Böhmermann: Super-Spreader des Hasses im Auftrag des Staatsfunks

Jan Böhmermann (Foto:Imago/DeFodi)
Neun Monate nach der WDR-Kinderchor-Affäre („Oma ist ne alte Umweltsau“ bzw. später dann „Nazisau“) machen sich zwangsgebührenalimentierte Staats-„Künstler“ erneut frisch ans Werk, um die Kernaltersgruppe der eigenen Zuschauer, die verhassten reaktionären Senioren, aufs Übelste zu verhetzen. Diesmal war es Jan Böhmermann, Hohepriester der Hassrede, mit seinem Twitter-Bonmot zu Bundesinnenminister Horst Seehofer – „Fick Dich, Opa“ – ganz auf dem Niveau seiner Fangemeinde zeigte, dass bestimmte Menschen hierzulande alles dürfen, während andere schon für weit weniger Strafbefehle kassieren.
Dass die Öffentlich-Rechtlichen einer talentfreien Dreckschleuder wie Böhmermann nicht nur die Bühne gibt, sondern ihn geradezu als subversiven Star feiert, der anscheinend Narrenfreiheit besitzt, kann dabei nicht alleine mit der latent linksextremen, gerontophoben und migrantophilen Grundausrichtung der Staatssender erklärt werden – auch wenn es in Böhmermanns Tweet natürlich wieder mal um Moria und die Weigerung Seehofers ging, der bedingungslosen Aufnahme möglichst aller „Flüchtlinge“ nachzukommen.
Hier scheint eher eine unterschwellige Agenda abgespult zu werden, die die Diskurshoheit und Maßstäbe der Debattenkultur – oder was davon übrig ist – weiter verschieben will: So wie in Berlin ernsthaft darüber nachgedacht wird, Demonstrationen nur noch für bestimmte politische Richtungen zu erlauben, so sollen auch im Medien- und Kulturbetrieb wie auch in der politischen Tagesdiskussion bestimmte Ausdrucksformen nur noch den „Guten“, den moralisch Überlegenen, selbsternannten Aposteln von Demokratie und „Vielfalt“ zugestanden werden – während sich andere für exakt dieselben Ausdrucksformen die Finger verbrennen.
(Screenshots:Twitter)
Während jeder konservative Blogger, jeder Facebook-Nutzer und jeder Prominente, der frei sagt, was er denkt, schnell zum Opfer von Sperr- und Löschaktionen, von Shitstorms, Mundttotmachungen und Bloßstellung von sogenannten „Faktencheckern“ werden kann, der soziale und berufliche Ächtung riskiert und sich womöglich rechtlich für „Hassrede“ verantworten muss: Da dürfen linke Stammtischaktivisten wie Böhmermann, solange nur ihr hehres Ansinnen stimmt, den Zorn der Gerechten ausleben und ins unterste Kloakenfach greifen.
Es war demgemäß auch nicht das erste Mal, dass sich Böhmermann kalkuliert im Ton vergriff. An die Adresse von Österreichs damaligem Innenminister HC Strache twitterte er einst: „Ich will Dich brennen sehen„. Die Invektive vom „Ziegenficker“ Erdogan wurde damals als Satire durchgewunken (auch wegen der von Böhmermann bewusst provozierten und von ihm anschließend obereitel selbst ausgeschlachteten Strafanzeige des türkischen Präsidenten, wodurch der Fall zum Prüfstein der Pressefreiheit hochgeschwurbelt wurde) – obwohl es sich bei Böhmermanns Erdogan-Gedicht, natürlich, um eine Aneinanderreihung rassistischer Stereotypen aus der Mottenkiste rechtsradikaler Ausländerfeinde der 1970er und 1980er handelte. Aus dem Mund eines ZDF-Hofnarren vorgetragen, erlangte sie dann freilich „Kunstcharakter“.
Seinem ÖRR-Kollegen Dieter Nuhr riet Böhmermann zuletzt: „Fresse halten„. Und jetzt also die Anti-Seehofer-Breitseite: „Fick Dich, Opa„. Nicht nur der Blogger Niklas Lotz aka „neverforgetniki“ stellt sich hier die berechtigte Frage: Wieviel Hassrede hat eigentlich Platz bei ARD und ZDF? Handelt Böhmermann hier gar mit Einverständnis der Intendanten, die sich einen solchen Pöbler, Hetzer und Hatespeech-Musterknaben weiterhin leisten?
Allerdings scheint irgendeinem der Programmverantwortlichen diesmal dann doch etwas unwohl geworden zu sein; vielleicht nahmen sie sich ihren Polit-Tourette-Kasper zur Brust: Denn Böhmermann löschte den Seehofer-Tweet dann wenig später wieder. Natürlich nicht, ohne seine Uneinsichtigkeit zu bekunden und noch eins draufzusetzen:

Man beachte auch hier wieder den inflationären, beliebigen Gebrauch des Begriffs „Satire“. Satire hat ein Jan Böhmermann bis heute noch nicht einmal abgeliefert. Es ist ein Haufen Müll, anspruchslose Provokationen ohne die geringste Schöpfungshöhe, Wohlfühl-Pöbeleien auf Fokal-Level. Erst über alle Stränge schlagen, dann zurückrudern. Die „Welt“ schreibt“, Böhmermann habe damit „…die Postironie perfektioniert. (…) Als unbegabter Komiker mit politischer Mission sucht er sich je nach Situation aus, ob er etwas ernst und politisch oder doch nur ironisch meint… Dieses System kennt man vom ZDF-Moderator: Ernst gemeint ist es immer nur dann, wenn es keinen Ärger gibt.