Warum Linke und Grüne kein Problem mit einem neuen Lockdown haben

Foto: Von Daniele COSSU/Shutterstock
Getrost als „Lockdown 2.0 auf Raten“ kann man die Anstrengungen der Bundesregierung bezeichnen, den Ausnahmezustand inklusive faktischer Grundrechtsbeschränkungen (Reisefreiheit, drohende Quarantäne etc.) nunmehr zu „regionalisieren“. Für den Fall, dass das öffentliche Leben demnächst erneut heruntergefahren werden sollte, kann sich der Staat auf die wohlwollende Zustimmung von mehr als einem Drittel der Bevölkerung verlassen.
 
Das, was doch eigentlich die „Aufgabe“ dieses Virus sein sollte – punktuell in Clustern aufzutreten und dort für Angst und Alltagseinschränkungen zu sorgen – übernimmt hierzulande wieder einmal die Regierung, in schöner Kontinuität aller bisherigen staatlichen Reaktionen auf diese so sonderbare „Pandemie“, bei der von Beginn an die größere Gefahr gar nicht von der Infektion selbst ausging, sondern von den zu ihrer Bekämpfung eingeleiteten politischen Maßnahmen. Die Medizin war hier definitiv tödlicher als die Krankheit – und am Prinzip der Kollateralschadenmaximierung wird tapfer festgehalten.
 
Wenn nun ein erneuter Lockdown kommt, bedeutet dieser den finalen Rettungsschuss für die bereits jetzt historisch gebeutelte Volkswirtschaft; fraglos käme es dann zu einem ökonomischen und konjunkturellen Super-Gau, der dann auch durch noch so überbordende Staatshilfen nicht mehr aufzufangen wäre. Diese wären allenfalls wieder auf Pump zu finanzieren – was die schon jetzt unvermeidliche Hyperinflation beschleunigen wird. Die Folge wären in diesem Fall weit über 10 Millionen Arbeitslose (die sich dann auch nicht länger beschönigen und mit dem staatlichen Crack namens „Kurzarbeitergeld“ ruhigstellen ließen) sowie eine Lawine von Pleiten, die die 2021 ohnehin einsetzende Sterbewelle bereits jetzt abwicklungsreifer, da bilanzier toter Zombie-Unternehmen in den Schatten stellen wird.

Ein Drittel der üblichen Verdächtigen für neues Herunterfahren

Die Regierung (die vor sechs Wochen selbst noch einräumte, dass der erste Lockdown rückschauend betrachtet unnötig war!) spielt mit ihren neuen Restriktionen also bereits jetzt leichtsinnigst mit dem Feuer – und dies bar jeder Verhältnismäßigkeit, ohne wissenschaftlich-medizinische Notwendigkeit, auf Grundlage erratischer und beliebiger, „Schwellenwerte“, und gänzlich aussageloser Zahlenspiele zu fast ausnahmslos symptomfreien „Neuinfizierten“.
In Anbetracht der existenzbedrohend-apokalyptischen, zwangsläufigen Folgen eines näherrückenden Lockdowns – der dann endgültig mehr Tote fordern wird als jedes Coronavirus – ließ eine Meldung der letzten Tage besonders aufhorchen: Ein gutes Drittel der Deutschen – sagenhafte 38 Prozent – begrüßt es ernsthaft, dass „das öffentliche Leben wie im Frühjahr bundesweit eingeschränkt werden sollte, wenn die Infektionszahlen in Deutschland in den kommenden Wochen wieder ähnlich stark ansteigen wie im April“. Dies ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv von vorgestern.
 
Dieses Umfrageergebnis müsste – eingedenk der Schadfolgen des ersten Lockdowns vom Frühjahr – normalerweise den dringenden Verdacht begründen, ein beträchtlicher Teil dieses Volkes habe entweder den Verstand verloren – oder könne es gar nicht abwarten, die teutonische Selbstzerstörung „Hausmacher Art“ zu komplettieren. Doch bei zweitem Hinsehen wird klar, wie sich diese 38 Prozent zusammensetzen: „Überdurchschnittlich häufig“ erklärten laut Forsa vor allem die unter 30-jährigen sowie die Anhänger der Grünen und der Linkspartei, dass es bei einem entsprechendem „Anstieg der Zahlen“ (wie er derzeit ja durch strategiefrei-wahllose Testorgien und Willkür-„Ampeln“ bedarfsgerecht produziert wird) ein neuerliches Herunterfahren des gesamten öffentlichen Lebens geben sollte.
 
