Dicker Kracher: Die kommunistische Frau sinniert in den „Belltower-News“ über „Incels“

500 französische Feministinnen demonstrieren in Unterwäsche gegen das "Modediktat" - Foto: Imago

Bei den „Belltower News“ der Amadeu-Antonio-Stiftung erschien ein sehr entlarvendes Interview mit der Autorin und Publizistin Veronica Kracher zum Thema „Incels“. Als „Incels“ bezeichnen sich Männer, die unfreiwillig zölibatär leben (involuntary celibate). Wollte man die Einlassungen von Frau Kracher für repräsentativ halten, müsste man stante pede zum „Vocel“ werden (voluntary celibate). Vocelfack – die Mädchen … Medienkritik.

von Max Erdinger

Es gibt eine weltweit vernetzte „Incelszene“. Als „Incels“ bezeichnen sich Männer, die „unfreiwillig zölibatär“ leben. Das Dumme daran ist: Sie leiden darunter. Das müsste nicht sein. Ein alter Bob Marley Song könnte stattdessen für gute Stimmung bei den „Incels“ sorgen: No woman no cry. Aber darum geht es in dem Interview mit Frau Kracher nur am Rande. „Incels“ sind nämlich nicht nur pentrationsabstinent, sondern – wenn es nach Frau Kracher geht – brandgefährliche Subjekte. Genauer: Sie sind rechtsradikale, antifeministische und von Gewaltphantasien beseelte Männchen, bis Oberkante Unterlippe angefüllt mit Selbstmitleid und Minderwertigkeitskomplexen. Ihr Hormonstau macht sie zu tickenden Zeitbomben, zu einer Gefahr für die gesamte Gesellschaft. Noch genauer: Incels sind die „Spitze des patriarchalen Eisbergs“. Wenn das wahr sein sollte, dann hätte meinereiner bisher etwas Wesentliches glatt übersehen.

Ein kurzer Wahrscheinlichkeitstest

Es läßt sich leider nicht vermeiden, daß der kluge Mensch erst einmal zur Kenntnis nimmt, wer sich zu bestimmten Themen äußert und wer ihm die Plattform für seine Äußerungen zur Verfügung stellt, ehe er sich inhaltlich mit den entsprechenden Einlassungen beschäftigt. Dem tragen auch die „Belltower News“ Rechnung, indem sie dem Leser als erstes erzählen, um wen es sich bei Frau Veronika Kracher handelt.

Veronika Kracher, 1990 in München geboren, ist Autorin und Publizistin. Sie schreibt über Feminismus, Antisemitismus, Popkultur und die amerikanische „Alt-Right“ für u.a. „konkret“, die „Jungle World“ und „Neues Deutschland“. Ihr erstes Buch, „Incels: Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“, erscheint im November im „Ventil Verlag“.“ – und nun zur Wahrscheinlichkeit: In dem Kracher-Buch über die „Incels“ steht viel, an dem man bei der linkspopulistischen Amadeu-Antonio-Stiftung großen Wohlgefallen findet, weswegen man das Buch per Interview bewirbt. Möglicherweise lesen mehr Leute die „Belltower News“, als das „Neue Deutschland“. Die Auflage des „Neuen Deutschland“ lag zuletzt bei knapp unter 20.000.

Die „Belltower News“ wiederum wurden zunächst unter dem Namen „Netz gegen Nazis“ von der Wochenzeitung „Die Zeit“ gegründet. Initiatoren im Jahre 2007 waren der dortige Chefredakteur, Giovanni di Lorenzo, und der Verleger Stefan von Holtzbrinck. Dabei fungierte das heute noch der „Zeit“ angegliederte Blog „Störungsmelder“ als Vorbild. Die Absicht hinter den „Belltower News“ beschreibt Giovanni di Lorenzo sinngemäß folgendermaßen: Ein bundesweiter Kummerkasten sollte geschaffen werden, in dem „Betroffene einander Rat geben können, was zu tun ist, wenn rechtsextremistisches Gedankengut in ihren Alltag eindringt“. – „Eindringen“ – „Incels“ – da klingelt´s doch? Wir haben es als Betroffene der linken – und als Widerständler gegen die linke Gehirnwäsche höchstwahrscheinlich mit einem typisch feministischen Versuch zu tun, uns ein völlig verschobenes Weltbild als relevant anzudienen. Diese These gilt es, in der folgenden Medienkritik zu bestätigen oder zu entkräften. Wahrscheinlich werde ich sie trotz meiner großen Unvoreingenommenheit bestätigen. Ende des kurzen Wahrscheinlichkeitstests.

