Deutsche Medien-Framer: Lockdown-Gegner als Täter von Wien vermutet, Rechtsextreme sind die größte Gefahr

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Weil der jedermann sichtbare Elefant im Raum unsichtbar bleiben soll und die Realität hartnäckig verweigern werden muss, solange es nur irgendwie möglich ist, setzten (und setzen weiterhin) deutsche Realitätsklitterer und Wunschdenker in den Medien angesichts des Terrors von Wien auf Ablenkungsmanöver und Spekulationen. Vor allem das ZDF: Bis zuletzt raunten sie über mögliche „Lockdown-Gegner“ oder Neonazis als Täter. 

Zuerst fragte das „Heute Journal“ kurz nach der Tat die in London zugeschaltete Wiener Politik-Expertin Julia Ebner, ob sie denn nicht auch eine „Corona-Lage als Tatmotiv“ für möglich halte, wo doch jeder schon über ein islamistisches Motiv spekulierte. Während die gesamte Öffentlichkeit – auch informiert durch sich in Windeseile im Netz verbreitende Livebilder und Videos – sehr schnell die sich verdichtenden Hinweise, dass auch diese feige Attacke aufs Konto eines barbarischen Dschihadisten ging, klammerte man sich beim „Zweiten“ weiterhin an die hypothetische Restwahrscheinlichkeit, dass der Terror womöglich (und hoffentlich doch bitte) aus einer anderen Richtung käme – eine, bei der man sich endlich wieder mal auf die Seite der Ankläger, nicht die der Verteidiger könnte.

Ebner, die – so der österreichische „Wochenblick“ – einem „breiteren Publikum bekannt ist, weil sie ein Buch publizierte, dessen Küchenzuruf es ist, dass Islamisten und angebliche Rechtsextremisten zwei Kehrseiten derselben Medaille seien“, wurde unter anderem gefragt, ob denn nicht auch „Lockdown-Gegner für den tödlichen Anschlag verantwortlich“ sein könnten – dies mit Blick darauf, dass der Anschlag am Tag vor dem Start des nächsten großen Lockdown in Österreich erfolgte. Außerdem, so „Heute Journal“: wisse man ja offiziell „überhaupt nicht“, aus welcher politischen Richtung der Anschlag käme.

Die linke Islam-Relativiererin Ebner griff dies dankbar auf und wollte den Islamismus ebenfalls zu diesem Zeitpunkt als „nicht zwingend“ betrachten. Es sei „sehr schwierig zu sagen, aus welcher ideologischen Richtung es kommt, weil natürlich alle extremistischen Gruppen einen Abend wie heute ausnützen würden“. Sie halte zwar einen Trittbrettfahrer zu den islamistischen Anschlägen in Frankreich für „möglich“ – jedoch ebensogut auch „andere ideologische Richtungen“.

Mediale Islamversteher hoffen bis zuletzt

Und dann das normale Mantra der Zurückhaltung im Sinn von „Wir wissen gar nichts“: Es sei „gefährlich, so früh zu spekulieren“ und sich „auf Islamismus festzulegen“. Schon zuvor hatte Marietta Slomka Mutmaßungen über Parallelen zum Anschlag von Halle gezogen – weil der Wiener Täter in der Nähe einer (zum Zeitpunkt der Terrorattacke allerdings geschlossenen) Synagoge unterwegs gewesen war.

Wenige Stunden später war dann Gewissheit, was man beim bundesdeutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk wohl bis zuletzt nicht wahrhaben wollte: Hier war kein Vertreter der üblichen Feindbilder (Nazis, Leugner, Populisten, Nazis) am Werk – sondern erneut ein Mörder, der im Namen der hierzulande notorisch mit Samthandschuhen angefassten „Religion des Friedens“ zum Sturmgewehr griff.

Nachdem die bittere Wahrheit nicht mehr zu leugnen war, blieb den Medienframern nur noch ein Ausweg: Ablenken, relativieren, Gegenpropaganda betreiben, um die Gefahreneinschätzung zu manipulieren. Hier tat sich gestern prompt der „Spiegel“ hervor – dem am Tag nach den blutigsten Terroranschlägen Österreichs nichts anderes einfiel, als unter Berufung auf einen Bericht des sächsischen Innenministeriums zu berichten: „Die größte Bedrohung für die Demokratie geht derzeit von Rechtsextremisten aus“. Hierzu fällt dann selbst dem hartgesottensten Verdrängungs- und Dissoziierungskünstler nichts mehr ein… (DM)