Welche Überraschung: Diese statistischen Gruppen entsprechen ziemlich genau dem Anteil der Deutschen, die in Deutschland auf die eine oder andere Weise, auf dem Rücken der Allgemeinheit, – sprich der übrigen zwei Drittel – lebt und durch Transfereinkommen, Renten, Diäten, Beamtengehälter oder andere Formen der Alimentierung ein zumeist mehr als üppiges Auskommen bestreitet. Anders als Unternehmer, Mittelständler, Solo-Selbständige, Künstler und Freiberufler tragen diese keinerlei eigenes wirtschaftliches Ausfallrisiko – ebenso wenig wie die Masse der Jüngeren, der Schüler und Studenten, die noch an ihrer künftigen Versorgungskarriere werkeln und entweder vom Elternhaus oder Staat materiell freigehalten werden, während sie – ganz im Geiste ihrer Idole Luisa Neubauer oder Kevin Kühnert – das ideologische Rüstzeug ihres bevorstehenden Marschs durch die Institutionen zusammenklauben und einer goldenen Vollkasko-Zukunft im sozialistischen Umverteilungs-Blockparteienparadies entgegenblicken.

Entschleunigung und Entspannung auf Kosten der Gemeinschaft

Deshalb bedeutet für all diese, vom Lehrer bis zum Intendanten, ein Lockdown auch gar keine wirtschaftliche Existenzbedrohung – sondern vor allem dies: Mehr Freizeit, „Entschleunigung“, weniger Stress (und was dergleichen zum Inbegriff einer idealen Work-Life-Balance zählt – nach dem Verständnis von Lehrern, Sozialarbeitern, Berufsbeamten und vor allem öffentlich-rechtlichen Mandatsträgern, all den Funktionären, Abgeordneten, Top-Verwaltungsangestellten und Politiker. Und mehr noch: weniger CO2-Emissionen, weniger „Gier“ und „Kapitalismus“ und die Chance auf den großen „Systemumbau“.
 
So wie uns bereits den ersten Lockdown ausschließlich diejenigen eingebrockt haben, die ihre 13 Jahresgehälter so oder so steuerzahlerbasiert-staatlich abgesichert und gänzlich krisenfest auf dem Konto haben und die von den Auswirkungen gar nicht betroffen sind (nämlich all die Regierenden, Parlamentarier und Behördenvertreter dieses Landes); so wie uns byzanthinisch-unkritische, über Zwangsgebühren ebenfalls sorgenfrei durchalimentierte Journalisten dies als alternativlose Maßnahme verkauft und den Totalshutdown als kollektives Durchhalte-Happening der Volksgemeinschaft, als Pervertierung eines ansonsten völkisch verpönten „Wir-Gefühles“ angepriesen haben: So sind es auch jetzt wieder diese Vertreter des realsozialistischen Backbone dieses Systems, welche die ohnehin insgeheim beargwöhnte freie Wirtschaft ruhig ein weiteres Mal zur Schlachtbank führen würden.
 
Sie alle werden irgendwann aufwachen – wenn nämlich die Kuh, die sie hier dauermelken, irgendwann geschlachtet ist, und sie alle den einstigen Wahlspruch Bill Clintons auf die harte Tour lernen werden: „It’s the Economy, Stupid!“. In dem Fall müsste es dann allerdings treffender heißen: „It WAS the Economy, Stupid“. – denn liegt diese Economy erstmal in Trümmern, dann war es das endgültig mit unserem Wohlstand, übrigens auch mit dem famosen Gesundheitswesen, dem Sozialstaat und damit unserem Potential, obergrenzenfrei die Auswirkungen einer globalen Problemmigration zu schultern. Von der wohlstandslinks-begrünten Karrieresicherung ganz zu schweigen. (DM)