Die Corona-Propagandamaschine: Deutsche Medien trommeln für den Endsieg übers Virus

Die Rolle, die am Vorabend der Reformation die Ablassprediger der Kirche einnahmen, die übers Land zogen, die Menschen in Angst und Schrecken versetzten und sie gefügig machten, für ihr Seelenheil jedes Opfer zu bringen – sie wird heute von den Medien eingenommen. In dieser politisch orchestrierten Pandemie sind sie es, die teilweise aus Sendungseifer, teilweise sensationsheischend der Klicks wegen alles weitaus schlimmer machen, als es objektiv ist, und die als amplifizierende Lautstärker des Notstandsregimes wirken.

Besonders unter Deutschlands Meinungsschaffenden ist derzeit anscheinend die große Challenge: Wer bringt die furchteinflößendste Schilderung zur noch schnelleren Verwirklichung des knallharten, totalen Lockdowns? Nur mit der Apokalypse vor Augen kann es gelingen, besser noch heute als morgen wirklich alles im Land auf den thermischen Nullpunkt zurückzufahren: Schulen und Geschäfte, Altersheime wieder dicht, nicht mehr Ausgangsbeschränkungen, sondern gleich Ausgangssperren, totale Kontaktverbote. Das gilt unseren Journalisten heute als erstrebenswert, vorbildlich, humanistisch – so weit sind wir gekommen.

Söder und Merkel haben mit dem Irrsinn angefangen, mit Todeszahlen und -drohungen Stimmung zu machen. Jens Spahn setzte bei „Maischberger“ noch eins drauf und weissagte finster: „Viele werden Weihnachten nicht überleben„. Seitdem überbieten sich ihre medialen Domestiken mit dramatischen Beispielrechnungen, Mortalitätsszenarien, Wenn-Dann-Konditionierungen bzw. spieltheoretischen Tit-for-Tat-Szenarien und spinnen den Faden weiter, um den Menschen möglichst drastisch die angeblichen Folgen ihrer Renitenz oder „Regelverweigerung“ vor Augen zu führen. „Die traurig-brutale Pandemie-Wahrheit lautet: Wie viele Corona-Tote es über die Weihnachtsfeiertage geben wird, steht bereits unumstößlich fest. Denn die Menschen, die während der Feiertage an Covid-19 sterben werden, sind jetzt bereits infiziert„, schreibt etwa der „Tagesspiegel“ und doziert: „Die wahre Corona-Tragödie aber besteht darin, dass viele Menschen sterben, die noch ein mehr oder weniger langes Leben vor sich gehabt hätten, wenn sie sich nicht mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert hätten.“ Nun hat ein mehr oder weniger langes Leben zwar jeder Mensch vor sich – doch in wahnhaften Zeiten wie diesen gerät die neuentdeckte Sterblichkeit selbst zum Katastrophenfall, zu dessen Abwendung der Staat autoritäre Zwangsmaßnahmen ergreifen darf. Lebensschutz ist wichtiger als das Leben selbst.

Wie todernst die Lage ist, bringt die Zeitung dann mit folgender krönenden Warnung auf den Punkt: „Wer absolut sicher sein will, wenigstens noch den Beginn des Jahres 2021 zu erleben, ohne an Corona gestorben zu sein, darf also noch nicht angesteckt sein und sollte sich auch zumindest während der kommenden Tage nicht anstecken.“ Absolute Sicherheit also, die Antwort auf die große Menschheitsfrage, wie der Tod überwunden werden kann: durch Infektionsprävention. Spätestens an diesem Punkt wird deutlich: Solange es solche Journalisten gibt, wird diese Pandemie nie enden. Lustvoll wird die Vorhölle ausgemalt, aus der uns – darum geht es – langfristig allenfalls die Impfung, kurzfristig nur die fürsorgliche Kanzlerin und ihr Corona-Geheimkabinett führen kann – vorausgesetzt, dass endlich alle „den Ernst der Lage“ begreifen. Der Schlüssel zum ewigen Leben liegt darin, die Maßnahmen der deutschen Corona-Politik zu befolgen.

Fortsetzung der Merkel-Anmaßung mit anderen Mitteln

Was wir hier lesen, ist das Weiterspinnen des roten Faden aus Merkels unsäglicher Rede diese Woche im Bundestag, die sich auf die sinngemäße Kernaussage herunterbrechen ließ: Wer zu Weihnachten Oma und Opa trifft, ist ein potentieller Killer („…könnte das letzte Weihnachten mit den Großeltern gewesen sein“). Auch hier macht wieder die Verengung der Debatte sprachlos, die krankhafte Fokussierung auf eine zur fixen Idee gewordenen „Infektionsvermeidung“, die alle Kollateralschäden ausblendet: Dass alte Menschen Weihnachten alleine verbringen müssen und womöglich schon dadurch ihrem Ende nähergebracht werden, wird genauso ignoriert wie die entsetzlichen Folgen der Isolation, die sich schon jetzt wieder in den Pflegeheimen breitmacht – mangels qualifizierter Konzepte und Vorbereitung auf einen spezifischen Schutz von Risikogruppen – wo wieder unzählige Senioren an Vereinsamung sterben, die in keiner Horrorstatistik geführt werden.

