Stegner- der heuchlerische Super-Spreader

Foto: Ralf Stegner (über dts Nachrichtenagentur)
Kaum ein Politiker lässt seinem Geltungsdrang in Corona-Krise so hemmungslos freien Lauf wie der schleswig-holsteinische SPD-Sauertopf Ralf Stegner – sei es auf Twitter oder bei großen Reden gegenüber Reportern. Schon vor dem zweiten Lockdown tat er sich als Mahner und Aufpasser der Nation hervor, der Hygiene-Abstands und Kontaktregeln anmahnte – obwohl er sich selbst nicht an seine eigenen Predigten hielt.
Die Mutation vom Superheuchler zum Super-Spreader ist für einen eingefleischten Sozen nichts ungewöhnliches – doch sind nur wenige so hirnverbrannt wie Stegner, ihre Doppelmoral auch noch öffentlich zu machen. Wie so eine normale „Arbeitswoche“ bei Ralf Stegner aussieht, zeigte damals ein aufschlussreicher „Zusammenschnitt“ verschiedener von Stegner selbst getwitterter Termine, die sowohl privat als auch parteipolitisch das Gegenteil von Kontakreduzierung beweisen – wohlgemerkt zu einer Zeit, als die zweite Welle schon voll im Gange war:
(Screenshot:Twitter/@argonerd)

Doch damit nicht genug: Gestern setzte Stegner dann noch einen drauf und begründete seine Forderung nach einem möglichst harten Lockdown – wiederum auf Twitter – mit einem angeblichen Fehlverhalten der Bürger, für das er selbst jedoch den besten Kronzeugen abgibt: „Dass jetzt ein harter Lockdown folgen muss, liegt auch am Leichtsinn und der Rücksichtslosigkeit mancher Zeitgenossen.“ Das gilt für eine große Mehrheit der Menschen ausdrücklich nicht, die sich diszipliniert und vorbildlich an die Regeln gehalten haben„. Für Stegner also sehr wohl: Er selbst steht Pate ebenso für Leichtsinn als auch Rücksichtslosigkeit.

Doch auch wenn Stegner seinen eigenen Ansprüchen gerecht geworden wäre und sich als lobenswerter Asket der Umsichtigkeit erwiesen hätte, wären seine Schuldzuweisungen an die Bevölkerung eine glatte Unverschämtheit. Diese Hybris im Stile von „ihr seid selbst schuld, weil ihr nicht brav seid“ verströmt genau den unappetitlichen Muff von Bevormundung und politischer Arroganz, die immer mehr Deutsche ans Toleranzlimit führt. Denn sie wissen nur allzu gut: Es waren Stegners Groko-Parteifreude, die bereits bei den viel zu späten Grenzschließungen im Frühjahr gepennt haben; die ungebremst bis heute Migranten ins Land holen; die Urlauber und Reiserückkehrer zuerst pauschal kriminalisierten, dann viel zu lasch und zu spät testeten – und die den Schutz der Risikogruppen verpennt haben und nach wie vor verweigern. Lauterbach und Stegner sind die schlimmsten Heimsuchungen, mit denen die Sozialdemokratie in dieser Krise aufwarten kann. (DM)