Immer wieder ein Brüller: „Deutsche“ Tatverdächtige auf der BKA-Fahndungsliste

Symbolfoto: Durch mattomedia Werbeagentur/Shutterstock

Für einen echten Schenkelklopfer sorgt immer wieder der Blick in die Fahndungslisten deutscher Kriminalbehörden – insbesondere die des Bundeskriminalamts. Auf der BKA-Webseite wird dort unter der Rubrik „Bekannte Personen“ eine Liste an Tatverdächtigen geführt, denen vorgeworfen wird, Verbrechen „in Deutschland oder an deutschen Staatsbürgern“ begangen zu haben. Interessant hierbei ist, dass sich praktisch keine deutschen Namen mehr unter den (pass-)deutschen Gesuchten befinden.

Die multikulturell-weltoffene Prägung des deutschen Kriminalgeschehens findet damit auch ihren sichtbaren Niederschlag in den Fahndungsregistern. Vorbei die Zeiten, wo uns auf Bahnhöfen, Behörden-Wartezimmern oder von Litfaßsäulen die „Gesucht“-Plakate zu RAF-Terroristen oder Schwerverbrechern grimmig ansahen, stets versehen mit rein biodeutschen Namen. Inzwischen gilt dasselbe wie bei Aktenzeichen XY: Der Migrationshintergrund scheint zum alleinigen Charakteristikum und verbindenen Element der Mehrheit der Tatverdächtigen geworden zu sein – und zwar nicht mehr nur bei Bagatelldelikten, sondern auch bei schweren Straftaten:

(Screenshot: Auszug der Fahndungsliste desBKA / Wikipedia)

Diese Liste – die Mehrzahl der Gesuchten sind übrigens deutsche Staatsbürger (oder Doppelstaatsbürger mit ebenfalls deutschem Pass) – enthält übrigens alle seit 1999 gesuchten „bekannten Personen“, wobei die Anzahl der darin geführten Personen laut BKA weder begrenzt ist, noch unterliegt die Liste irgendeiner spezifischen Reihenfolge unterliegt. Die einzigen Kriterien, um auf die Liste zu gelangen, sind diese: Es muss bei namentlich bekannten Straftätern aufgrund eines Haftbefehls eine internationale Fahndung mit dem Ziel der Festnahme zwecks Auslieferung bestehen, es muss sich um eine „Straftat von erheblicher Bedeutung“ handeln, ferner muss die Zustimmung der ermittlungsführenden Staatsanwaltschaft zur Öffentlichkeitsfahndung im Internet vorliegen und – ganz wichtig im Zeichen der „rassistischen Polizeigewalt“ – es muss der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit muss in besonderem Maße berücksichtigt werden. Insofern alleine schon die Konzentration migrantischer Straftäter derart ins Auge fällt, verwundert es doch sehr, dass das BKA sich dem Verdacht von „ethnischem Profiling“ so fahrlässig aussetzt… (DM)