„Enormen Einfluss auf die Impfbereitschaft“: Spahn mag keine skeptischen Ärzte und Apotheker

Jens Spahns Machtphantasien (Foto:Imago/photothek)
Jens Spahns Machtphantasien werden wahr (Foto: Imago/photothek)

Gesundheitsminister und „Corona-Experte“ Jens Spahn sorgt sich offenbar, daß kritische Apotheker und Ärzte ihm die Covid-19-Impfbereitschaft versauen könnten. Er möchte auf jeden Fall, daß seine „Drogenkuriere“ eine positive Grundstimmung einnehmen, nach dem Motto „Impfen ist Fortschritt.“ Zu Spahns Ärger ist dann auch noch von der „Covid-19-Regelimpfung“ die Rede.

Alle, die im Gesundheitswesen tätig sind, würden eine wichtige Rolle bei den anstehenden Massenimpfungen spielen, sagt der ehemalige Medizin- und Pharma-Lobbyist und jetzige CDU-Politiker in einem Gespräch mit ABDA, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (siehe Video unten). Und so sollen Ärzte und Apotheker seiner Meinung nach nichts anderes als Zuversicht verströmen, wenn sich unsichere Patienten mit der Frage an sie wenden: Soll ich mich impfen lassen?“. (ab Minute 23) Nichts ist anscheinend schlimmer, als ein Apotheker/Arzt, der mit „weiß nicht, besser nicht, vielleicht nicht als erstes, oder erst mal gucken“, antwortet. Das habe eine „enorme Wirkung“ auf die Impfbereitschaft, die man gar nicht über oder unterschätzen könne. Denn: „Impfen ist Fortschritt“, lautet das neueste Propaganda-Motto in Corona-Zeiten.
Auch sein Gesprächspartner, der ABDA-Präsident Friedemann Schmidt, hat „überhaupt kein Verständnis dafür“, wenn Apotheker als Naturwissenschaftler „so eine diffuse Sorge“ gegen über den Impfstoffen verbreiten würden. Er erwarte von seinen Kollegen, daß sie sich für die neuartigen Impfstoffe einsetzen, so Schmidt, der auf eine hohe Impfbereitschaft der Bevölkerung setzt und bei seinem ganzen Optimismus, genau das Wort in den Mund nimmt, daß kein Politiker im Augenblick hören will. Er glaube nicht, daß die Apotheker im kommenden Jahr „ins Spiel kommen müssen, weil die Impfquote hoffentlich hoch genug sein wird. Das kann in ein paar Jahren anders aussehen, wenn wir Covid-19-Regelimpfungen haben.“ (ab Minute 34). Upps, da war es, das unsagbare Wort von der „Impfpflicht“ und so fährt ihm Jens Spahn sofort in die Parade. „Jetzt machen sie nicht alle gleich schon nervös“, würgt Spahn den Verbandsfunktionär ab, der verlegen lächelt. (MS)