Pervers: Villenbesitzer Spahn predigt „Verzicht“, Drosten stimmt auf Notstand bis Ostern ein

Jens Spahn gibt sich undurchsichtig (Foto:Imago/photothek)

Inzwischen besteht kein Zweifel mehr: Der Lüge vom „Lockdown Light“ folgt nun gleich die vom angeblich nur „traurigen November“ nach. Als ob es nur um diesen Monat ginge, nach dessen Ablauf wir zu der (zumindest leidlichen) Restnormalität zurückkehren dürften, die uns in den letzten Monaten schon fast wie eine Erlösung vorgekommen war. Daraus wird nichts: Die obersten „4-Jahres-Beauftragten“ der Corona-Krise, Spahn & Drosten, nehmen uns gerade jede Illusion.

Schon jetzt sind die Sprüche fast identisch mit den Ansagen vom Frühjahr – nur dass es sich dabei um eine neue Dauerschleife handelt, die uns nicht mehr loslassen wird. Das schwant inzwischen sogar den sonnigsten Optimisten. Nach Kanzleramtsminister Helge Braun gestern bei „Anne Will“ meldet sich nun auch noch Gesundheitsminister Jens Spahn zu Wort – und nimmt den Bürgern gleich mal jede Hoffnung, dass die Einschränkungen schnell wieder aufgehoben werden könnten.

Und das, wo doch der angeblich nur für November befristete „Lockdown light“ gerade erst begonnen hat. Der Gesundheitsminister fordert laut „n-tv“ eine „nationale Kraftanstrengung“ (auch auf „WDR2“ sowie auf Facebook hatte Spahn diese neue Lieblingsphrase bereits gedroschen) – und schwört die Deutschen „auf Verzicht ein“. Natürlich: Als frischgebackener Villenbesitzer, dessen weitersprudelndes Ministergehalt von der Krise überhaupt nicht tangiert ist, lassen sich solche Sprüche nonchalant klopfen.

Weil die nichtvorhandene Logik hinter den neuerlichen Maßnahmen und eine gänzlich fehlende Langfriststrategie im Umgang mit diesem Virus auch der Bundesregierung offenbar bewusst sind, soll nun also mit mehr oder minder massiven Einschränkungen bis zum Frühjahr gerechnet werden. Weihnachten fällt da ebenso ins Wasser wie auch Silvester – worauf Meck-Pomms Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gestern hinwies.

Vernunft und Besonnenheit haben weiter Pause

Mit Blick auf die Berliner Party-Exzesse an Halloween am Wochenende (als ob diese von regelkonformen Deutschen begangen worden geschweige denn auf den Rest der Republik unisono übertragbar wären!) sagte Schwesig: „Heute ist schon klar, das verspricht auch keiner, dass man sicherlich nicht eine Silvesterparty feiern kann“. Denn das Virus sei „mitten in der Bevölkerung, überall in der Gesellschaft“, und es infizierten sich auch Menschen, die auf keiner illegalen Massenparty waren. Völlig korrekt: Vor allem zum Beispiel auf der Arbeit – aber dort dürfen sie ja weiter hin, um die Steuern zur Finanzierung dieser kollektiven Psychose zu erwirtschaften…

Es ist geradezu typisch, dass in dieser Situation nicht etwa besonnene, rationale und lebenspraktische Stimmen wie die von Hendrick Streeck, der für eine allmähliche Gewöhnung an dieses Virus wirbt, das wir fortan als Teil des die Menschheit begleitenden Infektionsgeschehens annehmen sollten. Sondern es kommen wieder die Experten zu Wort, die sich in diesem Jahr vor allem durch eine beeindruckende Dichte ihrer Fehleinschätzungen und nicht eingetretener Prognosen ausgezeichnet haben.

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So natürlich vor allem wieder einmal Christian Drosten, der „keine schnelle Normalisierung und ein Weiterlaufen der Pandemie noch im Frühjahr“ verkündet. Selbst der Sommer 2021, der dieses Jahr wie von Zauberhand das Infektionsgeschehen bis an den Rand der Nachweisgrenze gedrückt hatte, könnte nur unter einer Bedingung die Änderung unseres Lebens „zum Positiven“ bringen – „wenn wir jetzt die akut steigenden Ansteckungszahlen in den Griff bekommen.“ Bis Ostern sei praktisch immer wieder mit Lockdowns zu rechnen. Wer das bezahlen soll, welche Folgeschäden das hat – einen Fachidioten interessiert dies nicht. Und wieso eigentlich gerade Ostern? Warum nicht Ramadan? Vermutlich wird bis dahin – wie in diesem Frühsommer – der Spuk dann wieder aufgehoben und die „Öffnungen“ kommen, muslimkonform.

Schnelltests für die Massen als variable Lockdown-Grundlage

Bekanntlich begrüßt Drosten diesmal Schulöffnungen, die im Frühjahr von der Bundesregierung  maßgeblich auf seine eigene Studie hin zugunsten eines sozial und bildungspolitisch verheerenden Totallockdowns abgeblasen wurden – aber nur, weil dort Hygienekonzepte und, natürlich, „strikte Maskenpflicht“ herrschen. Dass Drosten auch nur Werkzeug einer Politik ist, die die Aufrechterhaltung einer angeblichen Dauerkatastrophe als Selbstzweck weiterbetreibt, beweist dann noch sein Plädoyer für die schnelle Einführung flächendeckender Schnelltests: Wenn diese, so der Charité-Virologe, „in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, können wir gefährdete Gruppen sehr regelmäßig und niederschwellig testen“. Einen verstärkten Einsatz der Tests erwarte er in wenigen Wochen. Was die Schnelltests in Wahrheit bedeuten, dürfte inzwischen jedem klar sein: ein potentiell endloses Hochhalten der „Inzidenzen“, um so bedarfsweise Notstandsmaßnahmen wieder und wieder hochzufahren.

Der Irrsinn, auf nur für kleine Bevölkerungsgruppen gefährlichen Infektionskrankheit, die sich diesbezüglich NICHT von früheren Grippewellen unterscheidet, mit einer nie dagewesenen Veränderung aller kulturell tradierten und menschennatürlichen Verhaltensweisen zu antworten, geht Drosten inzwischen genauso locker über die Lippen wie Pandemie-Soziopathen vom Schlage Lauterbach: „Am besten wäre es, wir täten alle so, als wären wir infiziert und wollten andere vor Ansteckung schützen.“ Zugleich lasse sich der Spieß umdrehen, indem man so tue, als sei „der andere infiziert und wir wollten uns selbst schützen. Am sichersten wäre es also, wenn wir uns all so verhalten, als ob jeder Mitmensch Lepra, Tollwut und Ebola zusammen hat. Ausbleibende Sozial- und Sexualkontakte sind nicht weiter schlimm, dieses Volk stirbt ja ohnehin aus. (DM)