Umvolkung am Kühlregal: Bunte Propaganda bei Edeka und Ben & Jerry’s

Hauptsache bunt, divers, Migrationshintergrund - und keinesfalls "deutsch" (Symbolbild:Imago/CavanImages)

Immer aufdringlicher widmen sich Vertreter der freien Wirtschaft, vor allem Handel und Konsumgüterindustrie, der weltanschaulichen Ertüchtigung und Indoktrinierung ihrer Kundschaft. Mindestens ebenso wichtig, wie das eigene Produkt zu bewerben, ist das Virtue-Signalling der eigenen Haltung: Die „Willkommenskultur“ geht über alles. Nach dem „Weihnachten wird bunt“-Spot von Edeka bejubelt der US-Eishersteller Ben & Jerry’s auf Facebook, dass das Land Berlin für noch mehr Flüchtlingsaufnahmen gegen Bundesinnenminister Seehofer klagt.

CSR, Corporate Social Responsibility, ist heute ein zentraler Standteil des Selbstverständnisses fast aller Unternehmen – vor allem der global agierenden – und als solches wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskommunikation. Handelte es sich dabei ursprünglich um einen Teilbereich des Marketings mit dem Ziel, eine entsprechend sozial und ökologisch verantwortungsbewusste Außendarstellung zu transportieren („Greenwashing“), so sind inzwischen nicht nur in den zuständigen Abteilungen, sondern bis hinauf die die Vorstandsriegen mittlerweile Überzeugungstäter am Werke: Interdisziplinäre professionelle Aktivisten, die den Zeitgeist nicht nur selbst verinnerlicht haben, sondern das penetranten Odeur eines intoleranten Sendungsbewusstseins verströmen, der ihre Mitmenschen – konkret: die eigenen Kunden – zu moralisch tadellosem und politisch korrektem Handeln und Denken erziehen will.

Das Phänomen somit tritt nicht nur bei deutschen Journalisten auf, deren Berufsnachwuchs sich inzwischen zu über 80 Prozent offen als Anhänger grün-roter politischer Inhalte bekennt. Es hat auch Werbeagenturen, PR-Profis und Stichwortgeber des creative contents längst durchdrungen: Überall sorgen Haltungsapostel in Übertretung ihrer eigentlichen Aufgabe dafür, dass ein Eishersteller heute nicht mehr für seine Produkte wirbt, sondern für als „Seenotrettung“ getarntes Schleppertum trommelt, dass eine Supermarktkette für „diverse“ Lebensentwürfe eintritt oder Automobilhersteller und Versicherungen gegen die Erderwärmung.

(Screenshot:Facebook)

Und während man sich im Fall von „Ben & Jerry’s“ noch fragt, was genau der Konzern eigentlich konkret unter „WirhabenPlatz“ versteht – sein Firmengelände in Waterbury/Vermont in den USA? Die europäische Zentrale im holländischen Hellendoorn? Die Privatdomizile der hippen Heuchler in den von ihm beauftragten deutschen Kreativagenturen? -, da ist man bei Edeka schon einen Schritt weiter: Hier wird in TV-Imagespots bereits das postmigrantische Gesellschaftsbild in Buntland gefeiert, mit Rollenklischees zum Spontan-Erbrechen: Eine typisch deutsche Familie (übrigens ohne Maske) nähert sich der Fleischtheke im Supermarkt: Der Vater – ein Typus enteierter akademischer Waschlappen, der unterm Pantoffel seiner dominant-neurotischen Karrierefrau steht; zwischen beiden das laszive Töchterlein.

Und hinterm Tresen: ein Jung-Orientale, Typus traumatisierte Bürgerkriegsflüchtling und mutiert zum Fleischfachverkäufer (haram und halal, all inclusive), gewohnt überzeichnet als herzerwärmender Edelmensch – bei dessen Anblick der Tochter gleich ganz weihnachtlich-warm im Schoß werden lässt. „Letztes Jahr hatten wir Japanisch„, erfährt der Zuschauer und sieht per Rückblende, wie die lüsterne Tochter ihren japanischen Freund am Familientisch mit Stäbchen füttert. „Und im Jahr davor Marokkanisch„: zu sehen ist wieder die (nicht nur welt-)offene Familiengöre mit ihrem Maghreb-Lover beim Weihnachtsfest davor. Und was soll’s dieses Jahr zum Fest geben? Da schlägt der Facharbeiter hinterm Tresen mit aufregend-exotischem Akzent (mindestens jedoch mit Sprachtest B2 oder C1 beim Bamf) leidenschaftlich vor: „Saltimbocca!“ Prompt tropft es aus der Familienjüngsten heraus: „Italienisch!!!“. Die Wahl ist getroffen.

Beliebigkeit zum Erbrechen

So bunt kann Weihnachten sein, und so verstrahlt stellt sich Edeka (dessen Name ironischerweise bekanntlich ja die Abkürzung für Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler ist) die multikulturelle Gesellschaft vor: Aus einem riesigen Buffet der Beliebigkeiten wählt man aus allen Winkeln der Erde – Kultur, Sprache, Essgewohnheiten, Nachbarn, Fachkräfte und Liebhaber. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit. Und verzückt schaut der paradetypische Grünen-Wähler neben seiner postfeministischen Quoten-Matrone im Null-Energie-Glashaus zu, wie sich das Töchterlein von einem Heiligen Abend zum nächsten quer über den Globus ludert.

Als „Cluster-Fuck der Multikulti-Propaganda“ bezeichnete Martin Sellner treffend diesen Spot und in der Tat: Schlimmer noch als die zwanghafte Berücksichtigung von „People of Color“ in Bahn- oder Nike-Werbespots wird uns inzwischen nun sogar beim Lebensmitteleinkauf eingetrichtert, welchem Gesellschaftsbild wir zu huldigen haben: Gelobt sei die Diversität in Perversität. Amen. (DM)