Olaf Scholz, die arme Sau: Nicht reich trotz 30.000 Euro Haushaltseinkommen

Chancen rechnet sich die SPD bei der Bundestagswahl kommendes Jahr nicht einmal mehr selbst aus, obwohl sie auf einen vermeintlich wirtschafts- oder „Mitte“-kompatiblen Finanzminister Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten setzt, der die verheerende Außenwirkung der offen altsozialistisch- bis linksradikalen Parteispitze abmildern sollte. Doch er betreibt das genaue Gegenteil: Mit seinen jüngsten Aussagen schoss Scholz sich allerdings hochwirksam schon jetzt ins Abseits.

Denn was Scholz im „Haus- und Hof“-Gefälligkeitsinterview über seine eigenen finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse zum Besten gab, zeugt von einer Dekadenz, die selbst für eingefleischte SPD-Arbeiter/Arbeitnehmerverräter von ungewöhnlicher Qualität ist: Scholz, der es gemeinsam mit seiner Ehefrau Britta Ernst (die brandenburgische Bildungsministerin) auf über 30.000 Euro Brutto Haushaltseinkommen bringt, betrieb hier eine Form von Understatement, die auf die unverbrüchliche, verbliebene Rest-Stammklientel der Sozialdemokratie wie die pure Provokation wirken muss: „Ich verdien‘ ganz gut, als reich würde ich mich nicht empfinden“ so der Vizekanzler. Geht es noch abgehobener? Als was sollen sich dann Menschen „empfinden“, die mit 5 Prozent des Scholz’schen Gehalts brutto auskommen müssen?

Allgemeiner gefasst: Wenn Armut oder Reichtum neuerdings eine Frage der „Empfindung“ sind, dann ist zu fragen: Wo fängt denn nach dem „Empfinden“ dieses Finanzministers Reichtum an, wenn nicht bei über einer Drittel Millionen Einkommen pro Jahr? Und wie hält er es mit der zwar völlig bezugslosen, aber in Deutschland nach wie vor üblichen Definition des Armutsbegriffs, wonach als „arm“, der gilt weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens verdient? Das Supereinkommen der roten Karrieristen Scholz/Ernst, für die sich der Marsch durch die Institutionen satt gelohnt hat, ist unabhängig von seiner Höhe auch todsicher und krisenfest, da es vom Staat kommt.

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Mehr Absicherung und Rundum-Alimentierung geht nicht – ganz als im Fall der eigentlichen SPD-Kernwählergruppe, die Scholz ernsthaft zu überzeugen versucht: Diese müssen in Kurzarbeit oder in Corona-bedrohten Firmen um ihre Jobs bangen und jederzeit damit rechnen, von Hartz-IV zu leben. In dem Fall bekommen sie ihre Grundsicherung dann aus derselben Staatskasse wie das Ehepaar Scholz – nur „geringfügig“ weniger. Da wird es sie sicherlich trösten, dass sie nicht die einzigen sind, die sich „nicht reich“ fühlen – sondern dass es Scholz ebenso geht. (DM)