Wegen Killerlockdown: Droht jetzt der große Ansturm auf die Geschäfte?

Foto: Schlange stehen vor einem Laden (über dts Nachrichtenagentur)

Man hätte durch eine Entzerrung des Geschehens die Ansteckungsgefahr auch ohne die Schließungen des Einzelhandels verringern können. Aber das scheint nicht im Sinne der Bundesregierung zu sein.

Jetzt, wo bekannt geworden ist, dass ab Mittwoch das Weihnachtsgeschäft, dass viele Selbstständige vielleicht noch hätte retten können, mit brutaler Gewalt abgewürgt wird, droht heute und morgen ein Ansturm auf viele Geschäfte. Und da die Maskenpflicht und Abstandsregeln offenbar überhaupt nichts bringen (ansonsten hätte man die Geschäfte ja nicht schließen müssen) könnten die Zahlen der positiv Getesteten kurzfristig noch mal in die Höhe schießen, denn es werden sich riesige Schlangen bilden – vor den Geschäften und an den Kassen.

Das wissen natürlich auch die Verantwortlichen:

Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans zum Beispiel warnt angesichts des bevorstehenden Lockdowns vor einem weiteren Anstieg der Coronainfektionen durch einen Kundenansturm im Einzelhandel. „Die nächsten zwei Tage werden entscheidend für die Entwicklung des gesamten Monats sein“, sagte Walter-Borjans zu „Bild“. Es müsse darum gehen, dass keine Schlangen vor den Läden entstehen.

Es sei jetzt von jedem einzelnen „viel Kreativität im Umgang mit Weihnachten“ gefordert. „Wir müssen überlegen, was für Gutscheine wir malen, die wir dann verteilen und verschenken. Es geht nicht wie unter normalen Bedingungen“, sagte der SPD-Vorsitzende.

Weitere Politiker warnen ebenfalls vor einem Kundenansturm im Einzelhandel am heutigen Montag und Dienstag und fordern deshalb eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auf 24 Stunden. Die Geschäfte sollten bis Dienstag um Mitternacht am besten gar nicht mehr schließen, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende, Michael Theurer, der „Bild“. „Sinnvoll wäre, die Öffnungszeiten bis in die Nacht auszuweiten, um diesen Ansturm zu entzerren. Eine 48-Stunden-Öffnung bis zum Lockdown verhindert Schlangenbildung, wozu es aus infektiologischer Sicht keinesfalls kommen darf.“ Der CDU-Bundestagsabgeordnete und Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß verlangte, die „Shopping-Zeiten bis in den Abend“ zu strecken, um Gedränge vor Geschäften zu vermeiden. Er fragte zugleich: „Wenn die Schließung der Geschäfte notwendig ist – warum wartet man dann noch bis Mittwoch?“ Berlins CDU-Fraktionschef Burkard Dregger forderte den Handel in der Hauptstadt konkret auf, die nach dem Gesetz möglichen Ladenöffnungszeiten von 0 bis 24 Uhr voll auszunutzen.

„Nach Paragraph 3 Abs. 1 Berliner Ladenschlussgesetz können Läden werktags von 0 bis 24 Uhr öffnen. Das sollte der Einzelhandel jetzt machen am Montag und Dienstag“, sagte Dregger.

Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE), Stefan Genth, bezeichnete eine Ausweitung der Öffnungszeiten vor dem Lockdown als „sinnvoll“.

Der Handelsverband HDE hingegen erwartet infolge des bevorstehenden Lockdowns keinen Ansturm auf die Geschäfte. „Im Lebensmittelhandel rechnen wir nicht mit Hamsterkäufen“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). „Die Kunden haben gelernt, dass die Lieferketten und die Versorgung der Bevölkerung auch unter schwierigen Bedingungen funktionieren.“

Bei Weihnachtsgeschenken könne es hingegen in den nächsten beiden Tagen zu „erhöhtem Kundenaufkommen“ kommen, sagte Genth weiter. Die Händler hätten aber in vergangenen Monaten bewiesen, dass sie funktionierende Hygienekonzepte haben. „Zudem haben viele Kunden ihre Planungen in den letzten Tagen sicherlich schon auf den drohenden Lockdown eingestellt.“

Der Gewinner dieser wahnsinnigen Beschlüsse aber steht schon fest. Er heißt Amazon. Nur, dass es dieses Jahr nicht der Weihnachtsmann ist, der den Kindern die Geschenke bringt. Der ist von der Ausgangssperre betroffen oder wird von der Polizei mitgezählt und kriegt Hausverbot. (Mit Material von dts)