Lügner Söder: Ein Karrierist und Opportunist vor dem Herrn

CSU-Chef Markus Söder galt noch vor wenigen Jahren als konservativer Hoffnungsträger jenseits der Merkel-Linksunion, aber diesseits der AfD; von ihr wurde einst erwartet, dass er als natürlicher Erbe von Horst „Drehhofer“ die CSU wieder zu Profilschärfe und verantwortungsbewusster Realpolitik auf dem Boden von Recht und Gesetz zurückführen würde. Jedoch: Pfeifendeckel. Alle in ihn gesetzten Erwartungen hat Söder enttäuscht – und ist inzwischen zum schlimmsten Klon der linksgrünen, zeitgeistservilen Regierungspolitik mutiert.

Noch vor den letzten bayerischen Landtagswahlen hatte Söder sich in der Asylpolitik in der Rolle zu profilieren versucht, in der sein großer langjähriger Mentor Seehofer zuvor zweimal fulminant gescheitert war: Als scharfer, entschlossener Kritiker von Angela Merkel und ihrer erratischen, rechtsbrüchigen Asyl- und Flüchtlingspolitik. „Tichy’s Einblick“ (TE) zählte diese Woche einige der Highlights von Söders früheren Verlautbarungen auf; so sagte dieser damals etwa im ZDF-„Heute Journal“: „Die Menschen in Deutschland erwarten endlich eine echte Asylwende, eine Wende in der Flüchtlingspolitik„. In den Springer-Blättern „Bild“ und „Welt“ erklärte er, es gelte nun „alte Fehler zu beheben„. Unter anderem müsse der – wörtlich – „Asyltourismus“ beendet werden.

Und dabei gehe es keineswegs nur um die bevorstehenden Landtagswahlen, sondern um „eine tiefe Vertrauenskrise“ hinsichtlich der etablierten Politik, weshalb eine deutlich „strengere Asylpolitik jetzt umgesetzt werden muss„. Söder ging damals mit seinen Attacken gegen Merkels Wahnsinnskurs sogar noch weiter als Seehofer – und  forderte ausdrücklich einen deutschen Alleingang: Er glaube, dass erst dann „Bewegung in Europa kommt, wenn Deutschland einen klaren Akzent setzt“ und klarmache, dass es „seine eigenen Grenzen besser schützen kann„. Und in einem Gastbeitrag für die „Welt“ forderte Söder damals, im Juni 2018,  „eine echte Wende in der gesamten Zuwanderungspolitik des europäischen Kontinents„, und verlangte, „die Sorgen der Bevölkerung endlich ernst“ zu nehmen, auch solche vor Überfremdung und wachsender Kriminalität. Es reiche nicht, „nur oberflächliche Maßnahmen zu ergreifen„.

In zwei Jahren vom Saulus zum Paulus – oder umgekehrt

Inzwischen, etwa über zwei Jahre später, lässt sich mit Fug und Recht festhalten: NICHTS von dem, was Söder damals von sich gab, war ehrlich gemeint und entsprach seinen wirklichen Überzeugungen. Söder selbst hat bekanntlich Ende vergangener Woche unverhohlen eingeräumt, dass es sich bei seinen deutlichen Worten um den wahltaktischen Versuch gehandelt hatte, der AfD in Bayern den Rang abzulaufen und Stimmen von rechten Rand zu gewinnen. In derselben „Welt“, in der damals er mit Merkels vollkommen aberwitziger und für unser Vaterland suizidaler Migrationspolitik (so TE) abgerechnet hatte, stand jetzt zu lesen, dass er heute sein eigenes Verhalten gegenüber Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Streit über die deutsche Asylpolitik plötzlich bedauert. Explizit tut Söder deshalb jetzt Buße und trat seinen Canossagang bei der Kanzlerin mit der Aussage an: „Wir alle haben zur Verschärfung des Streits beigetragen – auch ich. Ich habe mich dann aber auch korrigiert„.

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„Korrigiert“? Was genau sollte sich denn an der damaligen Einschätzung Söders geändert haben? Da die von ihm damals schonungslos angeprangerten Befunde weiterhin objektiv bestehen und sich die Verhältnisse seitdem eher noch verschlimmert haben, bedeutet Söders „Pater peccavi“ von 2020 nichts anderes als das dreiste Eingeständnis, damals wissentlich über seine wahren Ansichten gelogen zu haben – denn diese waren schon damals offenbar voll auf Merkel/Bedford-Strohm/Rackete/Roth/Pro-Asyl/SeaWatch-Kurs.

Anbiederung an die Macht

Die Anbiederung ans Kanzleramt ist der letzte erfolgreiche Gleichschaltungsschritt, mit dem sich nun auch Bayern und die CSU – um den Preis ihrer Restglaubwürdigkeit – der Sozialdemokratisierung und Linksverschiebung der Union unterwirft. Durch die „erbitterte Auseinandersetzung mit Merkel“ sei der der Eindruck entstanden, „wir stünden mehr auf der ‚dunklen Seite der Macht’… das hat sich einfach nicht gut angefühlt„, zelebriert Söder seine öffentliche Reue. Und dann folgt die eigentliche Ablassformel: Es sei ein Irrglaube gewesen, man könnte Wähler von der AfD zurückholen; das sei „eine falsche Strategie“ gewesen. „Es war eine Fehleinschätzung„.

Mithin handelte es sich bei Söders Anklängen an Tradition, Heimatverbundenheit, Verantwortungsbewusstsein für Deutschland und seinem Konservatismus nur um verlogenes, hohles Polit-Mimikri, um abtrünnige Stimmen zurückzugewinnen. Nun, scheinbar abgesichert durch die per Corona-Panikmache herbeigezauberte Gefolgschaft der Bayern (die ihm zu angeblich 82 Prozent bei seiner Pandemiepolitik die Zustimmung geben), zeigt er sein wahres Gesicht. TE kommentiert bitter: „Nach wie vor kann jeder, der es will, über die ungesicherte deutsche Grenze in unser Land kommen und unter Angabe des Zauberworts dauerhafte Alimentierung vom deutschen Steuerzahler einfordern.“

Auch Jörg Meuthen fand deutliche Worte zu Söders Selbstenttarnung als Merkel-Jünger und Asyl-Fanboy. Ein Politikwechsel, so der AfD-Chef, werde nicht gelingen „mit einem rückgratlosen Karrieristen, der sich schon heute als Kanzler einer möglichen schwarz-grünen Koalition sieht, genauso wenig wie mit seinem Lehrmeister Drehhofer, der nach lautem bayerischen Gebrüll stets als bayerischer Bettverleger Merkels endete.“ In der Tat: Söder ist die vorerst neueste, aber gewiss nicht letzte große Enttäuschung für die verblieben treuen Unions-Stammwähler, der seine Schein-Positionen in den Dienst eines aalglatten Opportunismus und famoser Rückgratlosigkeit stellt. (DM)