Die erste Pandemie, die ihre Opfer nur im Labor findet: 800 ahnungslose Positivgetestete in Köln

Impfen, weil es alle machen: Credo deutscher Arbeitnehmer (Symbolbild: DCStudio/Shutterstock)

Bei früheren großen Epidemien und Seuchen brauchten die Betroffenen keine behördlich oder von übereifrigen Ärzten angeordneten Labortests, um zu erfahren, dass sie infiziert oder krank sind; in einer realen Pandemie erfahren sie es am eigenen Leib, an Symptomen, Gebrechen, Siechtum oder Schlimmerem. Von den großen Pest- und Choleraausbrüchen der frühen Neuzeit über den Englischen Schweiß im 16. Jahrhundert bis hin zur Spanischen Grippe bestimmte kein RKI darüber, wer als krank zu gelten hat und was eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit ist. Die Menschen wussten dies nur allzu gut selbst.

Weil aber heute das exakte Gegenteil gilt und sich die Corona-Pandemie global fast nur statistisch offenbart (indem sie nämlich aus dem alljährlichen saisonalen Infektionsgeschehen der sogenannten „Grippe“ gewissermaßen „herausgeschält“ wird und als Sonderbedrohung eingestuft wird), kommt es zu der grotesken Situation, dass Menschen als Opfer und potentielle Gefährder betrachtet werden, die symptomlos und kerngesund sind. Wie jetzt in Köln: Dort waren hunderte Einwohner positiv auf das Coronavirus getestet worden – erfuhren jedoch nichts von ihrem Testergebnis. Besonders verstörend: Sie lebten putzmunter weiter, als wäre nichts gewesen.

Die daraus abgeleitete Katastrophe liegt nun etwa nicht in einer Häufung kritischer Fälle oder gar Verstorbener – sondern allein darin, dass die Behörden mit Kontaktverfolgung an ihre Grenzen stoßen, wie „t-online“ berichtet. Es sollen zeitweise bis zu 800 Bürger gewesen sein, die „nichts von ihrer Coronainfektion gewusst“ hätten – und die man habe „bislang nicht über ihr positives Ergebnis informieren können“ so der Kölner Sozialdezernent Harald Rau.

800 Ahnungslose ohne Symptome sorgen für Aufregung

Welch ein Unding: „Weil sie von ihrer Infektion nichts wussten, sei vermutlich ein Teil der Betroffenen weiter seinem Alltag nachgegangen, anstatt sich in Quarantäne zu begeben„, so das Portal. Wo gibt es denn sowas! Welch eine teuflische Pandemie, in der die Infizierten einfach ahnungslos ihr Leben weiterleben ohne jedes Unwohlbefinden -und die positiv Getesteten dann separat von von Mitarbeitern des Gesundheitsamts kontaktiert werden müssen! Genau dies geschah auch in Köln – wo die Gesundheitsbehörden dann extra 90 Zusatzstellen zur Kontaktnachverfolgung schaffen mussten, um 800 Leuten zu stecken: Ihr habt übrigens Corona.

Letztlich stehen diese 800 sinnbildlich für 80 Millionen Deutsche – von denen auch ein Großteil nie etwas davon erfährt, wenn er Corona-positiv sein sollte oder das Virus schon in sich hatte. Was die gesamte Praxis der Kontaktnachverfolgung ad absurdum führt. (DM)