Selten so gelacht: AfD-Chef Meuthen will Partei koalitionsfähig machen

Foto: Jörg Meuthen (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Bekanntlich würden sich sämtliche linken Politiker in diesem Lande – und damit sind eigentlich alle Politiker in der FDP, CDU/CSU/, SPD, Die Grünen und die Linke gemeint – eher die Zunge herausschneiden, als mit der AfD ernsthafte „Bündnis-Gespräche“ zu führen.  Von daher ist der Vorstoß von AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen eine billige Ausrede, die vertuschen soll, dass er die AfD kaputt spalten will.

Doch er möchte die Konfrontation mit den so genannten Rechtsextremen in seiner Partei fortsetzen, um die AfD sowohl in Deutschland als auch in Europa koalitionsfähig zu machen. Dazu müsse die AfD „den schwefligen Geruch des schlechthin Bösen loswerden“, sagte Meuthen dem „Spiegel“. Man sei in dieser Hinsicht auf einem guten Weg.

Als Beispiele nennt Meuthen die Auflösung des rechtsextremen „Flügels“ innerhalb der AfD sowie den Parteiausschluss prominenter „Flügel“-Vertreter wie Andreas Kalbitz. Im EU-Parlament könne die Partei derzeit „noch zu wenig“ bewirken, sagte Meuthen, der seit 2017 Europaabgeordneter ist. Das gelte allerdings auch für den Bundestag.

„Wir sind dort in der Opposition und werden stigmatisiert.“ Seine jüngste Entscheidung, auf einen Wechsel in den Bundestag zu verzichten, erklärt Meuthen mit der Bedeutung seiner Arbeit in Brüssel: „Ich finde das, was ich hier mache, wirklich wichtig.“ Er werde in der EU-Hauptstadt „von unserem Land“ gebraucht.

Der tatsächliche Einfluss der AfD im Europaparlament ist allerdings gering. Als Teil der rechtsnationalen Parteiengruppe „Identität und Demokratie“ wird sie von den anderen großen Fraktionen systematisch von wichtigen Ämtern und Entscheidungen ferngehalten.

Und das wird auch so bleiben, da kann Meuthen herumzappeln wie er will. (Mit Material von dts)