Der brave Nicholas Potter darf für „Belltower News“ die Fragen stellen. Also fragt er, der geläuterte Patriarch, brav alles, wozu sich die mordgescheite Frau Veronika Kracher gern auslassen möchte.

Belltower News: Sehen Sie den weltweiten gesellschaftlichen Rechtsruck als Symptom toxischer Männlichkeit?

Frau Kracher: Antifeminismus war ja schon immer eine Reaktion auf feministische Kämpfe und eben auf das Bröckeln einer patriarchalen Hegemonie. Das hat Hedwig Dohm bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in ihrem Buch „Die Antifeministen“ geschrieben, eine Polemik gegen Antifeministen. So ist den Emanzipationskämpfen marginalisierter Gruppen schon immer mit einem Backlash, mit einer massiven Gewalt der Herrschenden begegnet worden, weil diese um ihre Hegemonie fürchten. Für den rechten Backlash, den wir momentan erleben, spielt der Antifeminismus eine riesige Rolle, er fungiert als Einstiegsdroge in rechtsradikales Denken. Und die Bevölkerungsgruppe, die am anfälligsten für faschistische Ideologien ist, sind junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren.

Ah, der gute alte Klassenkampf muß wieder herhalten. Sapperlott. Originell ist das nicht. Aber erleichtert bin ich, daß sich die Kracherin auf eine Polemikerin names Hedwig Dohm bezieht. Bei meinem Hang zur Polemik erleichtert das die Mädchen … Medienkritik ganz enorm. Ganz falsch ist das nicht mal, was die Kracherin da erzählt. Nur sieht sie es halt wie üblich wieder mit den Augen der Feministin, nicht mit denjenigen der Objektivistin. Es ist so: Als ich einmal im Görlitzer Park zu Berlin einen der drogendealenden Herren, welchen dort ein Denkmal gesetzt worden ist, hinter vorgehaltener Hand nach einem „Tütchen Antifeminismus“ fragte, hatte er keines. Das sind ganz lausige Drogendealer. „Droge Antifeminismus“ kennt dort keiner. Alles dumme Männer.

Tatsächlich war es bei mir als einem stinknormalen, sozialdemokratistischen Meinungs- und Durchschnittslinken vor ungefähr zwanzig Jahren so, daß es der Feminismus gewesen ist, welcher meinen Einstieg in den Ausstieg aus dem linken „Denken“ einläutete. Feministische Propaganda und eigene Lebenserfahrung waren partout nicht mehr unter einen Hut zu bringen. Das war ein zäher Ausstieg. Es dauerte ungefähr fünf Jahre, bis ich mir eingestehen mußte, daß es ein generelles linkes Scheinargumentationsschema gibt, nach dessen Regeln auch der dogmatische Feminismus funktioniert. So schizophren wie die Feministen „argumentieren“ Linke in sämtlichen Zusammenhängen. Bei mir wirkte der Antifeminismus jedenfalls als Ausstiegsdroge. Der Entzug war hart. Jahrzehntelange Freundschaften sind zerbrochen. Dabei bin ich während meiner Jahre als Gewohnheitslinker alles andere als ein „Incel“ gewesen. Erschütternd war das Eingeständnis, das ich mir selbst machen mußte. Jahrzehntelang war ich über mein eigenes Gemächt gestolpert. Rückblickend ist es schier unglaublich, daß ich viele Nächte mit einer damals sehr geliebten Frau verbrachte, die im Kopfe Klaus Theweleits Buch „Männerphantasien“ aufschlußreich gefunden hatte. Dabei handelt es sich um das ganz besonders übel verallgemeinernde Machwerk eines APO-Aktivisten, welches im Kontext einer Aufarbeitung des Nationalsozialismus entstanden ist. Nach dem jahrelangen Studium feministischer Schriften von Marilyn French, Valerie Solanas, Andrea Dworkin, Alice Schwarzer u.v.a. sowie der Gegenüberstellung zu Schopenhauer, Möbius und Rosamunde Pilcher stand ich da mit der Erkenntnis: Alter, bist du doof gewesen. Kein schönes Gefühl. Und Gefühle sind wichtig, habe ich recht?

