Der Killer-Lockdown ist da: Deutschlands endgültige Zerstörung ist besiegelt

Und das nicht nur zur Weihnachtszeit: Harter Lockdown (Foto:Imago/Huebner)

Zum Glück trugen sie Maske, sonst hätte man womöglich ein breites Grinsen der Selbstzufriedenheit hinter den Gesichern der Volks- und Staatszerstörer erblicken können, als Merkel und Söder heute vor die Kameras traten und den erwarteten Killer-Lockdown verkündeten. Die finale wirtschaftliche und soziale Vernichtung Deutschlands geht in die Endrunde, verbrochen von jenen, die schamlos als „Retter“ aufspielen und behaupten, für unseren „Schutz“ zu sorgen. In Wahrheit bringen sie unermessliches Leid übers Land – ganz zu schweigen von den unzähligen Kollateralopfern ihres orientierungslosen Handelns, deren Zahl bei weitem höher ausfallen wird als die statistisch zur Rechtfertigung ihres Irrwegs beschworenen Covid-Toten.

Nach der heutigen Bund-Länder-Einigung auf einen harten Lockdown zeigte sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wieder mal „zuversichtlich„, das Pandemie-Geschehen in Deutschland „spürbar eindämmen“ zu können – wohlgemerkt mit Maßnahmen, die ausschließlich die letzten noch halbwegs geöffneten Alltagsbereiche abwürgen, in denen überhaupt kein Infektionsgeschehen mehr stattfand. Die heutigen Beschlüsse sind ein Glücksfall für Amazon und für ausländische IT-Firmen, die ihr Glück wohl nicht fassen können – und bedeuten den ultimativen Todesstoß für den deutschen Einzelhandel, den nun nach Unterhaltungsgewerbe, Kulturbetrieb und Gastronomie ebenfalls das Zeitliche segnen darf. Damit brechen weitere wichtige Branchen des Mittelstandes weg – mit wahnwitzigen Folgen für Beschäftigte und Konsum. Die Innenstädte werden nach dieser heutigen Entscheidung zu den City-Friedhöfen der Zukunft. Vergebens hatten sich gestern noch etliche deutsche Filialisten einem Offenen Brief warnend an die Bundesregierung gewandt; nicht nur von ihnen werden viele nie wieder öffnen. Was wissen Politiker vom wirtschaftlichen Überleben, deren krisensichere Diäten und Gehälter auch in der Krise pünktlich auf dem Konto sind und zuverlässig weiter steigen?

Begründet wird der völlig plan- und sinnlose Lockdown mit Angst und den üblichen Lügen: „Die Krankenhäuser laufen jetzt wirklich voll. Die Zahl der Todesfälle steigt ständig. Da kann man nicht einfach achselzuckend daneben stehen, da muss man handeln“, so Söder. Nichts davon stimmt: Die Kliniken „laufen“ nicht mehr oder weniger „voll“ als in den letzten Jahren in dieser Jahreszeit. Zwischen dem 1. und dem 12. Dezember 2012 hat sich die Zahl der Intensivpatienten mit positivem Corona-Teststatus deutschlandweit um gerade einnal 572 Patienten erhöht – während sich die Zahl der belegten Intensivbetten (von denen nur ein geringer Teil mit Covid-Patienten und als solche deklarierten belegt ist) im selben Zeitraum um genau 5 Patienten erhöht hat, also fast gleich blieb. Wie übrigens schon seit Monaten: Die Gesamtbelegung stieg in den dreieinhalb Monaten zwischen dem 1. September und dem zum 12. Dezember um genau 478 Personen (Quelle: DIVI-Intensivregister). DAS also ist die reale Grundlage, auf der Deutschland derzeit kaputtgeschlagen wird – und der Gesellschaft irreparable Schäden zugefügt werden.

