Der Faschismus lebt: Speyerer Gutmenschen „reinigen“ jüdische Gedenkstätte

Wie wenig sich die Nachfahren der NS-Herrenmenschen von ihren Groß- und Urgroßeltern unterscheiden, das stellten die antifaschistischen Blockwarte von heute bei einer perfiden Aktion im pfälzischen Speyer unter Beweis: Dort hatte der AfD-Kreisverband Speyer am 9. November, anlässlich des 82. Jahrestages der Reichspogromnacht, gemeinsam mit der Parteigruppe „Juden in der AfD“ eine gemeinsame Gedenkveranstaltung durchgeführt. Dabei wurden zwei Kränze niedergelegt.

Doch diese blieben nicht lange liegen: Wenige Tage später traten die traten Braunhemdträger von heute, linksextreme Aktivisten verschiedener „zivilgesellschaftlichen Initiativen“ unter Führung der Gruppe „Aufstehen gegen Rassismus„, auf den Plan, um mit Eimer, Schaufeln und Besen bewaffnet die Gedenkstätte „symbolisch zu reinigen“ und von den AfD-Kränzen zu „säubern„. Sie führten dabei Plakate mit der Aufschrift „Kein Platz für Nazis“ mit sich. Gegenüber der Lokalpresse erklärten sie, durch die AfD-Gedenkstunde sei die Gedenkstätte „vorübergehend entwürdigt und ihres Sinnes beraubt“ worden, zitierte die „Rheinpfalz“ die Intention der Gesinnungshygieniker.

Ebenso unreflektiert wie distanzlos machte sich die Provinzpostille „Speyerer Kurier“ mit dem exterminatorischen Reinmache-Eifer des Jahres 2020 gemein – der ausgerechnet das Andenken an jene, für die vor 80 Jahren in Deutschland „kein Platz“ war, mit den Methoden der Täter von einst vor angeblicher Vereinnahmung schützen will: „Bei der Kranzniederlegung sprach ein Vertreter des Häufleins ‚Juden in der AfD‘„, schreibt das Schundblatt, und setzt nach: „Die jüdischen Verbände werfen dieser winzigen Gruppierung Täuschung vor, da nur die wenigsten ihrer Mitglieder wirklich Juden sind.“ Tenor im Subtext: 1. Wir entscheiden, wer um verfolgte Juden trauern darf. 2. Juden in der AfD haben ihr Recht auf Judensein verwirkt. 3.ob nun „gute Juden“ oder „gute Deutsche“: Entscheidend ist nicht, was winzige Gruppen vertreten, sondern was die riesige Mehrheit das Gesinnungs- und vor allem Erinnerungsmonopol reklamiert.

Die Speyrer „Selbstgerechten unter den Völkern“ jubeln demnächst vermutlich auch, wenn neben Ortsschilder in bester deutscher Tradition gemeldet wird: „Dieser Ort ist AfD-rein“. Oder wenn die Saubermänner von heute all jene Andersdenkenden ausgemerzt haben (die heute unter enthemmter Verwendung ausgerechnet der Nazi-Keule als Volksschädlinge gelten, denen mit symbolischen Hygiene- und Reinigungsmaßnahmen begegnet werden muss). Es gilt, was schon Brecht schrieb: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch.

Nachfolgend ein Video der Kranzniederlegungszeremonie vom 9. November – jener Gedenkveranstaltung also, die entweiht wurde durch die linksfaschistischen Reinigungstrupps – die damit auch das Andenken an die ermordeten Speyerer Juden mit Füßen traten: