Film & Diversity: War Anne Boleyn tatsächlich schwarz?

Jody Turner-Smith - Foto: Imago

Anne Boleyn war die zweite Ehefrau von Heinrich VIII., Königin von England in den Jahren 1533 bis 1536. Sie verstarb anläßlich ihrer Enthauptung. Ihre Tochter, Elisabeth I., wurde zu einer der am längsten regierenden Königinnen von England. Anne Boleyns Leben soll in einer Miniserie für den britischen Sender channel 5 verfilmt werden. Die Rollenbesetzung ist interessant. Ein Blick auf die Buntstifte.

von Max Erdinger

Die schwarze Filmschauspielerin Jody Turner-Smith wird in einer Miniserie des britischen Senders Channel 5 die Rolle der Anne Boleyn übernehmen, berichtet reuters/britain. Da Anne Boleyn aber so weiß gewesen ist, daß sie im Schnee übersehen wurde, ließe sich eigentlich gleich die ganze Geschichte total umschreiben.

Vorspann: Lustig springen die Gazellen durch die Serengeti, Paviane recken ihre roten Hintern in die sengende Sonne, die Geier kreisen am strahlend blauen Himmel, ein Löwe brüllt aus dem Off – und in der künstlichen Theaterthemse vor dem getreulich nachgebauten Tower von London planschen die Krokodile. Dann Kamerazoom auf das Gemäuer. Kamerafahrt durch Gitterstäbe hinein in die Kerkerzelle. Dort einsitzend und gelangweilt an die Kerkerdecke stierend: Anne Boleyn. Pechschwarz. Scheint vorher viel draußen gewesen zu sein.

Erste Szene: Der Thronsaal von Heinrich dem VIII. Eine Gänsekeule in der einen Hand, in der anderen einen großen Pokal mit Rotwein, fläzt sich der König auf dem Thron und beschwert sich, daß er keine Hand frei hat, um das Todesurteil gegen Anne Boleyn zu unterschreiben. Gespielt wird er von einer dicken Indianertranse im Häuptlingskostüm mit Stöckelschuhen. Spaß beiseite.

Die Impertinenz

Es ist eine bodenlose Unverschämtheit, die historischen Fakten mit zeitgeistigen Neurosen zu belasten, um dem kunstinteressierten Filmophilen die Idee ins Hirn zu pflanzen, die Geschichte hätte womöglich einen „besseren Verlauf“ genommen, wenn schon anno dunnemals die Abstammung keine Rolle gespielt hätte. Weil kulturelle Denkmäler ja überhaupt nichts zu tun haben mit ganz genau den Leuten, derentwegen es sie überhaupt gibt. Der Tower in London ist ein solches Denkmal. Es ist kein rassistischer Zufall, daß der Tower in London steht und nicht in Luanda. Im Tower von London wurde Anne Boleyn enthauptet.

Daß es Leute mit zeitgeistigen Neurosen gibt, welche sie hegen & pflegen, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Es hätte keiner weiteren Ausstellung einer solchen bedurft. Wenn aber Exhibitionismus strafbar ist (außer für Frauen), dann sollte allmählich auch der stetig zunehmende Neurosen-Exhibitionismus verfolgt werden können. Oder muß man sich von diesen „Naseweisen“ inzwischen alles bieten lassen?

Anne Boleyn war weiß. Ihr werdet es verkraften. Es dreht ja auch keiner einen Film über Muhammad Alis Boxkarriere und besetzt dabei die Hauptrolle mit einem Typen, der aussieht wie Max Schmeling. Womöglich noch musikalisch untermalt von Amateuraufnahmen des evangelischen Posaunenchors Hinterhattersheim bei der Probe für den bevorstehenden Weihnachtsgottesdienst.

Kulturmarxisten sind entsetzliche Zeitgenossen mit menschlichem Hintergrund.