Es ist wohl so: Die Tatsache, daß „der Feminismus“, – den es so gar nicht gibt, weil das eigentlich nur der Oberbegriff für die verschiedensten feministischen Strömungen ist -, inzwischen in seiner Form als „Gleichheitsfeminismus“ institutionalisiert werden konnte, liegt daran, daß die wenigsten wissen, was das eigentlich genau sein soll, dieser ominöse „Feminismus“. Wer nicht weiß, daß die zwei Hauptströmungen im Feminismus der Gleichheitsfeminismus und der Differenzfeminismus sind, der merkt natürlich auch nicht, daß dieser institutionalisierte Gleichheitsfeminismus immer dann, wenn er konsequent Nachteile für Frauen, resp. Vorteile für Männer fordern müsste, sich scheinargumentativ beim Differenzfeminismus bedient. Das ist die reine Rosinenpickerei – und sie geht immer zu Lasten von Männern. Das funktioniert wie im folgenden Beispiel: Weil Frauen und Männer gleiche Rechte („gleich“ übersetzt mit „identisch“) haben sollen, dürfen sie bei der Bundeswehr Karriere machen und auch zu Vorgesetzten von Männern werden. Das ist der gleichheitsfeministische Gedanke. Weil Frauen aber nicht nur gleich, sondern zugleich auch anders sind als Männer, dürfen sie lt. Soldatengesetz nicht als Kanonenfutter verheizt werden. Das ist der differenzfeministische Gedanke. Gleichheits- und differenzfeministische Ansätze nach Frauengusto miteinander vermischt (Männer dürfen nicht Gleichstellungsbeauftragter werden), ergibt den sog. deutschen Feminismus, den institutionalisierten. Das alles passiert in einem Land, in dem für bald alles soziologische Erklärungsmuster herangezogen werden. Resultat: Die Arschkarte ziehen immer nur die Männer. In keinem der Zinksärge, die aus Afghanistan zurückgekommen sind, lag eine tote Soldatin. Das waren alles Soldaten. Über fünfzig sind es gewesen. Aber die Frau Verteidigungsministerin …

Und oh Wunder: Obwohl es nun Frauen sind, die im Kanzleramt und in den Ministerien sitzen, obwohl es Heerscharen von Journalistinnen und Talkshow-Moderatorinnen gibt, interessiert sich nicht eines dieser Weiber recht soziologisch dafür, wie es wohl kommt, daß die Differenz bei der durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen binnen eines einzigen Jahrhunderts um fast das Sechsfache (!) zu ihren Gunsten angewachsen ist. 1920 lag die Differenz bei etwa einem Jahr, heute sind es sechs Jahre. Nun bin ich als Mann wirklich der letzte, der beim Staat oder bei den Soziologen wegen seiner Lebenserwartung ein Riesengeplärr anfangen würde. Ich weiß schon, wie ich mich verhalten könnte, um möglichst lange zu leben. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: Feministinnen, die ständig für sich reklamieren, daß sie die „menschlicheren die Menschen“ seien, Frauen also, die sich „aus den Fängen des Patriarchats befreit“ haben, entpuppen sich als ordinäre Egozentrikerinnen, die bei aller soziologischen Denke nicht die Bohne am Ganzen interessiert sind, sondern lediglich an ihrem eigenen Vorteil. Einen derartig plakativen Aussetzer hätte sich kein wahrer Patriarch jemals erlaubt.

