Ein einziger Schwindel: Zu hohe PCR-Zyklen, zweifelhafte Schnelltests, gefloppte Massentests

Die herbeigetestete "Gesundheitskrise" (Foto:Imago/Simon)

Die gesamte Corona-Gefahreneinschätzung basiert bekanntlich – ein Novum in der Medizingeschichte –  nicht auf Kranken und Verstorbenen, sondern auf sogenannten „Infizierten“ – einer anonym bleibenden Phantomgruppe Positiv-Getesteter, deren Zahl sich, einer stehenden Welle gleich, im Nachrichtenorkus in etwa konstant hält: So viele wie täglich „genesen“, kommen wieder neue dazu. Und die allermeisten von ihnen wüssten ohne den Test gar nichts davon, „infiziert“ zu sein. Symptomlosigkeit ist das Leitsymptom dieser Pandemie. Das wäre schon dann grotesk, wenn wenigstens die Aussagekraft der Tests hinreichend wäre. Davon kann allerdings keine Rede sein.

Denn als „Gold-Standard“ gilt nach wie vor die von den Virologen Christian Drosten und V. M. Corman in ihrer Studie Paper „Detection of 2019 novel coronavirus (2019-nCoV) by real-time RT-PCR“ (sogenanntes Corman-Drosten-Paper) auf Eurosurveillance erstmals publizierte Testmethodik per PCR, der lange eine hohe Sensitivität und Aussagekraft zugeschrieben wurde (wobei eine falsch-positive und falsch-negative Fehlerquote von mindestens zwei Prozent nie außer Frage stand – was bei einer Zahl von zeitweise 1,7 Millionen wöchentlich durchgeführten Tests dann durchaus statistisch relevante Mengen an Schein-Infizierten hervorbringt). Spätestens seit dem Ende November erschienenen, kritischen Corman-Drosten Review Report steht fest, dass viele der optimistischen Annahmen darin „auf Treibsand gebaut“ waren, wie „Achgut.com“ kommentiert.

Denn mindestens ebenso wichtig wie das eigentlich Testresultat mit der totalisierenden Diagnose „positiv“ oder „negativ“, nach der in Deutschland eine Corona-Inzidenz ausschließlich festgestellt wird, ist die Zahl der hierfür „gedrehten“ Vermehrungszyklen der sogenannte ct-Wert. Vereinfacht gesagt besagt er, wie oft das in einer Probe gefundene genetische Material vervielfältigt werden muss, bis der Test positiv wird. Nach je mehr Zyklen dies erst der Fall ist, desto weniger Virenmaterial befand sich in der Ursprungsprobe.

Der kritische Corman-Drosten Review Report bemängelt unter anderem viel zu hohe Zyklenzahlen in vielen positiven PCR-Tests. Tatsächlich besteht inzwischen Klarheit, dass hohe ct-Werte nicht mehr aussagekräftig sind – weil die Testperson dann meist eine derart niedrige Viruslast aufweist, dass sie wenig bis überhaupt nicht ansteckend ist. So gilt ein ct-Wert von über 30 als Richtwert dafür, dass ein Infizierter nicht ansteckend ist. Ein fester Grenzwert ist das allerdings nicht.

Zyklen, die niemand hinterfragt

Bezeichnenderweise ist das öffentliche Interesse am ct-Wert noch erst recht jung – und nahm erst zu, als die abnormen Abweichungen zwischen den tatsächlich Erkrankten und Positiv-Getesteten während der „zweiten Welle“ gegenüber denen der „ersten Welle“ auffielen – und Zweifel an der Testzuverlässigkeit zu nähren begannen. Und siehe da: Tatsächlich werden in Deutschland von den Testlaboren teilweise abnorme Zyklenzahlen von 40 oder sogar 45 gefahren, bei denen ein festgestellter Positivtest dann meist aussagelos und höchstwahrscheinlich falsch ist. Es gehört zu den vielen Facetten der Desinformation und offizieller Täuschung im Umgang mit dieser sogenannten Pandemie in Deutschland, dass keine einschränkende Differenzierung erfolgt; in der Testpraxis nicht und in der Berichterstattung auch nicht. Nach wie vor gilt die Devise: Jeder positive Test ist hochwillkommen – wie auch immer er zustande kam.

Noch viel zu langsam, aber immerhin zumindest regional setzt nun ein Umdenken ein – und nimmt der politische Wille zu, herbeigetestete Fehlalarme auszuschließen und ein realistischeres Lagebild zu erlangen. So hat vor einer Woche der US-Bundesstaat Florida seine Gesundheitsbehörden angewiesen, ab sofort neben umfangreichen Detailangaben zum Probanden auch die Zahl der ct-Zyklen verpflichtend zu nennen („Mandatory Reporting of COVID-19 Laboratory Test Results: Reporting of Cycle Threshold Values„).

