Werden die Schulen auch bald wieder dicht gemacht?

Schulstart mit Maske (Foto:Imago/MedienServiceMüller)

Wegen der Corona-Pandemie sind bundesweit derzeit 106 Schulen geschlossen. Das geht aus einer internen Statistik der Kultusministerkonferenz mit Stichtag 12. November hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben) berichten. Das entspricht einem Anteil von 0,4 Prozent.

Zudem waren 4074 Schulen teilweise geschlossen (14 Prozent). Der Statistik zufolge sind aktuell 18.298 Schüler angeblich infiziert, 198.156 sind in Quarantäne. Vom Lehrpersonal sind 3.798 Personen infiziert und 13.101 von Quarantänemaßnahmen betroffen, heißt es.

Leider gibt es auch diesbezüglich keine Zahlen über die wirklich Erkrankten, natürlich mit Absicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will deshalb das so genannte Infektionsrisiko an Schulen senken und die Größe der Schulkassen deutlich verringern. Das aus der Beschlussvorlage für die Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Montag hervor, berichtet die „Bild“. Demmach schlägt das Bundeskanzleramt vor, „ausnahmslos feste Gruppen (Kohorten) zu bilden, wobei die Größe von Gruppen in Klassenräumen gegenüber dem Regelbetrieb zu halbieren ist“.

Alternativ seien größere Räumlichkeiten für den Schulbetrieb zu nutzen. Außerdem soll das Masketragen für alle Schüler und Lehrer während des Unterrichts und in der Pause verpflichtend sein. „Das Tragen eines adäquaten Mund-Nasen-Schutzes muss die Voraussetzung für die Teilnahme am Unterricht darstellen“, zitiert „Bild“ aus der Vorlage.

Des Weiterein soll eine „räumliche Distanz zwischen den einzelnen Gruppen, etwa durch Verlegung der Schulaktivitäten in andere Räume und entsprechende Pausenregelungen“ gewährleistet werden.

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert vor dem Corona-Gipfel der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag schärfere und einheitliche Regeln für die Schulen. „Ich werbe dafür, dass wir die Maskenpflicht überall einführen“, sagte Söder der „Bild-Zeitung“. Wer Schule offen halten wolle, müsse auf die Masken setzen, „auch in der Grundschule“.

Der CSU-Vorsitzende erklärte weiter, man müsse „beim Thema Schule noch mal intensiv nacharbeiten“. Söder weiter: „Wenn es denn zu Wechselunterricht käme, vor allem für ältere Schüler, dann geht es um die Frage: Wie können wir dann das Digitalformat weiter gestalten?“ Zugleich forderte der CSU-Chef „einheitliche Regeln in ganz Deutschland“ im Schulbereich und warnte davor, „dass wir uns im Klein-Klein verlieren“. Das Ziel sei es, Schule und Kita offen zu halten.

„Aber auch da steigt die Zahl der Infektionen. Und die Temperatur bei den Beteiligten in der Schulfamilie, die steigt auch. Lehrer gegen Eltern, Eltern gegen Lehrer. Schulbehörden, die sich überfordert fühlen.“ Das sei auf Dauer nicht produktiv: „Da brauchen wir mehr Gemeinsamkeit.“ Zugleich warb Söder mit Nachdruck um mehr Verständnis für die aktuelle Schülergeneration und warnte vor überzogenem Leistungsdruck: „Ich höre so viel davon, dass Lehrer jetzt noch schnell ein paar Prüfungen schreiben lassen. Dieser Leistungsdruck führt am Ende zu einem unfairen Schuljahr. Aber wir brauchen ein faires Schuljahr.“ Söder gab zu bedenken: „Die jungen Menschen haben einen schlimmen Sommer, ein schlimmes Jahr gehabt. Noch nie war eine junge Generation seit dem Zweiten Weltkrieg so eingeschränkt wie jetzt.“

Der JU-Chef Tilman Kuban hat sich derweil gegen Schulschließungen gewandt. „Es ist richtig, für das Offenhalten der Schulen zu kämpfen“, sagte der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU den Partner-Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Montagausgabe). „Wir müssen sehr genau darauf achten, dass auch Kinder aus nicht ganz so gut situierten Familien eine Chance haben und die leiden häufig am meisten unter Schließungen“, so Kuban weiter.

Zugleich mahnte er eine weitere Digitalisierung des Unterrichts an. Kuban forderte zudem mehr Anerkennung für den Verzicht und die Beschränkungen der Jugend zur Bekämpfung der Pandemie und zum Schutz der Älteren. „Die junge Generation verhält sich dabei in der großen Mehrheit sehr vernünftig. Ich hoffe, dass dieser Beitrag von der älteren Generation gewürdigt wird.“ Kuban fügte hinzu: „Und wenn wir zum Beispiel demnächst wieder über Generationengerechtigkeit im Rentensystem oder in der Pflege diskutieren, sollten sich alle daran erinnern, was die Jungen jetzt gerade leisten und hinnehmen.“ Die Jüngeren würden durch ihren Verzicht viel zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.

„Ich wünsche mir, dass die Älteren das anerkennen und nicht als völlig selbstverständlich erachten.“

Die Schüler werden sich freuen, denn die Winterferien werden mit Sicherheit verlängert werden. Von heute bis in den späten Frühling hinein.

Einigermaßen gesund, aber völlig verblödet – so lautet schließlich die Devise dieser Regierung. (Mit Material von dts)