Linke Heuchler müssen Flüchtlingen weichen: „Wir haben Platz“ – demnächst auch in der Liebig34

"Wir machen Platz: Räumung der L34 (Foto:Imago/FutureImage)

Fast schon könnte man es für eine Satire halten: Im Messie-Abgrund „Liebig34“, für dessen Erhalt eine bundesweite Front autonomer und linksalternativer Rebellen kämpfte (bzw. weiterhin nunmehr für dessen Rückeroberung rüstet), werden ab sofort wohl Flüchtlinge leben. Da bekommt der linke Straßenkampf eine ganz neue Bedeutung: Die Linksradikalen, die für die „Rückgabe“ des „anarcha-queer-feministischen Hausprojekts“ plündern, terrorisieren und brandschatzen, kämpfen damit aktiv gegen Migration.

Die „Liebig34“ eignet sich in gleich doppelter Hinsicht zur Versinnbildung der der politischen Linken wesensimmanenten Verlogenheit und sozialismusypischen Heuchelei – und zwar egal ob es sich um elitäre Salonprogressive handelt oder vermummte Steineschmeißer: Für die Utopie, Gemeinschaft und „Solidarität“ sollen immer die anderen aufkommen. Bezogen auf die geplante Flüchtlingseinquartierung heißt das: Statt „WirHabenPlatz“ soll eigentlich gelten, „die anderen haben Platz“.

Mit ihrem egoistischen Besetzerdenken, das sich von kapitalistischem Besitzerdenken ergo überhaupt nicht unterscheidet, liegen Antifa und Konsorten, die für das versiffte Dreckloch (das ihnen nie gehörte) kämpfen, somit auf einer Linie mit bildungsgroßbürgerlichen Wohlstandslinken der „Alnatura-Fraktion“, die von ihren schicken ökologisch verdämmten Vorstadtvillen aus für Sea-Watch spenden und für unbegrenzte Aufnahme von „Flüchtlingen“ trommeln – aber auf die Barrikaden gehen, wenn in ihrer Nachbarschaft eine Asylunterkunft entstehen soll. Die Folgen des eigenen Gutmenschentums sollen gefälligst immer die anderen ausbaden.

Solidarität immer auf Kosten der anderen

Die Linkspartei und Brüder/Schwestern pflegen jetzt ganz im Geiste der unappetitlichen Gammelsozialisten ihre Vorteile gegen den angeblich so gierigen 68-jährigen Immobilienunternehmer und L34-Eigentümer Gijora Padovicz – obwohl dieser den Bewohnern aller 30 Wohnungen des Anwesens zusammen gerade einmal rund 4.800 Monat Miete im Monat (160 Euro pro Einheit) berechnete, nachdem er das linke „Prestigeobjekt“ 2008 einer Erbengemeinschaft abgekauft hatte, die von den linksradikalen Bewohnern massiv bedroht worden war. Zur Räumung schritt Padovicz erst, als die Müll-Mieter den vereinbarten Auszugstermin vor 20 Monaten ignorierten und als Besetzer blieben.

Die jedenfalls, die jetzt auf eine militante Rückeroberung des Projekts hoffen, scheinen sich nicht klarzumachen, dass sie mit ihrem „Engagement“ eben den Flüchtlinge den Platz wegnehmen, die sie selbst in unbegrenzter Zahl nach Deutschland wünschen. Denn das diese künftig im zuvor sanierungsreifen L34 wohnen werden, ist die „wahrscheinlichste Lösung“, wie der Anwalt des Investors dem „Spiegel“ sagte – ein Trend, der in ganz Berlin seit Jahren herrscht und der der eigentliche Grund für die Knappheit an erschwinglichem Wohnraum ist. Soviel zum Thema „niemandem wird etwas weggenommen“… wie trefflich, dass es diesmal der linke Bodensatz ist, der mit der gegenteiligen Realität konfrontiert wird..