Ösi-Ärzte fordern: Risikogruppen-Monitoring statt unsinniger Massentests!

Kein Erbarmen mit den Jüngsten beim Corona-Test (Symbolbild:Imago/Zuma)

In Österreich kriegt die Corona-Politik aufgrund der dort ebenso wahllos und unstrukturiert verlaufenden Testpraxis jetzt die volle Packung – und ordentlich ihr Fett weg: Immer mehr Ärzten und Fachleuten platzt in der Alpenrepublik ob unsinniger Massentests der Kragen. Die Österreichische Gesellschaft für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (ÖGIT) warnt nun sogar explizit vor einem falschen Sicherheitsgefühl durch Testen ohne Anlass“. Lange dauert es hoffentlich nicht mehr, bis auch in Deutschland die öffentliche Meinung umschwingt. 

In der Stellungnahme der ÖGIT wird dringend gefordert, dass statt der ohne statistische Relevanz, ohne medizinische Notwendigkeiten und vor allem ohne gesundheitspolitische Strategie durchgeführten Willkür-Testexzesse das Verfahren endlich umgestellt wird – und zwar auf sinnvolle Screenings für einzelne Risikogruppen. In dem Dokument zur CoV-Testung, über das der österreichische „ORF“ berichtete, wird ausdrücklich betont, dass das Testen ohne Anlass zu einem „falschen Sicherheitsgefühl“ führe – denn auch ein negativer PCR-Nachweis sei nur eine Momentaufnahme, schließe eine Infektion nicht aus und entbinde niemanden von Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Ein weiterer Aspekt und Folgewirkung der massiv ausgeweiteten Testreihen ist der Kostenfaktor sowie der Ressourcenhorizont: „Präventives Testen belastet ohne begründeten Verdacht die vorhandenen Testkapazitäten„, heißt es in der Expertise. So verzögere sich unnötig die Identifizierung von wirklich erkrankten Personen. „Das unsystematische, unreflektierte, großflächige Testen sowie das Screenen im Tourismusbereich oder anderen Bereichen des Gesellschaftslebens (hauptsächlich gesunde und symptomlose Personen) ist kein geeignetes Mittel, um eine präzise Information zur epidemiologischen Situation zu erhalten bzw. um die Pandemie einzudämmen„, zitiert der ORF die Mediziner.

Auch Kosten und Kapazitäten verschwendet

So sei ein positiver PCR-Befund „bei einer symptomfreien Person“ noch keine Infektionsdiagnose und besage zudem rein gar nichts über die Infektiosität der getesteten Person aus. Hinzu kommt die mit extremen Unsicherheiten behaftete ÜCR_Testmethode. Sinnvoll seien die Test da, wo eine gewisse Vortestwahrscheinlichkeit gegeben sei – etwa bei Personen mit Covid-typischer Symptomatik oder und vorangegangener Exposition, oder „situationsbedingt“ in „besonders vulnerablen Bereichen“ des Gesundheitswesens wie beispielsweise Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen.

In Deutschland, wo die Regierung nur auf möglichst drastische, wenngleich mit Blick auf reale Krankheitsverläufe völlig aussagelose ABSOLUTE Zahlen schielt – Motto: „je höher, desto dramatischer“ – ist man von solchen pragmatisch-zielführenden Konzepten leider noch weiter entfernt als im Nachbarland… (DM)