Kirche reitet auf der Virus-Welle: EKD-Ratsvorsitzender mahnt bei Corona Gebot der Nächstenliebe an

Bedford-Strohm (Foto:Von Maik Meid/shutterstock)

Hannover – Im Jahr 2018 starben in Deutschland über 200.000 Menschen an Krebs. Hat man hierzu etwas von den Kirchenfürsten gehört? Gab es eine spezielle Andacht, eine nationale Trauerfeier? Nein, natürlich nicht.

Aber jetzt ist natürlich alles anders:

Angesichts der hohen Zahl an Todesfällen wegen des Coronavirus hat sich der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, in die Debatte um Schutzmaßnahmen eingeschaltet und das Gebot der Nächstenliebe angemahnt. „Es ist wichtig, sich immer wieder sehr konkret klar zu machen, dass es bei den Bemühungen um eine Senkung der Infektionszahlen um Menschenleben geht“, sagte Bedford-Strohm dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). Er habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die einen schweren Corona-Fall, vielleicht sogar mit Todesfolge, in ihrer näheren Umgebung hätten, anders über die Beschränkungen redeten, als Menschen, die so etwas nur aus den Fernsehnachrichten kennen.

„Deswegen stärkt es unsere Bereitschaft, die Corona-Beschränkungen mitzutragen, wenn wir uns klar machen, dass es um unsere Eltern, enge Freunde oder sogar uns selbst gehen könnte.“ Der EKD-Ratsvorsitzende erinnerte an Jesus` Bergpredigt und das „Nächstenliebegebot“, das auch „Goldene Regel“ genannt werde: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch.“ Bedford-Strohm ergänzte: „Also: lasst uns danach handeln und vorsichtig sein.“

Fehlt nur noch, dass Bedford-Strohm die Impfpflicht als elftes Gebot mit in die Bibel aufnimmt. (Mit Material von dts)