Die toxische Weiblichkeit

Der brave Nicholas Potter von den „Belltower News“ und die mordsmäßig sendungsbewußte Frau Veronika Kracher benutzen die Phrase von der „toxischen Männlichkeit“ – keine Überraschung – mit einer Selbstverständlichkeit, die einen schaudern läßt angesichts der Tatsache, daß sie sich in anderen Zusammenhängen absolut gegen jede Form von „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, „Pauschalisierungen“, „Vorurteilen“ und „volksverhetzender Haßsprache“ stellen würden. Damit illustrieren sie nur einmal mehr, was das deutsche Grundübel der Gegenwart ist: Der Verlust jener Fähigkeit zur Selbstreflexion, welcher zu gnadenloser Selbstgerechtigkeit führt. Die denken sich vermutlich nicht einmal mehr etwas, wenn sie „toxische Männlichkeit“ sagen. Ich hingegen denke mir durchaus etwas, wenn ich behaupte, daß der eigentlich liebenswerte, tendenziell gefühlige Subjektivismus von Frauen dann „toxisch“ wird, wenn er an die Schalthebel der Macht kommt. So viel steht fest: Fairness ist kein weibliches Konzept. Sie brauchten es für die längste Zeit der Menschheitsgeschichte nicht, da sie ohnehin von „toxischen Männern“ beschützt wurden, die allerdings sehr auf dieses Konzept angewiesen waren.

Wenn Frau Veronika Kracher also schon die Polemikerin Hewig Dohm und den Anfang des 20. Jahrhunderts bemüht: Im April 1912 ging die Titanic unter. Wer brüllte damals das Kommando „Frauen und Kinder zuerst!“ – ? Waren das „toxische Männer“ und „Antifeministen“? Hier haben wir sie wieder in Reinkultur, die „feministische“ Rosinenpickerei. Wieviel polemischen Widerspruch hätten sie denn von Frau Hedwig Dohm bekommen, die „toxischen Männer“ damals, auf dem nächtlichen Atlantik direkt neben dem Eisberg? – Aha, keinen. So funktioniert das heute noch. Nur eben mit mir und anderen Antifeministen nicht. Wir mögen Frauen schon, aber Feministen hassen wir wie die Pest. Weil wir zu clever sind für „den Feminismus“, und weil wir einen Betrugsversuch hundert Meter gegen den Wind identifizieren können. Weiblichkeit wird „toxisch“, sobald sie an die Macht kommt. Ja, das ist eine Pauschalisierung und ich mache mich damit angreifbar. Deshalb versichere ich hiermit, daß mir der Satz bekannt ist, demzufolge eine Ausnahme die Regel bestätigt. Aber zurück zum Interview bei den „Belltower News“.

Frau Veronika Kracher mit dem nächsten Kracher: „Frauenhass ist ja etwas gesellschaftlich Konstituierendes. In meinem Buch beziehe ich mich auf den Geschlechterforscher Rolf Pohl, der schreibt, dass die heterosexuelle männliche Betrachtung weiblicher Sexualität immer pathologische Züge hat. Der durchschnittliche Hetero-Mann fühlt sich von weiblicher Sexualität einfach herausgefordert und bedroht. Deswegen muss er sich unter männliche Herrschaft werfen. In patriarchalen Verhältnissen wird dem Mann gesagt, dass er autonom zu sein habe. Dass man eine Frau begehrt, zeigt einem aber, dass man nicht autonom sein kann und Frauen doch braucht. So muss er sich als Folge seiner hegemonial-männlichen Sozialisierung von den eigenen weiblich konnotierten Anteile abspalten. Ingeborg Bachmann schrieb schon in ihrem Buch „Malina“ den schönen Satz: Alle Männer sind krank. Alle. Und „Incels“ sind keine Ausnahmeerscheinung, sondern die Spitze des patriarchalen Eisbergs.