Wenn Söder angesichts dieser Realsituation von „Triage“ faselt, wieder mal die Bergamo-Kiste aufmacht und seine Ikonographie des Schreckens bemüht mit Visionen von Militärlastern, die Leichen abtransportieren, dann kann man im Prinzip schon nicht mehr von bloßer Volksverunsicherung sprechen. Dies ist bereits Volksverhetzung – und zwar in dem Sinne, dass gezielt Emotionen geschürt werden sollen, um bestimmte hochgradig schädliche Verhaltensmuster zu verstärken. Selbst Weltärzte-Präsident Frank-Ulrich Montgomery wurde es heute zu bunt: Eine Triage gäbe es „noch lange nicht„, sagte er laut „dts Nachrichtenagentur“, allenfalls „interne Richtlinien, wie ein Triage funktionieren könnte.“ Diese würden bisher aber nirgendwo angewendet. Und selbst wenn Intensivstationen voll seien und Patienten in andere Häuser verlegt werden müssten, sei dies noch keine Triage (bei der nach Überlebenschancen von Patienten entschieden werde, wer beispielsweise beatmet wird und wer nicht). Auch die Verlegung von Patienten sei „Teil normalen ärztlichen Handelns„.

Gipfelkreuze der Dreistigkeit

Folgliches Fazit: Nichts als Panikmache pur von Söder. Bereits für den ersten Lockdown wiesen Studien nach, dass etliche Menschen an Herzinfarkten und Schlaganfällen starben, weil sie in der (irrigen) Annahme, die Kliniken seien heillos überlastet, nicht oder nicht rechtzeitig die Notaufnahmen aufsuchten. Jetzt sorgt der hehre Lebensretter Söder für eine Wiederholung dieses Effekts. Was die Politik hier treibt, ist nicht mehr ein Feuern mit Kanonen auf Spatzen, sondern mit Cruise Missiles auf Kolibris. Hier wird mit einer Art Kriegsrecht auf eine Phantompandemie reagiert, die für ganz genau und fast nur diejenigen gefährlich ist, denen auch jede andere an sich harmlose Krankheit gefährlich werden kann – unter anderem mit der Folge, dass die Regelversorgung für alle sonstigen Kranken und Notfallpatienten bedroht wird.

Das Gipfelkreuz der Dreistigkeit rammte Söder ein, als er zynisch erklärte: „Wir setzen nicht auf Verbote, sondern auf Eigenverantwortlichkeit.“ Keine Verbote? Deshalb also wird Deutschland jetzt komplett tiefgefroren – abgesehen von einer kurzen Auftauphase über Weihnachten, in dann ein festliches Super-Spreading staatlicherseits erlaubt wird, dessen Auswirkungen allerdings schon jetzt absehbar als Vorwand für die Verlängerung des Totallockdowns bis Februar, März oder spätestens Ramadan werden herhalten müssen? Eine „Eigenverantwortlichkeit“, die Söder sieht, besteht allenfalls noch darin, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, ob sich ein Bußgeld von 500 bis 2.500 Euro einfängt , wenn er mit unter der Nase leicht verrutschter Maske S-Bahn fährt oder (zumindest in Bayern) nach 22 Uhr vor die Tür geht, um eine Kippe zu rauchen.

Die neuen Beschlüsse kennen tatsächlich fast nur Verbote, vom Friseurbesuch bis zum Möbelkauf – mit geringen Ausnahmen. Dass ausgerechnet „Gottesdienste“ erlaubt sein sollen, während Geschäfte mit ohnehin strengen Hygienekonzepten und Einlassbeschränkungen dichtmachen sollen, kann nur als neuerlicher Kotau vor den Angehörigen von Parallelgesellschaften gewertet werden: In christlichen Kirchen nämlich ist die Öffnungsgarantie eher kontraproduktiv – denn dorthin gehen, außer zu Weihnachten, schon vom Durchschnittsalter her fast nur noch Vertreter von Risikogruppen, die man diesem Risiko also weiter aussetzt (wie übrigens auch in den weiter geöffneten und künftig noch viel stärker frequentierten Supermärkten). Nein, hier wurde ganz offensichtlich vor allem „unsere muslimischen Mitbürger“ gedacht, die sich auch im Verbotsfalle – und wie schon das ganze Jahr über – ohnehin nicht von ihren Gebetsversammlungen abhalten lassen. Nicht kapiert hat das natürlich die Deutsche Bischofskonferenz, deren Sprecher Matthias Kopp sich heute „hochzufrieden“ mit den Bund-Länder-Beschlüssen zeigte.

