US-Wahl: Politische „ejaculatio praecox“ bei Heiko Maas?

Millionen für Kleptokraten: AA-Chef Heiko Maas (Foto:Imago/photothek)

Kaum wurde Wahlverlierer Biden von den Medien zum neuen US-Präsidenten ernannt, was keinerlei Relevanz hat, meldet sich Heiko Maas zu Wort und gibt sich erleichtert. Leidet er an politischer „ejaculatio praecox“? Eine Betrachtung des kleinen Mannes.

von Max Erdinger

Hat uns große Probleme bereitet“ und „Harte Worte für Verlierer Trump“, heißt es in der „BILD„-Zeitung, dem Fachblatt für Wissensarmut & Meinungsstärke. Bei der „BILD“ und zahlreichen anderen Publikationen, auch beim amerikanischen Sender CNN, ist der Größenwahnsinn inzwischen wohl derartig ausgeprägt, daß man dort allen Ernstes der Ansicht zu sein scheint, US-Präsidenten würden von den Medien ernannt werden. Dem ist natürlich nicht so. Es kann noch Tage und Wochen dauern, bis einer der beiden Kandidaten offiziell zum „President Elect“ erklärt wird. Vor dem 14. Dezember wird das ohnehin nicht passieren.

Trotzdem tut der Bundesaußenminister so, als stünde der neue US-Präsident bereits fest. Auch die Bundeskanzlerin gratulierte Biden bereits – und Schande über die beiden – auch Alexander Gauland und Alice Weidel (AfD) reihten sich artig in die Reihe der gratulierenden Frühspritzer ein. In Polen und etlichen anderen Ländern pflegt man hingegen geziemliche Zurückhaltung. So auch in Rußland. Die kommende Woche wird äußerst spannend werden, denn stündlich mehren sich die Hinweise auf systematischen und gigantischen Wahlbetrug. Sollten Gerichte und zuletzt auch der Supreme Court zu dem Ergebnis kommen, daß die Wahl tatsächlich massiv gefälscht wurde, werden Heiko Maas und Angela Merkel wohl ziemlich dumme Gesichter machen. Vielleicht wird es einem aber auch gar nicht besonders auffallen.

Die „BILD“ zitiert Maas wie folgt: „Die Art und Weise wie Donald Trump regiert hat und auch wie er international agiert hat, hat uns große Probleme bereitet. Es gibt einiges wieder ins Lot zu bringen im transatlantischen Verhältnis und ich bin mir sicher, dass das mit Joe Biden gut gelingen wird.“ – Oh ja, große Probleme hat Donald Trump „uns“ – Maas meint wahrscheinlich die Regierung – tatsächlich bereitet. Insofern hat Maas schon recht. Aber gleich danach liegt er dann wieder voll daneben. Es ist nicht davon auszugehen, daß Joe Biden als US-Präsident lange amtsfähig bleiben würde, so er denn überhaupt US-Präsident wird. Aufgrund seines Gesundheitszustandes darf man heute schon mit Fug und Recht behaupten, daß die Demokraten mit Joe Biden einen Präsidentschaftskandidaten aufgestellt – und dabei kalkuliert haben, daß sehr bald die Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten zum eigentlichen US-Präsidenten werden würde. Das wäre dann Kamala Harris, eine Kommunistin. So kann man es nämlich machen, wenn man eine Präsidentin haben will, die man anders niemals bekäme: Man läßt sie als Kandidatin für die Vizepräsidentschaft antreten und sorgt nach der Wahl dafür, daß sie recht zügig auf den Präsidentensessel nachrückt, weil der eigentlich gewählte Präsident ins Sanatorium umziehen muß. Insofern wäre dann Heiko Maas´ Einlassung, mit Joe Biden werde sich das transatlantische Verhältnis wieder ins Lot bringen lassen, nicht einmal gelogen. Bis auf die Kleinigkeit, daß er statt „Biden“ den Namen „Harris“ hätte verwenden müssen. Daß Heiko Maas wenigstens einmal die ganze Wahrheit erzählen würde, war aber auch nicht zu erwarten. Irgendein Detail stimmt immer nicht. Und das ist längst nicht nur bei Heiko Maas so.

Vorrangig sei aber die Wiederherstellung von Einigkeit in der amerikanischen Bevölkerung: „Ich glaube, das ist jetzt erst mal die größte Aufgabe: Dieses völlig polarisierte Land wieder zu einen.„,zitiert „BILD“ den Außenminister. Mich erinnert das an einen kleinen Wichtigtuer aus meiner Schulzeit, der fast panisch immer anmerkte, man könne sich doch auch vertragen, bevor er sich eine eingefangen hat. Friedensangebote von Leuten, die gar nichts anzubieten haben, sind immer von besonderer Drolligkeit.

Bemerkenswert ist das aber, daß bundesdeutsches Politpersonal jemandem zu einem Wahlsieg gratuliert, der noch gar nicht als Sieger feststeht. Politische „ejaculatio praecox“ eben. Dem eigenen Wunschdenken erlegen, sozusagen. In einem Statement aus dem Weißen Haus hieß es gestern vom tatsächlichen US-Präsidenten, Donald Trump, daß die Wahl weit davon entfernt sei, als gelaufen betrachtet werden zu dürfen. Weswegen auch allen jenen, die sich gestern bereits darüber beschwerten, Trump lasse es an demokratischem Stil mangeln, indem er nicht schon in der Wahlnacht seine Niederlage eingestanden habe, gesagt sei: In der Demokratie mag ein solcher Einwand eine gewisse Gültigkeit haben. Momentan sieht es aber sehr danach aus, als habe es in den USA schon länger keine Demokratie mehr gegeben. Ob das stimmt, ist gerade Gegenstand juristischer Untersuchungen zum mutmaßlich größten Wahlbetrug in der neueren Geschichte. Sollte der sich als Tatsache herausstellen und auch vom Supreme Court so gewertet werden, dann wären alle demokratischen Manieren wieder bei Donald Trump versammelt. Was „uns“ – also die deutsche Regierung – angeht, hätten „wir“ sie hingegen sträflich vermissen lassen.

Wie sagt man in Bayern? – „Schau´ mer amal, dann seng ma´s scho“. Noch ist nicht aller Tage Abend. Die US-Wahl ist längst noch nicht entschieden.