Corona-Impfung: Das falsche Spiel mit der Hoffnung

Covid-Impfung - ein unsicherheitsbehaftetes Unterfangen (Symbolbild:Imago/FutureImage)

Je näher die mit immer wolkigeren Verheißungen versprochene Erlösung des Corona-Impfstoffs rückt und der Zeitpunkt, an dem die Impfzentren ihre Arbeit aufnehmen sollen, umso größere Dämpfer erhält die medial geschürte Euphorie plötzlich – und das ist kein Wunder: Dass der kleine Pieks hier große Folgen hat, bezweifelt nämlich niemand mehr – die Frage ist nur, welche: Befreiung von einer hochgejazzten „Pandemie“ – oder stande pede der Weg in die nächste Katastrophe, aufgrund noch überhaupt nicht absehbarer Nebenwirkungen? Trotz aller politischen Unbedenklichkeitserklärungen nimmt die Zahl der Skeptiker von Tag zu Tag zu.

Die Doppelstrategie von Politik, Gesundheits- und Medizinerlobby und Medien, die Akzeptanz der Bevölkerung für die Corona-Impfung einerseits durch „Aufklärung“ zu erhöhen, andererseits durch Drohung mit der andernfalls unvermeidlichen Fortsetzung der Lockdown-Entbehrungen, das Winken mit der „Rückkehr zur Normalität“ als Köder scheint nicht mehr zu verfangen – denn wenn aus einem statistisch für 99 Prozent der Bevölkerung mehr oder weniger vernachlässigbaren Risiko einer Infektion ein 25- oder 50-prozentiges Risiko schwerer gesundheitlicher Schäden durch Nebenwirkungen der Impfung dagegen wird, dann kommen sowohl Zwangsoptimisten als auch durch die Corona-Maßnahmen in die Knie gezwungene Bürger ins Grübeln. Don Alphonso schrieb gestern in der „Welt„, er kenne „niemanden, der sich sofort gegen Corona impfen lässt„, und sinnierte über die „Unlust, als Erster die Impfzentren zu betreten„.

Weiterhin setzt vor allem Bayerns Ministerpräsident auf die moralische Erpressung der Bevölkerung – indem er den Zweiflern ein schlechtes Gewissen einredet: Es sei „ein Gebot, sich zu impfen„, sagte Markus Söder laut „Bild„. Natürlich darf auch das buchstäbliche Totschlagargument der Corona-Todesfälle nicht fehlen; dass diese Corona nicht mehr ins öffentliche Bewusstsein rückten, sei eine „ethische Kapitulation“. Irrtum, Söder: die wahre ethische Kapitulation haben die längst begangen, die in ihrer Monofixierung auf Corona alle anderen, weitaus zahlreicheren Opfer anderer Krankheiten und Gesundheitsrisiken verdrängen und auf der Strecke lassen.

Zuckerbrot und Peitsche

Zu diesem perversen moralischen Druck kommt dann noch die Peitsche der Corona-Auflagen – und auch wenn bislang von Bund und Ländern weiterhin ausgeschlossen wird und es „nie passieren darf“, dass eine Zweiklassengesellschaft entsteht mit einerseits privilegierten „Immunen“ bzw. „Geimpften“, und andererseits einer Paria-Unterschicht der von bestimmten Lebensbereichen ausgegrenzten Nicht-Immunen, die als Spreader, Gefährder oder rücksichts- und verantwortungslose Ignoranten stigmatisiert werden: Genau in diese Richtung geht die Entwicklung. Diskutierte Impfpassvorlagen oder Immunitätnachweise beim Besuch von Restaurants, Museen, Theatern oder Beschränkungen der Reisefreiheit (etwa Flugverbote) für Nichtgeimpfte, wie auch der an eine Impfung geknüpfte Zugang zu bestimmten Berufen werfen schon jetzt ihre Schatten voraus. Und selbst wenn dies am Ende nicht gesetzlich bzw. juristisch erfolgt, dann wird diese Selektion durch sozialen Druck erreicht.

Vor dem schwebenden Hintergrund dieser unausgesprochenen Drohungen verkaufen Ministerpräsidenten, die aktuell für hunderte Millionen Euro im Blindflug eine Massenimpfungs-Infrastuktur herbeizimmern, der Bevölkerung die unterschiedlichen Vakzinen daher als „vertretbare Risiken“ und betonen, wie wichtig deren primäre Verabreichung an die Risikogruppen sei. Dabei verwundert doch, dass ausgerechnet diejenigen, die aufgrund ihrer Vulnerabilität und geschwächten Immunsysteme auch am ehesten von schädlichen Nebenwirkungen betroffen sein könnten, hier zu Quasi-Versuchskarnickeln gemacht werden: Hier sind dann Restrisiken der Unverträglichkeit plötzlich vertretbar, während eine statistische Wahrscheinlichkeit selbst für Risikopatienten, von weit über 80 Prozent, NICHT an schweren Corona-Verläufen zu erkranken, ebenso wie eine unauffällige Gesamtmortalität jenseits der normalen Lebenserwartung, seit März als Vorwand für Lockdowns, wirtschaftliche Selbstzerstörung und permanenten Ausnahmezustand herhalten müssen. Hier scheint die Gefahrenabschätzung offenbar vorsätzlich zu divergieren.