Der widerliche Totentanz der Medien um Corona beschränkt sich nicht auf Deutschland; immer wieder dienen die statistisch absurd aufgebauschten Todeszahlen der USA (bei denen der kausale Zusammenhang der gezählten Fälle mit Covid ebenso artifiziell und fragwürdig ist wie hierzulande) als Munition für fortgesetztes Trump-Bashing, das bis zum letzten Tag von dessen Amtszeit ausgekostet werden muss. So schreibt die „Zeit„: „Mehr als 3.000 Corona-Tote pro Tag, und trotzdem wird in Washington drinnen diniert. Wer es sich leisten kann, macht es sich schön in der Krise. Auf Kosten aller anderen.“ Es ist die neueste Schuldkeule: Sorglos oder auch nur „normal“ zu leben, solange Menschen sterben, ist asozial. Ob Präsidenten golfen oder Meetings abhalten (Mitglieder der Bundesregierung auf EU-Staatsbanketten sind von dieser Kritik übrigens ausgenommen) oder ob jemand shoppen geht und Freunde trifft: Alles wird unethisch, solange jeden Tag auch nur noch ein Mensch an Corona stirbt. Dies ist dieselbe Logik, die auch Söders Flugzeugabsturz-Parallelismus zugrunde liegt.

Diese Gehirnwäsche fällt bei weniger differenziert denkenden Menschen auf fruchtbaren Boden, die in solchen absurden Brechungen gar noch so etwas wie besondere Empathie oder Sensitivität wahrzunehmen glauben. Wer jedoch den zugrundeliegenden Denkfehler durchschaut und gegen diesen Rückfall in fast mittelalterlich anmutende Irrationalität und Hysterie die Stimme erhebt, der gehört schon zum Lager der herzlosen Covidioten. Allenfalls in den sozialen Netzwerken wagen die Wachgebliebenen noch den Kampf gegen die Windmühlen, die von den Angstmachern in Politik und Medien stetig angefacht werden, und versuchen (wenn auch vergeblich) den Verirrungen durch Information zu begegnen:


Zu ergänzen wäre in diesem Zusammenhang natürlich noch, dass das Alter der meisten Corona-Toten, ob es nun 100, 300 oder 598 Tote an einem Tag sind, über 80 liegt. „Focus“-Kolumnist Jan Fleischhauer, einer der wenigen vernünftigen „Geisterfahrer“ seiner Zunft und Rufer und der Wüste, muss allerdings ebenfalls auf Twitter ausweichen, wenn er nüchterne Fakten transportieren will, um dem unerträglichen Panikframing gegenzuwirken:


Wegen des scheinbaren Schutzes von Menschen, die aus womöglich ganz anderen Gründen und kombinierten Altersgebrechen und/oder Vorerkrankungen das Zeitliche segnen, wird in der veröffentlichten Meinung eine Politik gefeiert, die ein möglicherweise Vielfaches an Menschenleben – auch und gerade unter den Älteren – opfert, durch Wegfall sozialer Nähe, fehlender Betreuung und auch angemessener Versorgung bei allen anderen Gesundheitsgefahren als Corona. Die bildliche Inkaufnahme der Schäden durch Löschwasser zur Eindämmung eines unsichtbaren, aber behaupteten Großfeuers, während es in Wahrheit kaum brennt oder allenfalls glimmt, betrifft jedoch nicht nur die ältere Generation, sondern auch die Jüngsten.

Denn auch hier fuhrwerken deutsche Pandemie-Journalisten in ihrer Panikmache rücksichtslos quer durch die Gesellschaft, um Angst und Verzweiflung zu stiften, statt Aufklärung und Antworten auf begründete Zweifel zu geben. Schon beim Trommeln für die Maske war die einseitige Propaganda kaum mehr zu ertragen, mit der ein gerade für Kinder fatales und traumatisierendes, gesundheitsschädigendes Symbol der Unfreiheit zum Wundermittel der Viruseindämmung gehypt wurde. Jetzt machen ihnen die „Grinch-Medien“ auch noch Weihnachten madig – indem sie, nach den sozialen Kontakten, auch die für Kinder besonders schönen Seiten des Festes zu Gefahrenherden erklären: „Überleben Viren auf Geschenken?“ titelte „n-tv„, und stellte als „wichtigste Frage in diesem Zusammenhang„, ob Coronaviren „…auf den Oberflächen von Postkarten oder Geschenken lange genug überleben, um anschließend Infektionen beim Empfänger auszulösen„. Zwar konnte die Redaktion keinen Experten finden, der diese abstruse Annahme wissenschaftlich bestätigen mochte – aber Hauptsache, die Schlagzeile steht und dem Zweck der weiteren Verunsicherung wurde Genüge getan. Kinderherzen zerstören für ein paar Klickzahlen: Hier wird wahrlich für eine „stille Nacht“ alles getan.

Wie sehr sich die Grundausrichtung selbst klassisch linker, heute obligat systemkonformer Meinungsformate binnen eines Jahrzehnts gewandelt hat, zeigt ein Beitrag von „Monitor“ (Video siehe unten) aus dem Jahr 2009 zum damaligen H1N1-Schweinegrippen-Erreger. Als damals manche Medien – in exakt derselben Weise wie heute fast alle –  eine unverantwortliche und unverhältnismäßige Berichterstattung begannen, einzelne Todesfälle mit unklarer Ursache aufbauschten und Sensationsschlagzeilen über eine unheimliche Bedrohung brachten, funktionierten die Frühwarnsysteme anscheinend noch – sogar in Georg Restles heutigem Propagandastadl. Unbedingt sehenswert, wie sachlich, nüchtern (und komplett anders als heute) damals Journalisten noch eine Distanz zum Thema einnahmen… (DM)