Sinnfreie Maskenregeln, ruinierter Einzelhandel: Neue Lockdown-Beschlüsse erheben die Schikane zum Selbstzweck

Nichts von dem, was die Bundesregierung – und in ihrem Schlepptau die Landesregierungen – im Zusammenhang mit ihren bisherigen Maßnahmen prognostiziert, bezweckt und versprochen haben, ist auch nur annähernd eingetreten: Der „Lockdown Light“ war für die Tonne. Das tut der Folgsamkeit der Deutschen erstaunlicherweise weiter keinen Abbruch. Statt ein mehr als begründetes gesundes Misstrauen, wenn nicht einen angebrachten völligen Vertrauensverlust in die „Weisheit“ staatlichen Handelns in dieser Pandemie zu entwickeln, schluckt die Volksmehrheit auch die gestern verabschiedeten Beschlüsse wieder als alternativlos und scheinbar notwendig. Logik und gesunder Menschenverstand können fortan getrost zu den letalen Opfern dieser Pandemie gezählt werden.

Nicht nur, dass mit Kneipen, Restaurants, Fitnessstudios sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen (Theater, Kinos usw.) weiterhin ausgerechnet die Branchen stillgelegt bleiben, die die massivsten Investitionen in Vereinzelungs- und Hygienekonzepte auf sich genommen hatten – und das obwohl bei ihnen nachweislich kein auch nur näherungsweise relevantes Infektionsgeschehen stattfand und eine lückenlose Kontaktnachverfolgung gewährleistet war. Nein, durch die neuen Maßnahmen werden nun auch weitere Wirtschaftszweige willkürlich drangsaliert und im eigentlich überlebenswichtigen Weihnachtsgeschäft systematisch ruiniert, bei denen die Zahlen ebenso keinen nennenswerten Beitrag bei den Neuinfektionen hergeben: Für Groß- und Einzelhandel gelten ab sofort zusätzliche Schikanen, die die sowieso schon spärlichen Kundenströme weiter vergraulen und vergrämen sollen.

Die Absenkung der zulässigen Kundenzahl von bislang einer Person pro 20 Quadratmetern auf nunmehr eine Person pro 10 Quadratmetern – trotz bestehender Maskenpflicht – trifft vor allem die kleinen Läden und sorgt für ein noch authentischeres DDR-Feeling in den bereits fast leergefegten Innenstädten, wenn sich Kunden in langen Schlangen vor den Geschäften drängen. Zumindest die ehemalige FDJ-Sekretärin im Kanzleramt mag bei solchen apokalyptischen Szenen vielleicht in nostalgischen Jugenderinnerungen schwelgen. Echte Adventsstimmung dürfte ob dieser Beschlüsse – außer bei den komplett abgereisten „Coronazis“ à la Lauterbach und Söder natürlich – vor allem der Online-Handel, namentlich Amazon, der die regierungsamtlich geförderten Zerstörung des mittelständischen Einzelhandels ein voraussichtlich rekordreifes Weihnachtsgeschäft beschert.

Planmäßige Zerstörung des Einzelhandels

Bei Geschäften mit mehr als 800 Quadratmetern soll dann widersinnigerweise plötzlich wieder die 20-Quadratmeter-Messfläche pro Kunde gelten – allerdings nur bezogen auf die zusätzliche Fläche. Eine bestechende Logik – bekanntlich verhält sich das Sars-Cororonavirus 2 ja im Ikea viel harmloser als in der Buchhandlung an der Ecke. Der Amtsschimmel bürokratischer Idiotie wiehert aus jeder Zeile der gestrigen Beschlüsse.

So auch bei der „erweiterten Maskenpflicht“, die nun endgültig zur Posse, zum Symbol eines kafkaesken Rituals der vorgeblichen „Rücksichtnahme“ wird: Sie gilt nun nicht mehr nur grundsätzlich in öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern auch „an allen Orten mit Publikumsverkehr in Innenstädten“ – also in allen Fußgängerzonen, um Freien – ungeachtet, ob man als Passat alleine auf weiter Flur unterwegs ist oder ob eine (bei diesen Regeln sowieso nicht mehr zu erwartende) „Rush-Hour“ herrscht. Mehr noch: Die Gesslermaske muss unter freiem Himmel ab sofort auch überall dort getragen werden, wo sich „Menschen auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend“ aufhalten – eine Wischi-Waschi-Bestimmen, die die „örtlichen Behörden“ beliebig festlegen können. Darunter fallen vor allem auch öffentliche Parkplatze, wo sich Menschen so gut wie überhaupt nicht nahekommen – ein bizarrer, irrationaler Unfug. Zusammengefasst lässt sich also festhalten: Maskenpflicht gilt ab sofort dort, wo es nicht genügend Abstand gibt – und auch dort, wo es genügend Abstand gibt. Hat sich diese sinnfreie Befolgung von Regeln um ihrer selbst Willen erst einmal durchgesetzt, ist es nur noch ein kurzer Schritt zur Verhängung des totalen Maskenzwangs rund um die Uhr, überall – auch alleine im Auto, in der Wohnung, nachts im Bett.

Maskenzwang überall, auf immer und ewig

Auch am Arbeitsplatz und in Schulen – nun bereits ab der Jahrgangsstufe 7 – wird die Maske zum Alltagstextil, so wichtig wie die Windel für Kleinkinder. An Kollateralschäden dieses ausgeflippten Aktionismus, für den nach wie für die wissenschaftliche Evidenz fehlt, denkt keiner mehr. Die übrigen Kontaktbeschränkungen, die nun denen des ersten Lockdowns gleichen und die nur für eine Dispensphase vom 20. Dezember an über Weihnachten unterbrochen werden, sollen wie der Rest der Beschlüsse gelten, bis die 7-Tages-Inzidenz wieder unter den Willkürwert von 50 pro 100.000 Einwohner fällt – eine ebenso aussagelose wie in der Fläche wohl unerreichbare Zahl, angesichts der auf mittlerweile absurde Dimensionen ausgeweiteten PCR-Tests, zu denen nun noch 26 Millionen Antigen-Schnelltests bis Weihnachten kommen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Dies ist weder ein befristeter Lockdown, noch ein Lockdown Light. Es ist die Perpetuierung eines hanebüchenen politischen Schwachsinns – und das ohne jeden wissenschaftlichen Erfolgsnachweises der Maßnahmen, die bereits in den ersten vier Wochen seit ihrer Einführung am 2. November praktisch jede ihrer bezweckten Wirkungen verfehlt hatten. Den Einzelhandel hätte man bei diesen zusätzlichen Beschränkungen gleich ganz dichtmachen können. Die Zerstörung Deutschlands schreitet voran – durch eine inkonsistente, gänzlich unverhältnismäßige, zunehmend psychotische Notstandspolitik gegen ein Virus, dessen relative Gefährlichkeit nur durch statistische verzerrte Infektions- und Todeszahlen, manipulative Berichterstattung und eine an Volksverhetzung grenzende Panikmache insinuiert wird. Und es wird so noch Monate weitergehen. Bis entweder der ersehnte Impfstoff greift – oder bis der Lockdown von selbst zum Dauerzustand geworden ist, weil es keine Firmen mehr gibt, die geschlossen werden könnten, weil das Land final pleite ist und weil die Zahl der Arbeitslosen die der Deutschen in „Home-Office“ übersteigt. Dann wird auch dem solidarischsten „Helden der Pandemie“ dämmern, dass die Medizin tödlicher war als die Krankheit. (DM)