Immer irrer: Kanzleramtsminister empfiehlt „Schutzwoche“ vor Weihnachten

Foto: Abgetretener Corona-Warnhinweis (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Wehe, wenn sie einmal losgelassen werden. Dann gibt es kein Halten mehr. Mit dieser zusätzlichen Machtbefugnis können nur die wenigsten umgehen. Die meisten, wie zum Beispiel dieser Typ, drehen dagegen völlig am Rad:

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat die Bürger aufgefordert, Treffen mit Familie und Freunden an Weihnachten gut vorzubereiten. In der Vorweihnachtswoche sollten sie zu Hause bleiben und keine Kontakte mehr haben, sagte Braun in der Sendung „Frühstart“ von RTL und n-tv. „Dann kann das verantwortbar sein, dass man sich über Weihnachten auch mit älteren oder vorerkrankten Menschen trifft. Wenn man das unvorbereitet tut, bei den hohen Infektionszahlen, ist das aber gefährlich.“ An den Festtagen selbst gehe es darum, die erlaubten Kontaktmöglichkeiten nicht maximal auszuschöpfen. „Wenn man sich acht Termine hintereinander auf einen Weihnachtstag legt, wäre das natürlich nicht der Sinn der Sache.“

Braun erneuerte außerdem seine Bitte, die zwei Tage vor Beginn der Schließungen im Einzelhandel nicht für vermehrte Einkäufe zu nutzen. Verlängerte Ladenöffnungszeiten am Montag und Dienstag seien keine Option. „Es ist eine Option, dass man jetzt darauf verzichtet, in die Innenstädte zu gehen. Ein Ansturm heute oder morgen wäre im Infektionsgeschehen wirklich nicht in Ordnung.“ Der Lockdown beginne nur deshalb überhaupt erst am Mittwoch, weil unter anderem Länderparlamente an der Entscheidung beteiligt werden sollten. „Aber die Infektionszahlen sind so, dass wir eigentlich sofort beginnen müssen. Wir müssen jetzt die Kontakte reduzieren.“

Keine Kontakte? Das hat man vielleicht den Gefangenen von Guantanamo zugemutet. Und Deutschland soll in 83 Millionen Einzelzellen zerlegt werden. Geht’s eigentlich noch?

Und der hier muss natürlich auch noch seinen Senf dazugeben:

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürger zur Einhaltung der strengen Corona-Regeln während des harten Lockdowns gemahnt. „Was jetzt zählt, ist, Gesundheit zu erhalten und Menschenleben zu retten“, sagte Steinmeier am Montagvormittag in Schloss Bellevue. „Wir müssen noch konsequenter handeln.“

Das gelte für das politische Handeln auf allen Ebenen, aber auch für jeden persönlich. „Jeder und jede muss sich fragen: Was kann ich zusätzlich tun, um mich und andere zu schützen?“ Man werde Weihnachten und Neujahr anders feiern, als man gehofft habe. Das Staatsoberhaupt sagte für die kommenden Wochen eine „belastende Zeit“ voraus.

Man sei dem Virus aber nicht schicksalhaft ausgeliefert, fügte Steinmeier hinzu.

Aber den Politikern – und das ist das größere Übel. (Mit Material von dts)