Jede Wette, daß sie sich für solche Sätze noch nicht einmal schämt, die Frau Veronika Kracher. Gut, daß es Rolf Pohl und Ingeborg Bachmann gibt, hinter denen frau ihre eigene intellektuelle Dürftigkeit gut verstecken kann. Der „durchschnittliche Hetero-Mann“, meine Güte. Es ist ganz einfach so: Der Mensch im Sinne von „die Menschheit“ besteht nun einmal aus zwei Geschlechtern. Daß jeder Mensch ungeachtet seines Geschlechts ein völlig eigenständiges Individuum sei, ist zwar schön freiheitlich gedacht, aber die Biologie kümmert sich einen dicken Scheiß um „schöner denken“. Erst zusammen sind Mann und Frau „der Mensch“. Die Attitüde, mit der Frau Veronika Kracher jenen bemitleidenswerten Denkbeschränkten gegenübertritt, die sich selbst als „Incels“ definieren, würde ich als Zynismus bezeichnen. Ja, diese „Incels“ haben ein riesiges Problem: Sie betrachten Frauen völlig zu Recht als den Teil ihrer selbst, der ihnen fehlt. Weil sie aber zugleich genauso Kinder jener Zeit sind, deren Kind auch Frau Veronika Kracher ist, suchen sie die Schuld für ihr Unwohlsein tatsächlich bei anderen. Das ist zwar verkehrt, systematisch betrachtet aber nicht außergewöhnlich. Heutzutage ist jedermann jederzeit das Opfer irgendeines anderen – und sei er das Opfer des Nachbarn, der am Grillabend nach 22 Uhr noch laut mit den Gästen in seinem Garten schäkert. Jeder hat Ansprüche gegen jeden anderen. Ratgeber gibt es ohne Ende: „Deine Rechte“. Den Anderen, der einen nervt, einfach mal – auch im übertragenen Sinne – in den Arm zu nehmen und ihn aufzufordern, sich seinen Kummer von der Seele zu reden, das war vielleicht anno dunnemals eine Option. Größe war früher, kniefieselige Kleingeisterei ist heute. Heute nervt der Andere nur noch. Der „ganz Andere“ nervt ganz extrem. Das ist die „totalberechtigte menschliche Gesellschaft“ der Linken, die noch viel mehr ausgesprochen häßliche Seiten hat.

In einer solchen „totalberechtigten menschlichen Gesellschaft“ denkt man in genau den Kreisen, für die Frau Veronika Kracher spricht, über die Legalisierung des Neonatizids nach, also über die legale Tötung von (mißgebildeten) Neugeborenen. Einer der Befürworter ist Frau Merkels Leib- und Magenphilosoph, der Australier Peter Singer. Für gesunde Neugeborene gilt inzwischen als diskutabel, daß man sie als „Klimakiller“ begreift und daß man deshalb dem „Antinatalismus“ anhängt. Es ist nicht zufällig Frau Verena Brunschweiger gewesen, Lehrerin und SPD-Mitglied, die den Wert respektive den Unwert menschlichen Lebens an seinem Kohlendioxid-Ausstoß messen wollte. Sie hat sogar ein Buch zu dem Thema geschrieben. Wen das Menschenbild solcher „Progressistinnen“ nicht an gänzlich unselige Zeiten („Euthanasie“) erinnert, der hat wohl den wesentlichen Übelstand nie begriffen, der zivilreligiöse Sozialisten von rot über grün bis braun eint: Der einzelne Mensch ist nichts, seine Funktion für das Ganze hingegen alles. Zur Zeit muß er als fleischgewordene Litfaßsäule Werbung für eine regierungsamtlich erwünschte, realiter jedoch unbegründete Hysterie machen, indem er sich per Maske die unausgesprochene Behauptung ins Gesicht zwingen läßt, er fühle sich als „verantwortungsvoller Teil des Kollektivs“ von einem Virus bedroht. Das sind die Zeiten, in denen sich eine Frau Veronika Kracher über „Incels“ ausläßt, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, daß auch „Incels“ argumentativ den einen oder den anderen Punkt machen könnten. Das können sie.

