Ganz was Neues: Altmaier fürchtet vollständigen Kontrollverlust in der Pandemie

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Berlin – Nicht eine Sekunde lang (und das von Anfang an) hat die Bundesregierung die Kontrolle über Corona gewinnen können. Wie auch, schließlich handelt es sich hierbei um ein Virus, dass sich unaufhaltsam seinen Weg durch die Welt bahnt, ob nun Lockdowns beschlossen und durchgezogen werden oder nicht. Außerdem wären Lockdowns nur sinnvoll – wenn überhaupt – wenn man den Griffel weglegt und keiner mehr auf die Straße, also auch zur Arbeit oder in die Schule geht.

Stattdessen, auch nach neun Monaten serviert uns die Bundesregierung nur Gelaber:

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) warnt jetzt mal wieder vor einem Kontrollverlust in der Corona-Pandemie. „Das Infektionsgeschehen hat sich in den letzten drei Tagen dramatisch beschleunigt. Wir sind wieder in einer Phase exponentiellen Wachstums und sehen, dass die ersten Intensivstationen an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen“, sagte Altmaier dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben).

Man könne deshalb auf gar keinen Fall bis nach Weihnachten warten, ehe man darauf reagiere. „Wir müssen jetzt klären, wie es weitergeht“, forderte der CDU-Politiker und warnte: „Sonst gerät der Pandemie-Verlauf vollständig außer Kontrolle.“ Altmaier forderte harte Eingriffe, um die Pandemie einzudämmen.

„Sowohl im privaten Bereich als auch im öffentlichen Raum müssen die Kontakte drastisch reduziert werden“, sagte er und zeigte sich für eine Schließung des Einzelhandels offen. Betroffenen Unternehmen sicherte er staatliche Hilfen zu. „Alles, was gesundheitspolitisch notwendig ist, werden wir so flankieren, dass die betroffenen Unternehmen und Mitarbeiter damit fertig werden können.“

Wie inkonsequent die Denke ist, erfährt man hier:

Bei den zusätzlichen Beschränkungen müssten Bereiche ins Visier genommen werden, die möglichst wenig in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eingreifen, forderte der Wirtschaftsminister. Eine Homeoffice-Pflicht für Menschen mit mobilem Arbeitsplatz lehnte er aber ab. „Ich halte wenig davon, in die betriebliche Praxis hinein zu dirigieren“, sagte er.

„Die Reduzierung von Kontakten ist auch am Arbeitsplatz organisierbar.“ Lediglich bei Großraumbüros zeigte sich Altmaier gesprächsbereit. „Ein Sonderfall sind Großraumbüros. Hier sollten Unternehmen die Zahl der Mitarbeiter tatsächlich auf ein absolut notwendiges Minimum beschränken“, sagte er dem RND. Altmaier sprach sich gegen ein zweites Konjunkturprogramm in der Coronakrise aus. „Wenn die Pandemie nicht völlig außer Kontrolle gerät, werden wir kein weiteres Konjunkturpaket brauchen. Die deutsche Wirtschaft ist stark genug, wir dürfen sie nur nicht mit unnötiger Bürokratie oder Gerede über zusätzliche Steuern belasten“, sagte Altmaier dem RND.

Konjunkturprogramme beschließe man, wenn eine lang anhaltende Rezession droht. „Das haben wir in diesem Jahr getan und die Wirtschaft in ihrer Breite belebt“, so der CDU-Politiker. Nach dem schweren Absturz im zweiten Quartal habe Deutschland im dritten Quartal einen Bilderbuchaufschwung gesehen, so der Wirtschaftsminister. Diese Entwicklung könne sich im kommenden Jahr wiederholen. „Die Selbstheilungskräfte unserer Wirtschaft funktionieren. Ich setze darauf, dass die Verluste von 2020 im kommenden Jahr voll ausgeglichen werden können“, sagte Altmaier.

Großraumbüros sind das eine, aber es gibt auch sehr viele Arbeitsplätze, bei denen die Leute die Abstandsregeln nicht einhalten. Und die Maskenpflicht hat ja nichts gebracht, sonst würde man nicht den Lockdown noch verschärfen.

Also noch mal: Nur ein Generalstreik, von Angela Merkel befohlen, könnte das Virus ein wenig aufhalten. Aber nur ein wenig. (Mit Material von dts)