Liebe auf den zweiten Blick: Söder und Habeck

Foto: Markus Söder (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Da bahnt sich etwas ganz Furchtbares an: Für den Grünenvorsitzenden Robert Habeck ähnelt CSU-Chef Markus Söder in der Coronakrise einem Kamel. „Ein Kamel – im positiven Sinn“, sagte Habeck dem „Spiegel“ auf die Frage, welches Tier ihm zu Söder einfalle. „Für alle, die jetzt Regierungsverantwortung tragen, ist diese Krise ein langer Weg durch die Wüste, der viel Kondition und Zähigkeit erfordert“, sagte Habeck.

„Wenn es überhaupt klug ist, Menschen mit Tierattributen zu belegen, dann braucht es ein Tier, das Kondition und Durchhaltewillen hat.“ Er fügt hinzu: „Und da ich Herrn Söder nicht als Lastesel bezeichnen möchte, sage ich Kamel.“ Auf Söders Einspruch in dem Doppelinterview hin, so etwas habe sich nicht einmal Horst Seehofer zu sagen getraut, entgegnete Habeck: „Besser Kamel als Gorilla, oder?“

Das Wüstenschiff Söder favorisiert denn auch gleich eine Koalition mit den Grünen nach der Bundestagswahl. „Ich glaube, dass Schwarz-Grün einen großen Reiz hätte, weil beide politischen Kräfte die ganz großen Fragen unserer Zeit im Blick haben, wie die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie“, sagte Söder dem „Spiegel“. „Das wäre aktuell das interessanteste politische Angebot.“

Er denke, Schwarz-Grün sei „so nah dran wie noch nie“. „Viele wollen die Grünen gern dabeihaben, aber unter schwarzer Führung.“ Für Söder wäre Schwarz-Grün auch eine politisch stabile Option.

„Es wäre, wenn man die aktuellen Zahlen zugrunde legt, eine Große Koalition, die den Namen auch wieder verdient“, sagte der CSU-Politiker.

Söder als Kanzler, Habeck als Außenminister. Viel mehr Spaß am Untergang geht wohl nicht. (Mit Material von dts)