Späte Rache der SED: Die linken Tricks des Berliner Kultursenators

Das Gesicht der DDR 2.0: Bürgermeister und Kultursenator Klaus Lederer (Foto:Imago/FutureImage)

30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist der Realsozialismus in Berlin wieder in greifbare Nähe gerückt – und mitregiert wird dieser politische Abgrund von derselben Partei, die 1989 von der einzigen erfolgreichen Revolution auf deutschem Boden zum Teufel gejagt wurde. Die Arroganz, staatskriminelle Energie und antifreiheitliche Gesinnung der SED lebt in Apparatschiks wie dem linken Berliner Kultursenator Klaus Lederer unvermindert weiter – wie die Affäre um dessen Täuschungsversuch gegen den Untersuchungsausschuss zeigen.

Es war die „Welt am Sonntag„, die gestern auf Basis umfangreicher eigener Recherchen über einen handfesten Skandal um Lederers Mitwirkungsbereitschaft im Ausschuss berichtete. Das parlamentarische Gremium befasst sich mit der willkürlichen Entlassung des renommierten Historikers Hubertus Knabe als Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen vor zwei Jahren. Wie die Zeitung schreibt, hat Lederer dem Untersuchungsausschuss „umfangreiche Unterlagen vorenthalten“.

Abgeschossen wurde Knabe unter einem billigen Vorwand, er habe als Direktor der Gedenkstätte „strukturellen Sexismus“ geduldet – im damals noch aufgeheizten Klima der „MeToo“-Bewegung (einer Art Vorläuferbewegung von „Black Lives Matter“, nur mit der Fixierung auf angeblich plötzlich allgegenwärtigen „Sexismus“ statt „Rassismus“) ein Totschlagargument und somit die ideale Intrige, weil die Devise „schuldig bei Verdacht“ galt. Tatsächlich handelte es sich um eine Intrige Lederers, wie nicht nur der den SED-Altkadern und Neulinken seit jeher verhasste Knabe stets behauptete, sondern was auch von Vertrauten und loyalen Ex-Mitarbeitern bestätigt wurde. Genau darum dreht sich der UA.

Intrigenspiel und Schmutzkampagne gegen tadellosen Historiker

Weil Lederer ganz offensichtlich weit mehr zu verbergen hat als er zugibt, enthielt er den ermittelten Abgeordneten einfach Material vor, das „…die Senatskulturverwaltung dem Ausschuss zwingend (hätte) vorlegen müssen“, so FDP-Ausschussmitglied Stefan Förster. Den nicht vorgelegten Dokumenten kann der „Welt“ zufolge entnommen werden, dass und in welchem Ausmaß Lederers Behörde schon Monate vor Beginn der „MeToo“-Debatte versucht hatte, Knabe mit der frei erfundenen „Sexismus“-Keule zu erledigen und ihn so politisch zu demontieren. Laut Aktenlage soll sich Lederer in seinem Rachefeldzug immer wieder persönlich eingemischt und persönlich an „Strategieberatungen“ teilgenommen haben, in denen „Möglichkeiten erörtert wurden, wie man Knabe disziplinarrechtlich belangen könne“.

Solange nicht nur die DDR-Geschichte unaufgearbeitet bleibt, sondern die geistigen Erben Stalins, Ulbrichts und Honeckers in der Bundesrepublik unbescholten Karriere machen und sogar ihr Unwesen treiben dürfen, ist dieses Land weit davon entfernt, den Frieden mit seiner Geschichte gemacht zu haben – und diese besteht in ihren Schattenseiten nicht nur aus den Jahren 1933-1945, sondern im Osten definitiv auch aus den Jahren 1949-1989. Mit dem Unterschied, dass die Entnazifizierung heute, 80 Jahre nach dem Dritten Reich, leidenschaftlicher läuft denn je – während so etwas wie „Entsozifizierung“ nie auch nur im Ansatz begonnen wurde. (DM)