Was für ein Zynismus – Schulze: Heizpilze können Gastronomie nach dem Shutdown retten

Umweltministerin Schulze (Foto: Imago)

Wenn alles gut geht, wird dieser Shutdown – vielleicht mit kleinen Unterbrechungen, wenn die Zahlen zwischendurch mal wieder etwas sinken sollten – bis in den späten Frühling andauern. Und die Gastronomie endgültig vernichten.

Reicht ja auch, wenn die Bürger Nahrung zu sich nehmen können, damit sie am nächsten Morgen gestärkt zur Arbeit gehen können und dafür sorgen, dass weiterhin genügend Geld in die Steuerkasse fließt.

Freizeit und Vergnügen ist derweil Geschichte, da helfen auch keine Scheinangebote, wie das von dieser Sozialistin:

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat keine Einwände gegen einen Betrieb elektrischer Heizstrahler in der Gastronomie. „Wenn der Einsatz von Heizpilzen ein Weg ist, die Gastronomie nach dem Shutdown wieder zu öffnen und damit ihr langfristiges Überleben zu sichern, dann sollten wir da nicht dogmatisch sein“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Bleibt die Frage, welcher Gastronom noch investieren kann, wenn er den Winter über keine Einnahmen hat und ob ein Heizpilz im April wirklich noch Sinn macht.

Schulze äußerte auch Verständnis dafür, in der Pandemie von der Bahn auf das Auto umzusteigen.

Viele Menschen fühlten sich allein im Auto einfach sicherer. „Wer kann ihnen das bei steigenden Infektionszahlen auch verdenken? Es kommt jetzt schließlich ganz entscheidend darauf an, Kontakte mit anderen so gut es geht zu vermeiden“, sagte sie.

Hauptsache aber, ihr Lieblingshobby leidet nicht all zu sehr unter den dramatischen Umständen. So sieht Schulze keine Gefahr, dass der Klimaschutz in der Pandemie – ähnlich wie in der Finanzkrise 2008/09 – ins Hintertreffen gerät.

„Diesmal ist es uns gelungen, diese Gefahr abzuwenden. Schauen Sie sich allein das Konjunkturpaket an, das wir in Deutschland geschnürt haben“, sagte sie. Man habe 50 Milliarden Euro für Klimaschutz darin verankert.

„Das ist genau richtig. Die Klimakrise verschwindet nicht mit Corona.“ Immerhin gibt sie zu: Anders als in der Coronakrise wisse man beim Klima ganz genau, was zu tun sei.

„Wir haben sozusagen den Impfstoff gegen die Klimaveränderungen schon“, sagte Schulze. Jetzt komme es darauf an, dass er auch eingesetzt wird. „Wie wir uns in Deutschland auf den Weg gemacht haben – Stichwort Klimaschutzgesetz -, muss das auch europäisch passieren“, so die Umweltministerin.

So zynisch muss man erstmal sein. (Mit Material von dts)