Da jede Nachforschung, welchen Anteil am unverminderten Infektionsgeschehen eigentlich muslimische Bevölkerungsgruppen und Migranten haben, durch vermintes Gelände führt und überall die Explosionsgefahr des Rassismusverdachts droht, kann über die Rolle von Moscheen und Familienfeiern in diesem Milieu als Superspreader-Hotspots nur spekuliert werden. Immerhin in den sozialen Medien sorgte dieser Aspekt für einige sinnfällige Debattenbeiträge:

Ironie ist hier durchaus angebracht – denn die Nordkoreanisierung Deutschlands geht einher mit einer zunehmend unrühmlichen Rolle der Polizei, die noch vor kurzem als rassistisch und diskriminierend auf den Müll gewünscht wurde, der jedoch neuerdings bei der Durchsetzung eines immer autoritäreren politischen Regiments eine Schlüsselrolle zukommt. Geht es um die Gängelung und Überwachung des deutschen Michels, dann ist plötzlich all das machbar, was im Umgang mit importierten Kulturbereicherern bislang nicht klappte (ob bei IS-Terrorattacken, illegaler Masseneinwanderung, bei migrantischen Clan- und Bandenkriegen oder bei Abschiebungen): Die Durchsetzung von „Recht“. Die funktioniert erst jetzt, dank Corona – mit einer starken, entschlossenen Ordnungsmacht, die sich für das Durchgreifen gegen die eigenen Bürger wappnet. So sieht die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Beamten „für die Kontrolle der Weihnachts-Zwangsruhe gut gerüstet„; die Sicherheitskräfte würden „neue Beschränkungen konsequent durchsetzen„, gab sich GdP-Vize Jörg Radek gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ entschlossen. Es sei „nicht mehr die Zeit, Schlupflöcher zu suchen„. Welch eine Sprache!

Pardon wird nicht gegeben – außer natürlich weiterhin für Gefährder, Wiederholungstäter oder Totraser, deren Sicherung und Aufspürung schon mal vernachlässigt werden darf. Von weiter offenen Grenzen und der weiter ungebrochenen Einsickerung von Asylbewerbern nach Deutschland ganz zu schweigen, die den Lockdown-Sinn zusätzlich ad absurdum führen. Radeks Nachsatz spricht wohl für sich: Er mache sich „mehr Sorgen um die Versammlungslage mit möglichen Querdenker-Kundgebungen als um die Kontrolle der privaten Haushalte.“ Dass Gerichte in den vergangenen Tagen Versammlungen wie in Frankfurt am Main und Dresden „konsequent verboten“ hätten und die Polizei dies ebenso konsequent durchgesetzt hätte, ist natürlich ganz im Sinne des Corona-Staates: „So muss es auch weiter laufen!„, freut sich Radek.

Und während sich im Land Untergangsstimmung verbreitet, herrscht in Berlin, Düsseldorf und München Aufbruchstimmung: Endlich Lockdown! Keine vier Wochen hat es gedauert, bis die Merkelregierung von der ihr vom Parlament ausgestellten Blankovollmacht Gebrauch macht. Schwer zu glauben, dass hier kein Zeitplan abgearbeitet wird. Auch der Groko-Juniorpartner empfindet Genugtuung: In puncto Zynismus machte Söder und der weinerlichen Kanzlerin nur noch SPD-Chef Norbert Walter-Borjans Konkurrenz. „Weihnachten in Corona-Zeiten kann auch bedeuten: Besinnlichkeit und kreative Geschenkgutscheine jetzt – Familienfest im Sommer.“ Besinnlichkeit im Knast der eigenen vier Wände, in die Depression getrieben durch die die Auswirkungen ungerechtfertigter und gänzlich unverhältnismäßiger Maßnahmen, berieselt mit rosigen Zukunftsaussichten, die das gegenwärtige Elend erträglich machen sollen? Da kann wohl jemand die Wiedergeburt des Sozialismus gar nicht abwarten. Übrigens sei zu den „Familienfesten im Sommer“ noch angemerkt: Dass es im Sommer, oder im nächsten Winter, oder überhaupt irgendwann ein Zurück zur Normalität gibt, ist keineswegs abzusehen. Im Gegenteil: Virologen-Brahmane Christian Drosten stimmte dieser Tage die Bürger ja schon einmal auf steigende Infektionszahlen infolge der Impfungen ein.

