Im Ernst: Satirepartei „Die Partei“ jetzt im Bundestag vertreten

Neulich im Bundestag (Foto: Von Macrovector/Shutterstock)

Berlin – Dass der Bundestag mittlerweile das Format eines schlechten Kasperletheaters angenommen hat, weiß jeder, der einmal diese albernen Schein-Debatten verfolgt hat. Nun aber bekommt das Forum der überbezahlten Dummschwätzer eine weitere Gelegenheit seine völlige Überflüssigkeit unter Beweis zu stellen:

Die Satirepartei „Die Partei“ ist nämlich ab sofort ebenfalls im Bundestag vertreten. Der frühere SPD-Politiker Marco Bülow aus Dortmund ist zur „Die Partei“ übergelaufen. Das sagte Bülow dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgabe).

Er will sein Direktmandat bei der Bundestagswahl 2021 verteidigen. Bülow sitzt seit 2002 im Bundestag, bis 2018 war er SPD-Mitglied, seither ist er fraktions- und parteilos. Zur Begründung sagte Bülow dem RND: „Die „Partei“ schafft es, Leute für Politik zu interessieren, die eigentlich schon abgeschaltet haben. Das ist jenseits jeder Satire eine ganz wichtige Rolle.

Viele Menschen die mal die SPD gewählt haben, gehen nicht zu den anderen Parteien, sondern meist gar nicht mehr wählen.“ Nichtwählen habe eine große soziale Komponente, fügt der Sozialpolitiker an: „In den `besseren` Vierteln ist die Wahlbeteiligung konstant hoch, aber wir haben nicht nur in Dortmund auch Stadtteile, da gehen nur 20 Prozent überhaupt noch wählen. Die Leute dort verabschieden sich von Politik und Demokratie.“ Die „Partei“ und er passten gut zusammen, sagte Bülow. „Ich bin nicht als Satire-Abgeordneter bekannt, aber es gibt die Parallele, den Finger in die Wunde zu legen und das ganze System zu hinterfragen. Ich werde vielleicht einmal wie Martin Sonneborn einen `Zwinkersmiley` an eine Erklärung anhängen, auch Sonneborn-Zitate würde ich einbauen. Zwinkersmiley.“

Auch „Die Partei“-Chef Sonneborn, zurzeit Europaabgeordneter, will im Bundestagswahlkampf 2021 mitmischen. Dem RND sagte er: „Ich könnte auch kandidieren. Wir sind in Brüssel zum Glück zu zweit, und Nico Semsrott muss bleiben, um die EU nicht den Leyen zu überlassen. Ich überlege gerade, in Kreuzberg das Direktmandat zu erobern.“

Da „Die Partei“ ebenfalls wie die SPD ins linksradikale Lager passt, wird der Wechsel überhaupt nicht auffallen. Und dass die SPD die Partei der Lächerlichen ist, weiß mittlerweile wohl auch jeder Arbeiter. (Mit Material von dts)