Illusorische „Durchimpfungsraten“

Die Drohung mit der Fortsetzung geschlossener Kneipen und Fitnessstudios, Totalshutdown für Gemeinschaftssport und Kultur, Maskenzwang und Kontaktbeschränkungen, falls die Bockigen nicht parieren und die Impf-Unlust weiterhin zum Massenphänomen wird, praktiziert auch Weltärzte-Präsident Hans-Ulrich Montgomery (der übrigens im Frühsommer selbst noch den Sinn der Masken angezweifelt hatte). Im „Westdeutschen Rundfunk“ erklärte er mit Blick auf die von der WHO vorgegebene Ziel-Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung zur nachhaltigen Bekämpfung der Pandemie: „Wenn wir 40 Prozent Impfverweigerer haben, dann bleiben am Ende in Deutschland 30 Millionen Menschen übrig, die nicht immun sind, die das Risiko der Erkrankung mit sich herumtragen und dann werden wir weiter Masken, Abstandsregeln, Hygieneregeln brauchen„. Deshalb trommeln Ärzte, Kliniken, Gesundheitszentren sowie natürlich auch die „verantwortungsbewussten“ Leitmedien seit Wochen massiv für eine Impfung, über deren Folgen sie selbst so gut wie nichts wissen. Da sich alles auf Corona konzentriert, sind inzwischen fast keine Pneumokokken-Impfungen mehr verfügbar – und selbst die um diese Jahreszeit eigentlich massiv nachgefragte saisonale Influenza-Impfung wird 2020 zur Nebensache.

Doch zu den seit Langem vor allem im Netz und in „alternativen“ Blogs verbreiteten Warnungen, skeptischen Gegenpositionen und teilweise alarmierenden wissenschaftlichen Publikationen, deren Motivlage bisweilen unklar ist und deren Quellen sich teilweise von der Agitation „fundamentalistischer“, grundsätzlicher Impfgegner  schwer unterschieden ließen, gelangen nun auch von seriöser Seite mehr und mehr kritische Hintergrundberichte und Infos an die Öffentlichkeit, die die Frage nach der gesundheitlichen Vertretbarkeit der Massenverimpfung eines neuartigen Mittels aufwerfen und das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines solchen „Menschenexperiments“ problematisieren. Vor allem dass die geschürte riesige Erwartungshaltung den politischen Druck auf die Zulassungsbehörden weltweit auf Kosten der Sicherheit erhöht, macht vielen Kopfzerbrechen.

So warnt etwa der Verein Ärzte für individuelle Impfentscheidungen vor einer vorschnellen Zulassung der neuen Corona-Impfstoffe. Das beschleunigte Zulassungsverfahren durch die Europäische Arzneimittelagentur gehe „zwangsläufig auf die Kosten von Qualität und Sicherheit der Impfstoffe„, sagte Vorstandsmitglied Stefan Schmidt-Troschke dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland„. Gleichzeitig handele es sich um völlig neue Arten von Impfstoffen wie mRNA-, DNA- und Virusvektorimpfstoffe – und deren Entwicklung sei „technologisch hochkomplex„; es gebe eben „keine Erfahrungen mit einer massenhaften Anwendung„. Wenn man trotz der lückenhaften Datenlage flächendeckend impfen wolle, „dann kommt das einem Großexperiment gleich„, so Schmidt-Troschke.

Möglicherweise unverantwortliches Großexperiment

Abgesehen von den für Risikopatienten potentiell besonders kritischen Nebenwirkungen der unterschiedlichen Präparate lägen bei drei vor der Zulassung stehenden Impfungen „keine validen Aussagen darüber vor„, ob sie die Risikogruppe der Alten und Schwerkranken in relevanter Weise schützen könnten. Und weiterhin sei völlig unklar, ob jemand, der geimpft ist, das Virus trotzdem weiter übertragen und andere anstecken könne. Deshalb sei es wichtig, dass Impfwillige „gründlich und unabhängig über Nutzen und Risiken einer Impfung aufgeklärt“ würden. Wenn dies allerdings wirklich und ungeschönt passiert, dann dürften die von Merkel, Söder und Ärzteverbänden postulierten Impf-Quoren zur Renormalisierung des öffentlichen Lebens erstrecht in unerreichbare Ferne rücken: Immer neue Meldungen über mögliche Nebenwirkungen lassen das Vertrauen in die doch so bahnbrechenden Vakzinen schwinden.