Mit praktischen statistischen Auswirkungen: Ab 30 Zyklen ist ein PCR-Test ungültig. Experten rechnen damit, dass diese methodische Präzisierung zur Folge hat, dass sich die „positiven Tests“ – im deutschen Amts- und Medienduktus: „Infizierte“ – um rund 80 Prozent reduzieren könnten. In Deutschland wäre der Effekt derselbe – womit sich das Mantra „Die Zahlen müssen runtergehen!“ von selbst verwirklichen würde und der „Katastrophenfall“ schlagartig vorbei wäre. Doch mehr Testzuverlässigkeit ist anscheinend gar nicht gewünscht.

Jeder „Positive“ ist nützlich für die Coronazis

Wie abnorm irreführend und grundfalsch die PCR-Testergebnisse in Abhängigkeit von fragwürdigen Zyklenzahlen tatsächlich sein können – und mit ihnen die gesamte auf ihnen gründenden politischen Maßnahmen -, erbrachte bereits Ende September die von der „Infectious Diseases Society of America“ publizierte großangelegte Studie „Correlation Between 3790 Quantitative Polymerase Chain Reaction–Positives Samples and Positive Cell Cultures„, in der PCR-Testergebnisse in anschließenden Kulturuntersuchungen aufwändig nachkontrolliert wurden. Hier ergab sich, dass bei ct-Werten von bis zu 25 in der Kultur immerhin 70 Prozent positiv blieben. Bei ct=30 war dieser Wert bereits auf 20 Prozent gefallen. Bei ct=35 – in Deutschland ein absolut gebräuchlicher Wert, mit dem eine „Neuinfektion“ nachgewiesen wird – waren weniger als 3 Prozent der Kulturen tatsächlich positiv.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass ein Großteil der „positiv Getesteten“ bzw. „Infizierten“ hierzulande entweder keine oder eine verschwindend geringe Viruslast aufweist, die mit hoher Wahrscheinlichkeit gar keine – oder eine nur sehr geringe – Ansteckungsgefahr nach sich zieht. So erklärt sich dann auch plausibel, warum viele „Infizierte“ in ihrem engsten Nahbereich oft niemanden infizieren – und warum in über 95 Prozent aller „Fälle“ überhaupt keine oder nur milde Symptome auftreten. Und so leuchtet auch ein, wieso es so auffallend häufig zu widersprüchlichen Testergebnissen bei in kurzer Folge oder sogar gleichzeitig durchgeführten PCR-Abstrichen kommt – man denke nur an ganze Fußballmannschaften, Politiker oder das Beispiel Elon Musks (der an einem Tag vier unterschiedliche Testresultate erhielt).

Es ist schlichtweg ungeheuerlich und nicht zu fassen, dass alleine auf Grundlage einer solch spekulativen, arbiträren und hinterfragungswürdigen Testmethodik „7-Tages-Inzidenzen“, „Fallzahlen“ und in der Folge „Risikogebiete“ definiert werden – mit der Folge, dass inzwischen ganz Deutschland in einen erneuten Nordkorea-Lockdown geschickt wird, obwohl nur ein unbekannter und womöglich geringer Teil der positiv Getesteten tatsächlich infiziert geschweige denn virulent ist.

Nicht nur Testungenauigkeiten, sondern keine echte Teststrategie

Doch das ist nur ein Teil des Skandals: Selbst wenn hypothetisch ein zu 100 Prozent fehlerfreier, eindeutiger Nachweis einer aktiven Corona-Infektion möglich wäre, dann fehlt trotzdem jede valide Teststrategie, die erst Rückschlüsse auf das reale Infektionsgeschehen zuließe. Es werden noch immer kumulativ-zusammenaddierte Testzahlen zum alleinigen Maßstab gemacht – und keine repräsentativen Bevölkerungsstichproben, die Rückschlüsse auf Dunkelziffer und Verteilung innerhalb bestimmter Merkmalsgruppen (Alter, Geschlecht, Region, Herkunft) zuließen. Aufs Geratewohl getestet wird, wer sich bloß matt oder erkältet fühlt, in irgendeiner nachverfolgten Kontaktkette auftaucht oder „aus einem Risikogebiet“ kommt (nachdem neuerdings ganz Deutschland flächendeckend als solches gilt, vor allem aus dem Ausland), wer bei Behörden oder an „systemrelevanter“ Stelle arbeitet oder Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen betritt.

