Abt. Rassismus: Disney versieht eigene Werke mit Warnhinweisen

Wenn es nicht schon Oktober wäre, würde die Frage nach einem verspäteten Aprilscherz aufkommen. Doch leider ist die folgende Meldung alles andere als lustig. Denn der Bezahlsender „Disney+“ hat als Teil der Kampagne „Geschichten zählen“ wegen angeblich rassistischer Darstellungen mehrere Disney-Klassiker mit Warnhinweisen versehen.

Von Nils Kröger

Der Warnhinweis lautet: „Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder Mißhandlungen von Völkern oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind heute falsch. Anstatt diese Inhalte zu entfernen, wollen wir ihre verletzende Wirkung einräumen, daraus lernen und Gespräche anregen, um gemeinsam eine inklusivere Zukunft zu schaffen.“

Die Formulierung könnte direkt aus der Feder einer nicht näher definierten Stiftung stammen, die sich damit auskennt. Doch welche Filme aus dem Hause Disney haben sich denn nun an Völkern oder Kulturen „vergangen“?

In „Susi und Strolch“ stellen angeblich die Siamkatzen asiatische Menschen in stereotypischer Weise dar und manche Hunde – z.B. Boris und Pedro – sollen etwa die Völker ihrer Herkunftsländer verkörpern. Auch in „Aristocats“ entdeckten die Aufklärer von Disney+ Rassismus. Für die „rassistische Karikatur ostasiatischer Menschen“ stehe die Katze Shun Gon. Denn sie habe übertriebene, stereotype körperliche Merkmale wie schräge Augen und Hasenzähne. Des Weiteren spiele sie mit Stäbchen Klavier und singe ein Lied, das die chinesische Sprache als auch Kultur verspotte. Die „Krönung“ des Ganzen aber sei, daß die Katze von einem weißen Mann synchronisiert wurde. Wie konnten die damaligen Disney-Angestellten dies nur zulassen?

Damit aber noch nicht genug. In „Dumbo“ verbreitet sogar die Musik Rassismus. Die singenden Raben sollen angeblich die sogenannten „minstrel shows“ ehren. In diesen haben sich weiße Darsteller schwarz geschminkt und in stereotypischer Weise Schwarze imitiert. Ebenso soll „Peter Pan“ kulturelle Eigenarten negativ präsentiert haben. Er tanzte mit Federschmuck behangen mit den Indianern. Laut Disney+ ist somit die Kultur der Indianer nicht vielfältig und korrekt wiedergegeben worden. Weiterhin fällt die Bezeichnung Rothäute („Redskins“) und dies ist aus heutiger Sicht ein absolutes Unding.

Es gibt Dinge, die bedürfen keiner weiteren Kommentierung. Was würde wohl Walt Disney dazu sagen?