So weist beispielsweise der vielgepriesene Biontech-mRNA-Impfstoffkandidat BNT162b2 anscheinend noch weit mehr mögliche Nachteile als eine anspruchsvolle Kühllogistik von unter -70 Grad auf: Wie das Portal „Apotheke-adhoc“ berichtet, weist das Nebenwirkungsprofil neben harmloser Folgen wie Schmerzen bei der Injektion an der Einstichstelle (bei über 80 Prozent Prozent) auch folgende Symptome auf: bei über 60 Prozent Müdigkeit, Kopfschmerzen (>50 Prozent), Myalgie (>30 Prozent), Schüttelfrost (>30 Prozent), Gelenkschmerzen (>20 Prozent) und Fieber (>10 Prozent). Harmlos ist das allenfalls für gesunde Menschen – für die allerdings auch das Virus selbst keine statistisch relevante Gefahr darstellt. Für Hochbetagte oder immunsuprizierte Personen jedoch, um die es doch eigentlich und vorrangig geht, ist dies kein Pappenstiel. Dass dann allerdings unter den Nebenwirkungen auch ausdrücklich vor dem Eingehen einer Schwangerschaft nach der Impfung gewarnt wird, klingt durchaus auch für jüngere Impfpersonen verstörend.

Nüchternheit verbreitet auch Top-Virologe Hendrick Streeck – und zwar vor allem, was die Wirkdauer betrifft: Man wisse noch gar nicht, wie lange der Impfschutz eigentlich anhalte –  da man nur von der natürlichen Immunität auf einen solchen indirekt schließen könne. Bei „Markus Lanz“ im ZDF hatte auch der Infektiologe Prof. Peter Kremsner vorgestern ausgeführt, weshalb ein Corona-Impfstoff möglicherweise nur ein paar Wochen Schutz bietet. Es gebe, so Streeck, durchaus auch Fälle von Reinfektionen. „Die schlechteste Situation wäre, dass der Impfstoff nur sechs Monate wirksam ist und wir kommendes Jahr im Herbst wieder dasselbe Problem wie heute haben„, so der Bonner Experte laut „RT Deutschland„. Außerdem sei beim Impfstoff der Firma Moderna noch völlig unklar, ob dieser vor einer Infektion oder nur vor einem schweren Verlauf schütze. Mit Blick auf diese und andere zweifelhafte Umstände hält Streeck es für „sehr hoch gegriffen„, dass die Impfbereitschaft in der Bevölkerung bei angeblichen 50 Prozent liege.

Zumal ja selbst dann, wenn die Akzeptanz – entgegen des aktuellen Trends – noch deutlich gesteigert würde, logistische und produktionstechnische Imitationen im Wege stehen: Die Pharma-Partner Pfizer und Biontech etwa hatten schon Anfang November bekannt gegeben, dass sie in diesem Jahr 50 Millionen Impfdosen produzieren könnten – viel zu wenige für die globale Nachfrage, selbst in den Ländern mit vorläufiger Notzulassung wie den USA und Großbritannien. Ursprünglich hatten sie in einem „best case-Szenario“ von September von immerhin 100 Millionen Stück gesprochen. Kein Wunder, dass bei dieser Verknappung bereits findige Betrüger ihre Chance wittern – und Fälschungen drohen. Interpol warnte laut „Focus“ diese Woche vor einer „realen Gefahr“ derartige Impfplagiate.

Dass es trotz aller begründeten Zweifel an der Wirksamkeit, Wirkdauer und sogar potentiellen Schädlichkeit der verschiedenen Impfstoffe, die uns in den nächsten Wochen und Monaten erlösen sollen, ein dennoch viel zu geringes Angebot gibt – gerade weil zahlungskräftige und -willige Staaten jeden Preis zu zahlen bereit sind -, werden die Impfstoffe zu einem kostbaren Handelsgut – das mit einem militärischen Aufwand bewacht werden soll, der nicht einmal für Gold, Platin, Atommüll oder Mondgestein betrieben wird. Deswegen rufen deutsche Politiker bereits nach der massiven Bereitstellung von Bundespolizisten, die gemeinsam mit der Bundeswehr Vertrieb und Bewachung der Dosenbehälter gewährleisten sollen. Die Polizeigewerkschaft (GdP) bremste deshalb schon die Erwartungen: „Einige Politiker scheinen davon auszugehen, dass die Bundespolizei ungefähr die Mannschaftsstärke der chinesischen Volksbefreiungsarmee hat. Dem ist leider nicht so„, sagte der für die Bundespolizei zuständige GdP-Vize Sven Hüber der „Rheinischen Post„.

Wie immer die selbstauferlegte Menschheitsaufgabe der Weltimpfung gegen ein Virus von – jenseits seiner medialen Rezeption – relativ zweifelhafter pandemischer Potenz oder behaupteter globaler Gefährlichkeit am Ende gemeistert wird, und ganz gleich, ob sich die Impfung am Ende als Durchbruch oder Rohrkrepierer erweist: Für manche hat sie sich jetzt schon gelohnt: Biontech-Gründer Ugur Sahin gehört seit neuestem mit einem Vermögen von rund 5,1 Milliarden Dollar zu den 500 reichsten Menschen der Welt. (DM)