Besinnlichkeit im Lockdown-Knast

Und deshalb ist es auch nichts als heiße Luft und Zweckoptimismus, wenn ausgerechnet der Deutsche Städtetag die Beschlüsse von Bund und Ländern zu einer deutlichen Verschärfung der Corona-Maßnahmen begrüßt: „Der harte Lockdown ist schmerzhaft, aber die Städte unterstützen ihn„, sagte sein Burkhard Jung den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Maßnahmen seien wirksam, wie die Erfahrungen aus dem Frühjahr zeigten: „Wenn wir jetzt ganz stark Kontakte vermeiden und sich in den nächsten Wochen die Lage nachhaltig bessert, werden wieder Lockerungen möglich werden.“ Solange nämlich, bis die herbeigetesteten Zahlen wieder explodieren und der nächste Lockdown kommen wird. Es ist ein Ding für die Ewigkeit.

Dass es sich bei dem Holzweg, auf den sich Bund und Länder mit diesem als Lockdown getarnten kollektiven Tötungskommando begeben haben, keineswegs um eine alternativlose Politik handelt, wie jetzt die eindimensionalen Medien in Nachbetung der Politik behaupten („Merkel: Maßnahmen sind ungerecht, aber unausweichlich„), wird schon dadurch klar, dass auch weiterhin nur solchen Beratergremien Gehör geschenkt wird, die eine offenkundig längst vorgefasste Strategie unterstützen. Wie uneins sich dabei selbst die Experten der herangezogenen Institute selbst sind, zeigt der Brief des Leopoldina-Angehörigen Professor Dr. Michael Esfeld, in dem er die „Empfehlung“ der Akademie scharf anprangert, auf die Merkel ihren Hardliner-Kurs wie schon im Frühjahr vor allem stützt. Es spricht Bände, dass solche kritischen Stimmen ungehört bleiben und nur die Gefälligkeitsgutachter des Regierungsalarmismus zu Wort kommen.

Zu den von der verantwortungslosen Politik Merkels, Söders & Co. ignorierten Stimmen   gehört auch ein aktueller Bericht der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU), der die komplette Lockdownstrategie ebenfalls Lügen straft und einem selektiven Schutz dringenden Vorrang gibt: „Es zeigt sich deutlich, dass die ergriffenen Maßnahmen (ab KW 45, Lockdown Light) zur Infektionseindämmung für die hoch vulnerable Bevölkerungsgruppe nicht oder zumindest nicht hinreichend zielführend sind. In diesem Zusammenhang ist auch kritisch zu hinterfragen, ob die neusten verschärften Einschränkungen, die primär auf die unter 85-Jährigen abzielen, zielführend sein können, um die vulnerable und hochbetagte Bevölkerung zu schützen bzw. wie lange es dauert, bis die Effekte einer generellen Senkung des Infektionsdrucks in dieser Bevölkerungsgruppe sich auswirken. Bisher deutet sich keine Verlangsamung des Infektionsgeschehens für diese Bevölkerungsgruppe an. Daher sind Maßnahmen wie der besondere Schutz der von Altenheimen und Pflegeeinrichtungen besonders wichtig.“

Geschwätz von gestern interessiert nicht

Für den erhofften mäßigenden Einfluss eines Lockdowns aufs Infektionsgeschehen existiert kein empirischer Beleg, eher für das genaue Gegenteil – wie die trotz rückläufiger Gesamtzahl an durchgeführten Tests weiter steigenden „Infektionszahlen“ zeigen. Zu dieser Einschätzung war die Politik selbst übrigens schon vor einigen Monaten gelangt, als Gesundheitsminister Jens Spahn klipp und klar feststellte: Mit dem „Wissen von heute“ würde man sicher „keinen Lockdown mehr machen„. Was hat sich seitdem geändert? Dazu schweigt sich die Regierung aus – und ebenso auch darüber, weshalb sie plötzlich nicht länger der Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation folgen mag, die harte Lockdowns inzwischen als den genau falschen Weg einstuft (was etwa WHO-Sonderberichterstatter Dr. David Nabarro im Oktober in einem aufschlussreichen Interview begründet hatte): Auf Anfrage des Journalisten Boris Reitschuster verweigerte die Bundesregierung jede Stellungnahme. Dass sie ihren sturen Hardcore-Kurs samt zerstörerischem Totallockdown jetzt sogar gegen den WHO-Rat durchzieht, ist insofern bemerkenswert, als Deutschland ansonsten – wie die meisten westlichen Regierungen – diesem Gremium nur allzu blind folgt: ob bei der Ausrufung einer angeblichen Pandemie, bei der irrlichternden 180-Grad-Kehrtwende der WHO von der Kraftloserklärung von Masken hin zu deren Unverzichtbarkeit  oder bei den bizarren Zählmethoden der Covid-„Toten“. Aber ausgerechnet bei der Wiederausrufung eines Lockdown, für dessen Erfolg jeder Nachwies fehlt, setzt man unbeirrt auf die Fehler von gestern – koste es was es wolle.

