Merkel empfiehlt „Maskenland“ Italien als Urlaubsziel

Traumurlaub hinter der Maske (Foto: Von Denis Moskvinov/Shutterstock)

Noch ist überhaupt nicht gesichert, ob das Tragen von Masken an der frischen Luft überhaupt etwas bringt, hier streiten sich weiter die Gelehrten. Und als in den Sommermonaten viele Groß-Demos stattfanden und jede Menge Leute ohne Abstand und Maske feierten oder sonstwie zusammenkamen, gab es anschließend keine nennenswerten Anstiege von Infektionen.

Doch jetzt plötzlich, wo getestet wird, als gäbe es keinen Morgen, soll die Maske immer und überall getragen werden. Italiens Regierung macht es gerade vor und ist auch stolz darauf:

„Gerade die am Mittwoch von seinem Kabinett beschlossenen zusätzlichen Maßnahmen wie die sofortige Einführung der Maskenpflicht auch im Freien zeigten, „dass wir im Umgang mit dem Virus nicht nachlässig werden“, sagte der italienische Ministerpräsident der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Er habe „mit großer Freude“ vernommen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jüngst Italien als mögliches Reiseziel für die Herbstferien genannt habe, sagte Conte der FAZ: „Die Bundeskanzlerin ist eine sehr aufmerksame Beobachterin, und sie weiß um die sichtbare Vorsicht und die hohen Sicherheitsstandards, welche die Italiener im Umgang mit der Pandemie walten lassen.“

In ganz Italien gilt seit Mittwoch die Pflicht, nicht nur in geschlossenen Räumen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Der mitunter als „italienisches Wunder“ bezeichnete Umstand, dass die zweite Welle der Infektionen in seinem Land bisher flacher verlaufen sei als etwa in Spanien oder Frankreich, sei das Ergebnis der „Opferbereitschaft der gesamten Nation“, so Conte. „In der Erinnerung an die schlimme Frühphase der Pandemie stellen wir uns jetzt im Geist der Verantwortlichkeit und der Vorsicht der aktuellen Phase“, sagte der italienische Ministerpräsident der FAZ.

Tatsächlich geht es um etwas ganz anderes, zeigt sich die italienische Regierung mit dem Maskenzwang wohl eher dankbar.

Denn mit dem Ende Juli beschlossenen EU-Wiederaufbauplan im Umfang von 750 Milliarden Euro konnte Italien und andere stark von der Pandemie betroffene Länder besonders profitieren. Die 27 EU-Staaten hätten gezeigt, dass man eine Herausforderung wie die Überwindung der Pandemie-Folgen nur gemeinsam bewältigen könne, sagte Conte.

Die umfassende Hilfe für Italien sei nicht nur ein „Zeichen konkreter Solidarität“ gewesen, sondern auch „ein großer Vertrauensvorschuss“ für sein Land, sagte er: „Dieses Vertrauen werden wir mit jenen Investitionen und Strukturreformen zurückzahlen, die Italien jetzt braucht, um produktiver und wettbewerbsfähiger zu werden.“

Was soll das für ein Urlaub sein, wenn man am Stand der Adria nicht mal richtig durchatmen darf. Das ist pervers und reinste Schikane. (Mit Material von dts)