze erinnert mit diesmal umgekehrten Vorzeichen an die Versuche von (damals noch vergleichsweise konservativen) Mainstream und Presse und in den 1980er Jahren, Aids als ein Phänomen der damals noch verpönten Randgruppe Homosexueller abzutun – eine groteske Lüge, die schon nichts mehr mit der Realität zu tun hatte, als sich die Öffentlichkeit trotzdem nur auf schwule Infizierte stürzte.

Bei Corona sind an Neuinfizierten und Erkrankten (sofern es sie denn vereinzelt noch gibt) natürlich immer nur die Covidioten, die Leugner, die rechten und regierungsfeindlichen Verharmlosen und „Rücksichtslosen“ verantwortlich – während dieselbe Rücksichtslosigkeit bei Gays, People of Color, Migranten, Autonomen und anderen heiligen Kühen des Linkstaats zur Tugend wird. (DM)