Aber nur, sofern er dazu gezwungen wird oder neugierig ist. Eine unbekannte Personen außerhalb der Risikogruppen, die zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit Corona, aber keine Lust auf 14-tägigen Hausarrest haben, geht erst gar nicht zum Test. Die sogenannten „Fallzahlen“ sind daher reine Zufallsprodukte ohne statistischen Aussagewert. Alleine dass sich ein sogenanntes Risikogebiet schon dadurch schlagartig „kurieren“ könnte, dass es ganz einfach mit dem Testen aufhört oder indem z.B. die lokalen Labors ausfallen, beweist die Absurdität der Krisenpolitik. Niemals hätte die Politik auf dieser dubiosen Basis weitreichende Grundrechtseinschränkungen verhängen dürfen.

Doch im Gegenteil setzt sie sogar noch alle Hebel in Bewegung, um die „Fallzahlen“ künstlich immer höher zu schrauben – mit dem neuesten Programm der „Massen-Schnelltests“. Zwar mutet es, wie der „Deutschlandfunk“ (DLF) fasziniert sinnierte, „verlockend“ an, die gesamte Bevölkerung durchzutesten und „auf einen Schlag Gewissheit über den Infektionsstand im Land zu haben“. Tatsächlich aber empfiehlt sich diese Maßnahme nur in kleinen Ländern (Luxemburg, Liechtenstein, Slowenien) – nicht jedoch in dichtbesiedelten Flächenländern. „Je größer die Bevölkerung, desto größer ist die Herausforderung, diese Massentests umzusetzen“, so der DLF. Erste Versuche Thüringens und Sachsens am letzten Wochenende, entsprechende Aktion in die Tat umzusetzen, waren von weitgehender Zurückhaltung und Ablehnung der Bevölkerung geprägt.
Massentests als vorprogrammierter Reinfall
Vor allem, dass aus Aufwands- und Rationalisierungsgründen gar nicht die PCR-Methode (hier müssen die Ressourcen für „systemrelevante“ Testpersonen vorgehalten werden!), sondern der mobile Antigen-Schnelltest Anwendung findet, der nur auf bestimmte Oberflächenproteine der Virushülle von Sars-CoV2 reagiert (und daher sogar noch fehlerbehafteter ist als hochzyklische der PCR-Test), macht die geplanten Massentests zum vorprogrammierten Flop – vergleichbar in ihrer Dimension nur mit der gescheiterten Corona-Warn-App.

In Österreich, wo die freiwilligen Corona-Massentest ebenfalls am letzten Wochenende in Wien sowie in Tirol und Vorarlberg starteten, erwies sich die Kampagne bislang als absoluter Flop: Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, standen die drei riesigen Hallen, die seit letztem Freitag alleine in Wien bereitgestellt wurden, um dort täglich 150.000 Personen schnelltesten zu können, grösstenteils leer: Gerade einmal 65 000 andere Personen ließen sich in den ersten drei Tagen in Wien testen. Von ihnen waren laut „Kurier“ nur wenige hundert infiziert; am Montag lag das Rekord-Tief bei 83 Positivergebnissen – von 22.095 am diesem Tag durchgeführten Antigentests, entsprechend rund 0,38 Prozent. Nicht viel besser, so die Zeitung, verliefen die Massentests in Tirol und Vorarlberg: Dort nahm jeweils nur ein knappes Drittel der Bevölkerung an den Tests teil. Zudem kostete die in Windeseile von der Wiener Regierung anberaumte Testaktion 27 Millionen Euro mehr, als die Slowakei zuvor für die gleiche Menge Schnelltests bezahlt hatte – Grund war, wie „Kontrast“ schreibt, die Beschaffung ohne jede Auftragsausschreibung und Qualitätskontrollen.

Es darf angenommen werden, dass diese Erfahrungen fast Eins zu Eins auf Deutschland übertragbar sind – sollten die Massentests auch hier kommen. Doch egal wie fehlerbehaftet die Ergebnisse auch sein werden: Weil ja keine prozentuale, sondern stets nur absolute Zählung der – mit welcher zweifelhaften Verlässlichkeit auch immer ermittelten – „Infizierten“ erfolgt, werden anlasslose Testreihen auf jeden Fall dazu führen, dass die „Zahlen“ nicht sinken, sondern weiter durch die Decke gehen. Was in der starren, sklavischen Logik des Corona-Regimes bedeutet: Mehr Lockdown, mehr „Härte“, mehr Katastrophenalarm. Die Pandemie wird zum Perpetuum Mobile und hält sich selbst aufrecht. (DM)