„Negative Weihnachten“: Der große Run auf die Schnelltests

Schnelltest in mobilem Labor in Hamburg (Foto:Imago/ANE)

Immerhin eine Berufsgruppe kann sich über lukrative Weihnachten freuen: Zur großen Wonne der Hausärzte setzt aktuell ein regelrechter Run auf die Hausärzte ein, weil immer mehr Deutsche kurz vor Weihnachten per Schnelltest eine Corona-Infektion ausschließen wollen. Es handelt es sich dabei um die immer wieder von Experten beklagten anlasslosen Tests – doch genau diese hysterische Nachfrage ist nun die absehbare Folge einer Panikpolitik, die das „Freitesten“ zum Maß aller Dinge erklärt hat.

Nun laufen sogar schon die Verbände Sturm: Die neuentbrannte Riesennachfrage nach den Antigen-Schnelltests verbrenne unnötig Ressourcen, so der Präsident des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, gegenüber der „Rheinischen Post„: Tests seien derzeit noch immer knapp und würden viel dringender in Einrichtungen mit vulnerablen Personengruppen benötigt. In den Apotheken seien sie aus diesem Grund auch nicht frei verfügbar. „Die Hausärzte müssen sie auf eigene Kosten ankaufen und geben sie dann an die Patienten ab… Wenn es Symptome oder einen Kontakt gibt, dann werden derzeit noch sieben Euro von der Kasse erstattet„, so Funken. Ordentliche Tests könnten aber je nach Verfahren bis zu 15 Euro kosten – oder sogar deutlich mehr, je unbegründeter der Anlass ist. Es würden hierbei zum Teil „von einigen schwarzen Schafen auch Fantasiepreise“ aufgerufen.

Oftmals wird der Zweck nur vorgeschoben, die Testaspiranten wollten nur sichergehen, Dritte an den Feiertagen zu schützen; viele meinen, durch die Schnelltests selbst einen „Corona-Gesundheitscheck“ machen zu können. Die meisten Hausärzte würden es dabei allerdings ablehnen, nur aus Wohlfühlerwägungen Testungen vorzunehmen, schreibt die „dts Nachrichtenagentur“, weil dies nur „unnötig das Personal in den Praxen bindet – und das ist spätestens mit dem Anlaufen der Impfzentren Mitte Dezember ohnehin knapp„, so Hausärztefunktionär Funken.

„Tests aus Wohlfühlüberlegungen“

Obwohl die Antigen-Schnelltests, die im Gegensatz zum PCR-Test kein Virusmaterial direkt nachweisen, sondern nur auf ein bestimmtes Oberflächenprotein des Virus reagieren, was zwangsläufig mit einer beträchtlichen Unsicherheit behaftet ist und zu noch ungenaueren Testresultaten als die PCR-Methode führt, sind die Deutschen wie besessen darauf. All dies ist die unweigerliche, absehbare Folge einer völlig aus dem Leim gegangenen, konzeptlosen, politisch geschürten Fehlpraxis. Lockdown und massive Grundrechtseinschränke werden allein auf Grundlage von Positiv-Testungen gerechtfertigt – womit umgekehrt einem negativen Test fast wie eine erlösende „Freisprechung“ wahrgenommen wird, mit der die verunsicherten Bürger Sicherheit erlangen wollen.

Mittelfristig aber, wenn die Testkapazitäten weiter ausgebaut werden und die Schnelltests zu überall erhältlichen Massenprodukten geworden sein werden, wird sich ein neuer Milliardenmarkt für Testhersteller gebildet haben, aber auch für Apotheker und Ärzte. Auch die Profiteure dieser Testgeilheit können der Groko und unverantwortlichen Angst-Populisten wie Markus Söder ein dickes Danke! ins Stammbuch schreiben. Die Politik träumt derweil schon davon, dass die Nachfrage nach dem Impfstoff hoffentlich ebenso groß wie die nach den Tests ausfallen wird… (DM)