Sexismus und sexuelle Belästigung

Hätten Sie gewußt, daß der Exhibitionismusparagraph nur für Männer gilt und daß es weiblichen Exhibitionismus im Strafrecht gar nicht gibt? Theoretisch könnte eine deutsche Frau völlig nackend durch die Gegend laufen, ohne daß es rechtlich etwas daran auszusetzen gäbe. Heerscharen meist gutaussehender Frauen lassen sich Tag für Tag knapp bekleidet und in lasziven Posen für die Werbung fotografieren, um dann im öffentlichen Raum verführerisch von überlebensgroßen Plakaten herunterzugrienen. Zwingt sie jemand dazu? Oft genug steigen sie – im übertragenen Sinne – von diesen Plakaten auch herunter und stöckeln hochnäsig durch die Fußgängerzonen, sich den Blicken tausender von Männern präsentierend, die sie allesamt nicht interessieren. Aber wehe, es pfeift ihnen auch nur einer dieser Männer anerkennend hinterher. Dann ist er das „Schwein“, nicht sie selbst. Was ist Sexismus? Wer belästigt da wen genau sexuell? Aus diesem Blickwinkel haben Sie das noch nie betrachtet? Eine solche Frage zu stellen, ist Ihnen noch nie in den Sinn gekommen? Da können Sie mal sehen, wie gründlich die feministische Propaganda wirkt. Im heutigen Geschlechterverhältnis haben praktisch nur die Frauen Rechte. Männer hingegen haben die Pflicht, ihre eigene Kreatürlichkeit zugunsten der Durchsetzung von „Frauenrechten“ zu verleugnen. Auch die sogenannten „Incels“, oft unattraktive Männer ohne Geld, dafür mit kleinen Pimmeln und riesigen Pickeln vielleicht, sind ständig dem zum Frauenrecht geadelten, weiblichen Exhibitionismus und dem unterschwelligen Signal ihrer Verfügbarkeit ausgesetzt. Pornös geht´s zu bald überall. Und sie merken ständig, daß das alles nicht für sie gedacht ist. Auch Incels werden permanent „angeheizt“. Ich nenne diesen feministischen Frauenberechtigungswahn einen rücksichtslosen Östrogenalfaschismus. Der bekommt publizistischen Raum ausgerechnet bei den „Belltower-News“, dem Fachblatt für „Antifaschisten“ jedweder Art.

Da ist es nur zu natürlich, daß diese „Incels“ nach Rache und Genugtuung lechzen dafür, daß ihnen ihre Sexualinferiorität östrogenalfaschistisch täglich dick aufs Butterbrot geschmiert wird. Und weil sie Männer sind, äußert sich das eben anders, als bei weiblichen „Incels“. Die fressen ihren Frust in sich hinein, ritzen sich vielleicht und werden generell autoaggressiv, weil ihnen die Möglichkeit verwehrt bleibt, sich narzisstisch vor dem Spiegel an sich selbst zu ergötzen. Nur würde die pickeligen Pummelchens niemals jemand „Incels“ nennen, obwohl sie ebenfalls genau das wären: Unfreiwillig zölibatär. Das sind arme, benachteiligte Hascherln, die zum Opfer von – natürlich – „männlichem Lookismus“ werden, der sie auf ihre Äußerlichkeit reduziert. Als ob es nicht ihre eigenen, besser aussehenden Geschlechtsgenossinnen wären, die den „männlichen Lookismus“ seit eh und je für ihre eigenen Zwecke nutzen. Es gibt dieses treffende Bonmot, demzufolge schöne Frauen für Sex alles das bekommen, was ihnen wichtiger ist als Sex. Und von wem bekämen sie es? – Aha. Aber die „Incels“ wären völlig aus sich heraus und gänzlich ohne weibliches Zutun rechtsradikale Zeitbomben, eine Gefahr für die Allgemeinheit? Da lacht ja außer den Hühnern wirklich niemand mehr.

Es dürfte wohl so sein: Der Frauenhass der männlichen Incels ist nichts weiter als das natürliche männliche Pendant zum Selbsthass weiblicher Incels. Männliche Aggressivität ist immer laut und polternd, die nicht minder gefährliche weibliche Agressivität hingegen leise und heimtückisch. Fakt ist: Weibliche Incels können beim heutigen Militär zu Vorgesetzten von männlichen Incels werden. Als Kanonenfutter verheizt werden dürfen laut Soldatengesetz allerdings nur die männlichen Incels. Eine derartige Ungleichbehandlung nennen linke Feministen „Gleichstellung“.

Was die „Belltower-News“ mit dem Interview von Frau Veronika Kracher abgeliefert haben, ist lediglich ein weiteres Indiz für meine inzwischen zwei Jahrzehnte alte Feststellung, daß das feministische Gequake zu großen Teilen nichts anderes ist, als das leichtsinnige Zurschaustellen eines vor Selbstgerechtigkeit nur so triefenden, weiblichen Subjektivismus, der sich die exotischsten Fremdwörter zusammenklaubt, um seine verabscheungswürdige Wesenshaftigkeit zu kaschieren. Es braucht schon reflektierte Männer, die nicht ständig über ihr eigenes Gemächt stolpern, um Frauen wie Veronika Kracher zu dechiffrieren. Als ehemaliger Matratzen-Leistungssportler, der auf seine alten Tagen bewußt zum „Vocel“ (voluntary celibate) geworden ist, kann ich die „Incels“ nur mit der Versicherung trösten, daß ihnen heutzutage nicht mehr viel entgeht, weil allein schon der zu treibende Aufwand und die Leidensfähigkeit angesichts des hanebüchenen Geschwätzes von „modernen Frauen“ in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zum „Nutzen“ stehen. Bei zweimaligem Geschlechtsverkehr in der Woche müsste man(n) sich für zehn Mal vögeln fünf Wochen lang das Genöle des weiblichen Bessermenschentums bieten lassen. Der Preis ist zu hoch. Wenn´s gar nicht mehr anders geht, entsinne man(n) sich des ältesten Gewerbes der Welt. Dort finden sich Expertinnen, die sich wirklich auskennen. Wer an einer langfristigen emotionalen Bindung und seelischer Treue interessiert ist, für den ist im gleichheitsfeministisch verseuchten Zeitalter ein Hund die erste Wahl. Es gibt nichts aufrichtigeres. Der feministische Verrat an der anderen Hälfte der Menschheit ist nämlich historisch ohne Beispiel. Das ist ein einziges, notorisches Herumgeopfere. Dennoch kommt gerade aus diesen Kreisen der Vorwurf an die „Incels“, sie seien diejenigen, die sich einen allumfassenden Opferstatus einbilden.

Feministische Alternative? – In Deutschland Fehlanzeige

Daß es auch aufrichtig argumentierende Feministinnen gibt, läßt sich nicht bestreiten. Das wären dann aber Differenzfeministinnen. Die sind selten. Eine ist in Deutschland für kurze Zeit berühmt geworden. Es handelt sich um Esther Vilar, Autorin von „Der dressierte Mann“ und „Das Ende der Dressur“. Das ist bald fünfzig Jahre her. Die in Argentinien geborene Ärztin mußte Deutschland vor Jahrzehnten verlassen, weil sie von ihren gleichheitsfeministischen „Schwestern“ aus der Schwarzer-Fraktion an Leib und Leben bedroht worden war. Sie lebt seither in Spanien und ist inzwischen hochbetagt. Esther Vilar hat eine sehr dezidierte Meinung zu jener linksdeutschen „Debattenkultur“, für deren verlogene Widerwärtigkeit sowohl die „Belltower-News“ als auch Frau Veronika Kracher hier wieder einmal einen eindrücklichen Existenznachweis geführt haben. Es ist inzwischen über zehn Jahre her, daß ich Esther Vilar inständig gebeten habe, sich erneut in die deutsche „Geschlechterdebatte“ einzuklinken. Sie winkte nur müde ab. Deutschland? – Sinnlos!