Nichts spricht also für den Nutzen des Lockdowns – doch es existiert sehr wohl zumindest ein praktischer Beweis für die Hochwirksamkeit des Gegenmodells eines qualifizierten Risikogruppenschutzes: Nämlich in Tübingen, wo unter der Federführung Boris Palmers ein probates und wohldurchdachtes Konzept Früchte trug, das dank Einkaufsstunden für alte Menschen, Seniorentaxis und kostenloser Abgabe von FFP2-Masken zu signifikanten Rückgängen der Infektionen in der Risikogruppe der Hochbetagten führte. Auf diese Erfolge gingen die Berliner Corona-Stalinisten gar nicht erst ein; im Gegenteil.

Dabei gibt es fast keinen, der den Kurs des diktatorischen Bund-Länder-Geheimkabinettes fachlich gutheißt: „Für eine nachhaltige Eindämmung der Neuinfektionszahlen sind angesichts der Erfahrungen anderer Länder eher Zweifel angebracht„, erklärt Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) gegenüber der „Welt„. Es mangele weiterhin an einer längerfristigen Strategie; diese müsste von Befunden über die Wirksamkeit von Maßnahmen getragen sein und sich auf den Schutz vulnerabler Gruppen konzentrieren. Auch dem Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, fehlt ein Gesamtkonzept: „Wir können den harten Lockdown wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht monatelang aushalten„. Das Infektionsgeschehen werde wohl bis März mindestens problematisch bleiben – wenn es nicht endlich gelänge, vulnerable Personen, etwa in Altersheimen, wo sehr viele Infektionen erfolgen, wirksam zu schützen. „Das Schließen der Einkaufsstraßen hilft diesen Personen überhaupt nicht„, so Felbermayr weiter. Hier setzte auch ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann, der die „bisher viel zu geringe Energie bei der Testung von Alten- und Pflegeheimen“ kritisiert und konstatiert, hier müsste Deutschland längst viel weiter sein.

Wegsperren, so oder so

Die Widersprüchlichkeit der undifferenzierten Holzhammer-Symbolpolitik von Merkel und Söder wird immer dramatischer. „Wir schließen unser Land, weil unsere Intensivstationen voller werden und immer mehr Menschen an oder mit Corona sterben„, kommentiert heute „Bild“ bitter, und stellt klar: „Es sterben aber nicht immer mehr Menschen an oder mit Corona, weil sich derzeit viele Menschen anstecken – sondern vor allem, weil sich viele alte Menschen anstecken. Wenn die Politik weiter angstmacherisch davor warnt, ‚die Alten wegzusperren‘, anstatt endlich, endlich, endlich Ältere und schwer Vorerkrankte wirksam zu schützen, werden wir noch viele Monate lang kein halbwegs normales Leben mehr leben.“ Zu ergänzen wäre noch: Gerade die aktuelle Politik sperrt die Alten ja trotzdem weg – eben nur zusammen mit allen anderen. Die zahllosen Tode durch Vereinsamung, die die Corona-Scheintoten mit Sicherheit deutlich übertreffen, hat keiner der „Lebensretter“ vom Kanzlergipfel auf der Rechnung und dem Gewissen.

