Werden ab sofort nur noch Corona-Patienten versorgt?

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Es scheinen düstere Zeiten für alle Totkranken, die das „Pech“ haben, nicht zusätzlich den Coronavirus in sich zu tragen, anzubrechen:

Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), hält angesichts steigender Corona-Zahlen eine Umstellung der deutschen Krankenhäuser auf einen Corona-Notbetrieb für dringend geboten. „Die Krankenhäuser müssen aus dem Regelbetrieb herausgenommen und auf Notbetrieb umgestellt werden“, sagte er dem „Mannheimer Morgen“ (Dienstagausgabe). Nicht zwingend notwendige Operationen müssten abgesagt werden.

Die Politik forderte er zum Handeln auf. „Denn wenn das nicht verordnet wird, ist auch niemand für die finanziellen Ausfälle zuständig.“ Seine Befürchtung: Ohne Kompensation würden die Krankenhäuser nicht umstellen.

„Aber an einem Notbetrieb führt kein Weg vorbei.“ Positive Auswirkungen des Lockdowns würden sich frühestens in zwei bis drei Wochen bemerkbar machen, sagte der Eschweiler Chefarzt weiter. Er befürchtet zunächst weiter steigende Corona-Zahlen, die die deutschen Intensivstationen an den Rand der Belastbarkeit bringen werden.

„Schon jetzt befinden sich mehr Covid-Patienten auf den Normalstationen als im Frühjahr“, sagte der Mediziner. Zudem geht Janssens davon aus, dass das vergangene „Feierwochenende“ zu einer weiteren Ausbreitung des Virus geführt hat. „Das war ein Tanz auf dem Vulkan.“

Tatsächlich sind auf den deutschen Intensivstationen am Montag so viele Covid-19-Patienten innerhalb eines Tages aufgenommen worden wie noch nie, seit im April alle Krankenhäuser verpflichtet wurden, die entsprechenden Zahlen zu melden. Demnach stieg die Zahl der Corona-Intensivpatienten binnen 24 Stunden um 188 oder 9,1 Prozent auf 2.258 am Montagabend. Bei gleichbleibendem Anstieg wäre der bisherige Höchstwert an mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten in drei Tagen überschritten.

Auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen stiegt am Montag noch mal kräftig weiter. Laut Angaben der 401 kreisfreien Städte und Landkreise wurden innerhalb eines Tages 16.313 neue Fälle registriert, rund 30 Prozent mehr als am letzten Montag. Der darauf basierend berechnete 7-Tage-R-Wert sank allerdings den siebten Tag in Folge von einem Hoch bei 1,42 auf nunmehr 1,24. Das bedeutet, 100 Corona-Infizierte stecken im Durchschnitt nur noch 124 anstatt 142 weitere Personen an.

Die Zahlen weichen regelmäßig von denen des Robert-Koch-Instituts ab, der Trend ist aber stets derselbe.

Es ist schon alles merkwürdig, nicht mal 10 Prozent der Intensivbetten sind belegt – mit Patienten, die auch den Coronavirus in sich tragen, und es wird ein Alarm geschlagen, als ob es in den Kliniken kein Morgen gäbe. Ob da vielleicht nicht nur nur finanzielle Interessen dahinterstrecken?