Pandemie frisst Seele auf

Foto: Foto: Mann mit Mund-Nasen-Schutz (über dts Nachrichtenagentur)

Immer wieder erreichen jouwatch Meldungen über vermehrte Suizid-Versuche und schwere Depressionen, die durch die Vereinsamung, Isolation, Demobilisierung, fehlenden Urlaubsmöglichkeiten, Verluste an Freizeitmöglichkeiten und Shopping-Erlebnisse auf Grund der Pandemie die Praxen der Psychiater füllen. Familien werden auseinander gerissen oder können gar nicht erst wieder zusammenkommen, eine ganze Generation wird hinter der Alltagsmaske traumatisiert, Mitmenschen werden als tödliche Gefahr stigmatisiert, das Immunsystem durch überzogene Hygienemaßnahmen zerstört – und was machen die Verantwortlichen?

Sie setzen die Gehirnwaschmaschine wieder in Gang und drehen die ganze Sache zu ihren Gunsten um. Von wegen: Wenn wir das alles nicht getan hätten, würde es noch viel schlimmer aussehen:

Die Belastungen durch die Coronakrise steigen. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums und des Forschungsinstituts IZA über die die „Welt am Sonntag“ berichtet. Demzufolge fühlen sich fast 70 Prozent der Erwachsenen emotional belastet, weil sie sich um die Gesundheit von Angehörigen sorgen.

Immerhin wird zugegeben:

55 Prozent leiden unter der Unsicherheit, wie es in den nächsten Monaten weitergeht. Auch die Einschränkungen des Handlungsspielraums, der Verlust sozialer Kontakte und Sorgen um die eigene Gesundheit belasten einen großen Teil der Bevölkerung. 15 Prozent nennen finanzielle Schwierigkeiten als Bürde.

Die fehlende Trennung von Arbeit und Privatleben im Homeoffice belastet etwa jeden Zehnten. Grundsätzlich gilt, dass Frauen stärker unter der Krise leiden als Männer. Die Forsa-Umfrage wurde Ende September und Anfang Oktober durchgeführt, als der zweite Lockdown noch nicht in Kraft war.

Befragt wurden mehr als 1.000 Menschen über 18 Jahre. Wie stark die Rolle von Depressionen und Ängsten wächst, zeigt eine Auswertung der AOK unter ihren 26,5 Millionen Versicherten, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet: So waren psychische Leiden in den ersten neun Monaten diesen Jahres für 16,4 Prozent der Krankheitstage verantwortlich. Im Vorjahr waren es noch 15,8 Prozent.

Auch andere Krankenkassen verzeichnen starke Zuwächse des Anteils der Depressionen und Angstzustände bei insgesamt fallenden Krankheitsständen während der Coronakrise.

Übel, wie der Bundesarbeitsminister, natürlich ein Asozialist, das Problem interpretiert:

„In der Coronakrise sorgen sich die meisten Menschen mehr als zuvor um die Gesundheit ihrer Familie und Freunde“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der „Welt am Sonntag“. Hinzu kämen Ängste um ihren Job und ihre finanzielle Lage. Heil will rechtzeitig gegenzusteuern.

Sein Vorschlag ist an Perversion nicht zu überbieten:

Heil hat gemeinsam mit den Familien- und Gesundheitsministerien und Akteuren aus dem Präventionsbereich die „Offensive Psychische Gesundheit“ initiiert. Diese soll auf das Problem aufmerksam machen und Menschen ermutigen, mit anderen über psychische Belastungen zu sprechen. „Das war für uns schon vor Corona ein wichtiges Anliegen. Aber die Pandemie hat das Thema noch mal stärker in den Fokus gerückt, vor allem jetzt im neuen Lockdown“, sagte Heil der Zeitung.

Wie soll das möglich sein, wenn man sich mit Freunden gar nicht mehr treffen kann? Telefon, Messenger, Zoom und andere digitale Angebote helfen da nicht weiter.

Das einzige, was die Depressions- und Suizidwelle aufhalten würde: Man müsste die Kneipen, Restaurants so schnell wie möglich wieder öffnen und zumindest draußen an der Luft diese schrecklichen Verunstaltungslappen wieder herunterreißen dürfen.

Aber das hat Herr Heil garantiert nicht vor. (Mit Material von dts)