Die Frage, die hier immer wieder gestellt wird, lautet: Wenn die Kritik berechtigt ist, wieso handeln sie dann trotzdem so – und nicht nur in Deutschland, sondern fast global? Vielleicht hat man sich wirklich nur verrannt in der Eigendynamik eines Krisenprotokolls und ist in der Logik des eigenen Alarmismus gefangen. Aber vielleicht steckt auch mehr dahinter. So dumm kann eigentlich nicht einmal die deutsche Bundesregierung sein, für ein derartiges (zudem hypothetisches) Weniges an Nutzen solche Gigaschäden in Kauf zu nehmen, dass man hier keinen abwägenden Vorsatz annehmen muss – und definitiv ausschließen kann, hier würden nicht doch irgendwelche weiteren Zwecke im Hintergrund verfolgt.

Welche dies sind, dazu existieren reichlich ebenso wohlbegründete wie spekulative Erklärungsansätze. Fakt jedoch ist: Die Corona-Notstandsvollmachten bewirken einen willkommenen Türöffner-Effekt, um eine lange geplante Transformation in anderen Politikfeldern zu verwirklichen. Europa-Zentralismus zu Lasten der Nationalstaaten, Migrationsagenda, planwirtschaftliche Energie- und Mobiltätswende und ein postdemokratischer Gesellschaftsumbau (hierzu empfiehlt sich die Lektüre von Klaus Schwabs schauderhaften Ausführungen zum „Great Reset„). Je härter der Lockdown und je größer die Angstmache, umso leichter lassen sich die Weichen neu stellen.

In der Angst lassen sich die Weichen neu stellen

Wenn all dies aber doch kein Vorsatz ist; wenn es der Corona-Politik bei ihren immer erratischeren Maßnahmen tatsächlich nur um Corona geht: Dann kann man nur noch Wahnsinn als treibende Kraft annehmen – der sich laut Albert Einstein unter anderem darin definiert, immer wieder dasselbe zu tun und jedesmal ein anderes Ergebnis zu erwarten. Und beängstigend ist, wie willfährig sich das Volk diesem Wahnsinn fügt. Das Vertrauen in die Führer ist anscheinend grenzenlos – trotz erwiesener, schockierender Irrtümer und Bruch aller Versprechen unter propagandistischen Schuldzuweisungen gegen die Betrogenen, mit denen vom fortgesetzten Politikversagen abgelenkt werden soll. Der Grundsatz „Wer einmal lügt…“ scheint weiterhin nicht für Politiker zu gelten. Don Alphonso befindet heute hierzu voller angebrachtem Sarkasmus: „Ich hätte gern eine Impfung. Aber gegen Regierende, die nach dem Scheitern ihres Wellenbrecherlockdowns mit irgendwelchen allgemeinen Verboten jetzt schon wieder so tun, als wüssten sie Bescheid.

Es ist überhaupt die Krönung: Alle neuen Beschlüsse werden im Brustton der Überzeugung, mit der Attitüde wohldurchdachter und wissenschaftlich fundierter Professionalität vorgetragen – obwohl sie das Werk von erwiesenen Dilettanten sind, die sich im experimentellen Blindflug befinden und ein Spiel treiben, bei dem Deutschlands Zukunft und Wohlstand der Wetteinsatz sind. Begriffen haben das leider die wenigsten. Holger Kopp schreibt auf Twitter: „Noch gelingt es der Politik, die Schuld auf Bürger abzuwälzen, die angeblich nicht konsequent die Maßnahmen eingehalten hätten. Es wird aber nicht mehr lange dauern, bis das Versagen der Politik offensichtlich werden und in den Fokus rücken wird.“ Dies wird genau dann der Fall sein, wenn eine kritische Schwelle der subjektiven Unzufriedenheit überschritten wird – durch Vermögens-, Job- und/oder Existenzverlust etwa. Zwar ist die Leidensfähigkeit der Deutschen sicher höher als die vieler anderen Völker – aber sie ist nicht grenzenlos.

Gerade weil die Befolgung staatlicher Vorschriften hierzulande (zumindest unter den in Restlaufzeit befindlichen deutschen Ureinwohnern) eine Tugend ist und ihre Missachtung, anders als in Südeuropa, nicht als Volkssport, sondern Todsünde gilt, führt die Entladung des aufgestauten Volkszorns in Deutschland fast immer in die sichere Katastrophe. Das sollte die Lockdown-Obrigkeit im Hinterkopf behalten. (DM)